Schweden erprobt LUUV-Demonstrator auf See

Saab, die schwedische Beschaffungsbehörde FMV und die schwedischen Streitkräfte haben einen Demonstrator für ein großes unbemanntes Unterwasserfahrzeug entwickelt, gebaut und zu Wasser gelassen. Nach erfolgreichen Seeerprobungen ist die erste Phase des Projekts abgeschlossen.
Foto: Saab

Saab, die schwedische Beschaffungsbehörde FMV und die schwedischen Streitkräfte haben einen Demonstrator für ein großes unbemanntes Unterwasserfahrzeug entwickelt, gebaut und zu Wasser gelassen. Nach erfolgreichen Seeerprobungen ist die erste Phase des Projekts abgeschlossen.

    Vom Vertrag zur Seeerprobung in unter einem Jahr

    Saab hat gemeinsam mit der schwedischen Beschaffungsbehörde Försvarets materielverk (FMV) und den schwedischen Streitkräften (Försvarsmakten) einen Demonstrator für ein Large Uncrewed Underwater Vehicle (LUUV) fertiggestellt. Nach Angaben des Unternehmens vom 16. Oktober 2026 lag zwischen Auftragsvergabe und dem Zuwasserlassen des Fahrzeugs weniger als ein Jahr.

    Den Vertrag hatte Saab Ende August 2025 unterzeichnet, das Auftragsvolumen betrug 60 Millionen schwedische Kronen. Saab ist Hauptauftragnehmer und war für Entwurf, Bau und Erprobung des Fahrzeugs verantwortlich. Die Projektleitung liegt bei FMV, die in Zusammenarbeit mit den Streitkräften und Saab arbeitet.

    Die Entwicklung verlief nach Unternehmensangaben planmäßig. Bei Vertragsvergabe waren erste Seeerprobungen für den Sommer 2026 vorgesehen. Mit deren erfolgreichem Abschluss endet nun die erste Projektphase.

    Einsatzzweck und nächste Schritte

    Der Demonstrator soll die Entwicklung und Bewertung künftiger Unterwasserfähigkeiten unterstützen. Zudem soll er das Zusammenwirken mit bestehenden Marineplattformen wie U-Booten ermöglichen. In der folgenden Projektphase sollen weitergehende Fähigkeiten entwickelt werden. Die Ergebnisse sollen in die Weiterentwicklung von Software, Sensorik und autonomen Funktionen sowie in künftige Produkte einfließen.

    Bei der Vertragsvergabe beschrieb Saab das LUUV als Sensorplattform, die Bedienpersonal bei Entscheidungen unterstützen soll und in der ersten Phase keine Bewaffnung erhält. Als Hintergrund nannte das Unternehmen den wachsenden Bedarf, Infrastruktur am Meeresboden zu überwachen und zu kartieren sowie Bedrohungen unter Wasser zu erkennen und abzuwehren.

    Das Projekt soll außerdem als Grundlage für Entscheidungen schwedischer Behörden über eine künftige Beschaffung und den operativen Einsatz autonomer Unterwassersysteme dienen.

    Autonomes Steuerungssystem als Grundlage

    Saab führt die kurze Entwicklungszeit auf einen softwarezentrierten Ansatz und die Integration des eigenen Steuerungssystems Autonomous Ocean Core zurück. Hinzu komme schwedisches Know-how im U-Boot-Bau und in der Sensorintegration.

    Saab hatte Autonomous Ocean Core im November 2024 vorgestellt. Es handelt sich um ein plattformunabhängiges Steuerungssystem mit offener Architektur, das Fahrzeugen über und unter Wasser eine grundlegende Autonomie einschließlich der Fahrzeugsteuerung verleiht. Weitere Fähigkeiten lassen sich ergänzen, ohne die integrierten Sicherheitsfunktionen zu beeinträchtigen. Als mögliche Einsatzbereiche nennt der Hersteller Minenabwehr, Aufklärung und Überwachung sowie elektronische Kampfführung.

    Das LUUV-Vorhaben baut auf früheren Arbeiten von Saab im Bereich autonomer Unterwassersysteme auf. So hatte FMV das Unternehmen bereits im Dezember 2024 mit der Lieferung autonomer Unterwasserfahrzeuge für die Minenabwehr beauftragt.

    Einschätzung des Herstellers

    Mats Wicksell, Leiter des Saab-Geschäftsbereichs Naval, sieht in dem Projekt einen Beleg dafür, dass neue Technologien zügig in operativen Nutzen überführt werden können. Das Fahrzeug könne die Durchhaltefähigkeit erhöhen, das Lagebild verbessern und Unterwasserfähigkeiten stärken. Die kurze Entwicklungszeit führt er auf die Zusammenarbeit zwischen Streitkräften, FMV und Saab zurück.

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