Elbit Systems hat einen Auftrag über rund 235 Millionen US-Dollar zur Lieferung von EXTRA-MR-Raketen und PULS-Raketenwerfern an einen europäischen Staat erhalten. Welches Land die Systeme beschafft, gab das Unternehmen nicht bekannt.
Regierungsabkommen als Grundlage
Der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems hat am 19. Oktober 2026 einen Auftrag im Wert von etwa 235 Millionen US-Dollar bekanntgegeben. Auftraggeber ist ein nicht namentlich genannter europäischer Staat. Die Beschaffung erfolgt über ein Regierungsabkommen (Government-to-Government) zwischen dem israelischen Verteidigungsministerium und dem Verteidigungsministerium des Kundenlandes. Der Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren.
Lieferumfang
Kern des Auftrags ist die Mittelstreckenvariante der EXTRA-Rakete mit der Bezeichnung EXTRA-MR. Darüber hinaus umfasst der Vertrag Werfer des Typs PULS (Precise & Universal Launching System), weitere Plattformen aus dem Bereich der Raketenartillerie sowie integrierte logistische Unterstützung. Angaben zu Stückzahlen von Werfern und Munition macht das Unternehmen nicht.
EXTRA-MR
Nach Herstellerangaben handelt es sich bei der EXTRA-MR um eine präzisionsgelenkte Rakete für Einsätze auf mittlere Entfernung. Sie soll Ziele in bis zu 80 Kilometern Entfernung bekämpfen können. Die Munition ist für PULS ausgelegt und lässt sich in bestehende Führungs- und Informationssysteme (C4I) einbinden. Die Standardversion der EXTRA erreicht nach Unternehmensangaben Reichweiten von bis zu 150 Kilometern. Die Raketen haben einen Durchmesser von 306 Millimetern und werden in Behältern zu je vier Stück geladen.
Das PULS-System
PULS ist ein Mehrfachraketenwerfer, der verschiedene Munitionstypen von einer Plattform aus verschießen kann. Der Werfer nimmt zwei Behälter auf, die jeweils für einen bestimmten Raketentyp ausgelegt sind. Integriert sind bislang die Accular-Rakete im Kaliber 122 Millimeter (18 Schuss, bis 35 Kilometer), die Accular im Kaliber 160 Millimeter (10 Schuss, bis 40 Kilometer), die EXTRA (vier Schuss, bis 150 Kilometer) sowie die Predator Hawk (zwei Schuss, bis 300 Kilometer).
Wachsende Nutzerzahl in Europa
Das System hat in den vergangenen Jahren mehrere Abnehmer in Europa gefunden. Dänemark bestellte acht Werfer, die Niederlande 20. Deutschland beschaffte zunächst ein Los von fünf Werfern zur Erprobung, Spanien wählte PULS für sein Programm SILAM aus. Die Auslieferung an Dänemark und die Niederlande soll 2026 abgeschlossen werden. Für die Bundeswehr erhielt Elbit im Februar 2025 einen Auftrag über rund 57 Millionen US-Dollar. Unter der Bezeichnung EuroPULS arbeiten Elbit und KNDS Deutschland an Anpassungen und der Integration deutscher Führungs- und Waffeneinsatzsysteme.
Im April 2026 schloss zudem Griechenland einen Vertrag über PULS-Werfer, Munition und Unterstützungsleistungen im Wert von rund 750 Millionen US-Dollar mit einer Lieferzeit von vier Jahren ab. Bereits im April 2025 hatte Elbit einen Auftrag über rund 130 Millionen US-Dollar zur Lieferung von PULS-Raketen an einen ebenfalls nicht genannten europäischen Kunden erhalten. Ob der aktuelle Auftraggeber zu den bekannten Nutzerstaaten gehört, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Elbit-Vorstandschef Bezhalel Machlis erklärt, der Auftrag festige die Stellung des Unternehmens im Bereich der Raketenartillerie und spiegele die steigende internationale Nachfrage wider. PULS und die zugehörige Präzisionsmunition seien von einer wachsenden Zahl von Kunden ausgewählt worden, darunter europäische Staaten und NATO-Mitglieder.
Zum Unternehmen
Elbit Systems beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 21.000 Mitarbeitende in zahlreichen Ländern. Im zweiten Quartal 2026 meldete das Unternehmen einen Umsatz von rund 2,29 Milliarden US-Dollar und einen Auftragsbestand von 32 Milliarden US-Dollar zum 30. Juni 2026.
