Saab stellt ersten GlobalEye für Schweden vor

Saab hat das erste von drei GlobalEye-Flugzeugen zur luftgestützten Frühwarnung und Führung für die schwedischen Luftstreitkräfte vorgestellt. Nach Tests und Erstflug soll die Übergabe 2027 erfolgen.
Foto: Saab

Saab hat das erste von drei GlobalEye-Flugzeugen zur luftgestützten Frühwarnung und Führung für die schwedischen Luftstreitkräfte vorgestellt. Nach Tests und Erstflug soll die Übergabe 2027 erfolgen.

Saab hat das erste GlobalEye-Flugzeug zur luftgestützten Frühwarnung und Führung (Airborne Early Warning and Control, AEW&C) für Schweden am 15. Oktober 2026 in seinem Werk in Linköping vorgestellt. Auftraggeber ist die schwedische Beschaffungsbehörde Försvarets materielverk (FMV). In schwedischem Dienst trägt das Flugzeug die Bezeichnung S 106.

Das System soll Schweden weitreichende Überwachung und ein umfassendes Lagebild über Luft-, Land- und Seeraum liefern. Saab-Präsident und CEO Micael Johansson sieht in der Vorstellung einen wichtigen Schritt für das Unternehmen und die schwedischen Streitkräfte. Mit dem weiteren Programmfortschritt erhalte Schweden eine leistungsfähige Fähigkeit zur luftgestützten Überwachung und Lagebilderstellung. Der Befehlshaber der schwedischen Luftstreitkräfte, Jonas Wikman, betont, das System verschaffe eine domänenübergreifende Fähigkeit, um in mehreren Bereichen zu erfassen, zu verstehen und zu handeln.

Erprobung vor Erstflug und Auslieferung

Als Nächstes durchläuft das Flugzeug eine Phase der Tests und Verifikation. Danach folgen der Erstflug und die Übergabe an den Kunden. Nach Angaben der schwedischen Luftstreitkräfte ist die Auslieferung für 2027 geplant.

GlobalEye verbindet das Radar Erieye Extended Range mit weiteren aktiven und passiven Sensoren an Bord eines Geschäftsreiseflugzeugs vom Typ Bombardier Global 6000. Das System erfasst und verfolgt Ziele in der Luft, auf See und über Land und gibt die Informationen an Flugzeuge, Schiffe und Bodentruppen weiter. Saab beziffert die Reichweite des Radars auf mehr als 550 Kilometer. Die Luftstreitkräfte verweisen zudem darauf, dass die S 106 dieselbe Plattform nutzt wie das 2026 eingeführte Regierungstransportflugzeug TP 106. Daraus könnten sich Synergien bei Ausbildung, Wartung und Ersatzteilen ergeben.

Drei Flugzeuge unter Vertrag

Schweden hat insgesamt drei GlobalEye bei Saab bestellt. Die ersten beiden beauftragte die FMV am 30. Juni 2022 mit einem Auftragswert von rund 7,3 Milliarden schwedischen Kronen. Der Vertrag enthielt Optionen auf weitere Flugzeuge. Am 27. Juni 2024 zog die FMV eine dieser Optionen für ein drittes Flugzeug im Wert von rund 2,6 Milliarden Kronen, mit einem vertraglichen Lieferzeitraum bis 2029. Eine Option auf ein viertes schwedisches Flugzeug besteht weiterhin.

Ersatz für die an die Ukraine abgegebenen ASC 890

Die GlobalEye lösen die auf der Saab 340 basierenden Überwachungsflugzeuge ASC 890 ab, die die schwedische Regierung im Mai 2024 der Ukraine zugesagt hatte. Die Zusage war Teil des 16. schwedischen Unterstützungspakets. Die Regierung räumte dabei eine vorübergehende Schwächung der eigenen Verteidigungsfähigkeit ein und kündigte an, diese durch zusätzliche S 106 und das Vorziehen der beiden bereits bestellten Flugzeuge auszugleichen. Das ukrainische Verteidigungsministerium bestätigte im September 2026, dass das ASC 890 im März 2026 erste Kampfeinsätze geflogen hatte.

Niederlande und NATO setzen ebenfalls auf GlobalEye

Die Niederlande unterzeichneten am 10. September 2026 eine Absichtserklärung mit Schweden über den Erwerb eines Flugzeugs. Dieses soll mit den drei schwedischen Maschinen einen gemeinsamen Pool bilden. Niederländisches Personal soll ab 2028 Zugang zu den schwedischen Flugzeugen erhalten, das eigene Flugzeug ist für 2031 vorgesehen.

Auf dem NATO-Gipfel in Ankara kündigte Generalsekretär Mark Rutte am 7. Juli 2026 formelle Verhandlungen mit Saab über bis zu zehn GlobalEye an. Einen Vertrag oder Auftrag hat Saab nach eigenen Angaben bislang nicht erhalten. Die Beschaffung soll die alternde E-3A-Flotte ersetzen und wird von elf Staaten getragen, darunter Deutschland, die Niederlande, Norwegen und Schweden. Darüber hinaus bestellte Frankreich am 30. Dezember 2025 zwei GlobalEye.

Total
0
Shares
Related Posts
Total
0
Share