Diehl Defence und Rohde & Schwarz verstärken deutsches MQ-28-Industrieteam

Boeing erweitert das deutsche Industrieteam für die unbemannte Kampfdrohne MQ-28 Ghost Bat um Diehl Defence und Rohde & Schwarz. Diehl soll dabei die Integration deutscher Bewaffnung übernehmen.
Foto: Diehl Defense

Boeing erweitert das deutsche Industrieteam für die unbemannte Kampfdrohne MQ-28 Ghost Bat um Diehl Defence und Rohde & Schwarz. Diehl soll dabei die Integration deutscher Bewaffnung übernehmen.

Der US-Konzern Boeing hat sein deutsches Industrieteam für das Collaborative Combat Aircraft (CCA) MQ-28 Ghost Bat um zwei weitere Partner erweitert. Wie das Unternehmen am 10. Juni 2026 mitteilte, treten der Luftverteidigungsspezialist Diehl Defence und der Mess- und Kommunikationstechnikhersteller Rohde & Schwarz dem Verbund bei. Beide sollen die Einbindung deutscher Bewaffnung, Sensorik und Kommunikationssysteme in das System untersuchen. Vorgestellt wurden die neuen Partner auf der Luftfahrtmesse ILA Berlin Airshow 2026.

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Aufgabenteilung im Industrieteam

Die MQ-28 ist eine unbemannte Drohne, die bemannte Kampfflugzeuge im Verbund begleiten und deren Einsatzspektrum erweitern soll. Geleitet wird das Programm von Boeing Defence Australia; als deutscher Systemmanager fungiert der Rüstungskonzern Rheinmetall, der bereits Ende März 2026 eine entsprechende Partnerschaft mit Boeing geschlossen hatte. Rheinmetall verantwortet die Integration in bestehende und künftige Führungs- und Waffensysteme der Bundeswehr sowie Wartung und Logistik.

Diehl Defence soll innerhalb des Teams die Integration deutscher Waffen übernehmen. Dazu zählt nach Angaben des Unternehmens der Lenkflugkörper IRIS-T sowie mögliche künftige Luft-Luft-Effektoren, sofern die Luftwaffe diese auswählt. Hinzu kommen technische Unterstützung, die Bereitstellung technischer Daten, Produktunterstützung, Schulungen sowie Softwareelemente für die Steuerung von Luftkampfketten. Auf der ILA präsentierte Diehl die Anbindung exemplarisch mit einem IRIS-T-Lenkflugkörper an einer ausgestellten MQ-28.

Boeing-Managerin Amy List erklärte, die Aufnahme der beiden Unternehmen sei ein wichtiger Schritt, um die in Australien entwickelte Plattform an deutsche Anforderungen anzupassen und die Drohne bis 2029 an die Luftwaffe ausliefern zu können. Diehl-Chef Helmut Rauch betonte, sein Unternehmen wolle vor allem seine Erfahrung im Bereich Luft-Boden-Bewaffnung und Lenkflugkörper einbringen.

Hintergrund: Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr

Die Luftwaffe plant, ab 2029 ein unbemanntes Collaborative Combat Aircraft einzuführen. Solche Systeme sollen als zusätzliche Einsatzmasse an der Seite bemannter Jets operieren, unter anderem mit Blick auf das absehbare Ausscheiden der Tornado-Flotte. Im Fokus steht zunächst eine Luft-Boden-Fähigkeit.

Die MQ-28 ist dabei nicht der einzige Kandidat. Als Wettbewerber gelten die XQ-58A Valkyrie des US-Herstellers Kratos, die Airbus mit dem eigenen Missionssystem MARS für die Luftwaffe anpasst, sowie die CA-1 Europa des Münchner Start-ups Helsing und dessen Tochter Grob. Während MQ-28 und Valkyrie bereits geflogen sind, befindet sich die rein in Deutschland entwickelte CA-1 noch im Bau; ein Erstflug wird für 2027 angestrebt. Die Boeing-Drohne kann nach Herstellerangaben auf rund 150 Flüge verweisen, überwiegend im Rahmen der Erprobung für die Royal Australian Air Force, die als Erstkunde auftritt. Eine Beschaffungsentscheidung der Bundeswehr steht bislang aus.

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