Das Verteidigungsunternehmen STARK eröffnet einen Standort in Litauen. Von dort aus will es mit der Bundeswehr sowie den litauischen und baltischen Streitkräften zusammenarbeiten. Die in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 soll unter anderem mit dem System Virtus des Unternehmens ausgestattet werden.
Schnittstelle zu den Streitkräften vor Ort
Das Unternehmen STARK hat am 5. November 2026 in Berlin die Eröffnung eines Standorts in Litauen bekanntgegeben. Den genauen Ort, die Zahl der Beschäftigten und den Zeitpunkt der Inbetriebnahme nennt die Mitteilung nicht. Vor Ort arbeitet ein Team aus Ingenieuren und Mitarbeitern mit militärischem Hintergrund. Sie sollen eng mit den Streitkräften zusammenarbeiten. Erkenntnisse aus der Nutzung der Systeme sollen so direkt in deren Weiterentwicklung einfließen. Der Standort ist als Anlaufstelle für zwei Nutzergruppen gedacht: die Bundeswehr sowie die litauischen und weiteren baltischen Streitkräfte.
Hintergrund ist die Ausstattung der Panzerbrigade 45 der Bundeswehr. Sie soll nach Angaben des Unternehmens unter anderem mit dem Loitering-Munition-System Virtus ausgerüstet werden.
Einordnung durch Unternehmen, Diplomatie und Beratung
STARK-CEO Uwe Horstmann verweist auf Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine. Moderne Verteidigungstechnik lasse sich demnach nicht über Jahre hinweg getrennt von ihren Anwendern entwickeln. Mit dem Standort gehe das Unternehmen gezielt dorthin, wo die Bundeswehr ihre Präsenz ausbaue. Dort wolle es die Ausbildung unterstützen und die Systeme an operative Anforderungen anpassen.
Die stellvertretende Botschafterin Barbara Sophie Schmidt hebt die strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und Litauen hervor. Sie bezeichnet die dauerhafte Stationierung der Brigade als verbindliche Zusage an die baltischen Verbündeten. Das Engagement der Industrie sieht sie als Ergänzung zur militärischen Präsenz.
Generalleutnant a.D. Jürgen-Joachim von Sandrart ist unter anderem rüstungswirtschaftlicher Berater des Bundeswirtschaftsministeriums und verteidigungspolitischer Berater des litauischen Ministerpräsidenten. Er betont die Bedeutung des Ostseeraums für die Sicherheit Europas. Die Streitkräfte benötigten neben modernen Fähigkeiten eine Industrie, die nah an der Truppe arbeite und schnell auf neue Anforderungen reagiere. Den Ansatz, Systeme auf Basis operativer Erfahrungen fortlaufend weiterzuentwickeln, hält er für zielführend.
Loitering Munition für die Brigade Litauen
Die Ausstattung mit Loitering Munition beruht auf Beschaffungsentscheidungen aus diesem Jahr. Im Februar 2026 billigte der Haushaltsausschuss des Bundestages Verträge mit zwei deutschen Herstellern solcher Systeme. Laut Bundesministerium der Verteidigung sollen der Panzerbrigade 45 damit ausreichend viele funktionsfähige Systeme zur Verfügung stehen, um sie großräumig zu schützen, ihre Kampfkraft zu erhöhen und ihre taktische Handlungsfreiheit zu sichern. Für STARK und Helsing waren jeweils rund 270 Millionen Euro vorgesehen. Beide Unternehmen sollen bis 2029 zusammen etwa 6.500 Systeme liefern.
Der Rahmenvertrag mit STARK hat ein Volumen von bis zu 2,9 Milliarden Euro. Davon hat der Bundestag bislang 1 Milliarde Euro freigegeben. Nach Unternehmensangaben vom September hat die erste Charge einen Wert von 275 Millionen Euro und geht an die Brigade in Litauen. Virtus bleibt laut Hersteller bis zu 75 Minuten in der Luft und erreicht eine Reichweite von bis zu 130 Kilometern. Ein Bediener kann mithilfe softwaregestützter Verfahren mehrere Drohnen führen. Die Kontrolle bleibt dabei beim Menschen.
Die Panzerbrigade 45
Die Panzerbrigade 45 wurde im April 2025 als Kern der Brigade Litauen in Dienst gestellt. Insgesamt sollen rund 5.000 Bundeswehrangehörige dauerhaft im Baltikum stationiert werden. Der Brigade sind das Panzerbataillon 203 aus Augustdorf, das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach und die seit 2017 in Litauen eingesetzte multinationale Battlegroup unterstellt.
Über das Unternehmen
STARK entwickelt unbemannte Systeme für mehrere militärische Dimensionen. Das Unternehmen ist nach eigener Darstellung aus einem Bedarf der ukrainischen Streitkräfte hervorgegangen und setzt auf KI-gestützte, softwarebasierte Systeme. Es unterhält Standorte in Deutschland, der Ukraine, dem Vereinigten Königreich, Schweden und Griechenland. STARK wurde 2024 gegründet, hat seinen Sitz in Berlin und beschäftigt rund 750 Mitarbeiter.
