Der Oberndorfer Waffenhersteller Heckler & Koch hat im ersten Halbjahr 2026 nach vorläufigen Zahlen Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert. Der Vorstand erwartet für das Gesamtjahr nun ein spürbar besseres Resultat als bisher angenommen.
Die H&K AG hat am 30. Juli 2026 vorläufige Geschäftszahlen für das erste Halbjahr veröffentlicht und zugleich ihre Prognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Nach den Hochrechnungen des Unternehmens erzielte der Konzern in den ersten sechs Monaten einen Umsatz von rund 263,9 Millionen Euro nach 179,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 47 Prozent. Die Betriebsleistung, die neben den Umsatzerlösen auch Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen umfasst, soll bei rund 263,3 Millionen Euro liegen (Vorjahr: 195,7 Millionen Euro).
Noch deutlicher fiel die Entwicklung beim operativen Ergebnis aus: Das EBITDA – das Ergebnis vor Finanzergebnis, Steuern und Abschreibungen – wird mit rund 66,2 Millionen Euro erwartet. Im ersten Halbjahr 2025 hatte der Wert bei 29,2 Millionen Euro gelegen; er hat sich damit mehr als verdoppelt. Bereits nach sechs Monaten liegt das operative Ergebnis nahezu auf dem Niveau des gesamten Vorjahres.

Kapazitätsauslastung und laufende Programme als Treiber
Als Gründe für die Entwicklung nennt das Unternehmen die anhaltend hohe Nachfrage nach seinen Produkten, eine hohe Auslastung der Produktionskapazitäten sowie die Abarbeitung laufender Programme. Zusätzlich hätten sich Investitionen in Produktionskapazitäten, Infrastruktur und Prozessoptimierung positiv auf die operative Leistungsfähigkeit ausgewirkt. Detaillierte Angaben will H&K mit der Veröffentlichung des Halbjahresfinanzberichts 2026 nachreichen.
Vor dem Hintergrund der Halbjahreszahlen und eines nach eigenen Angaben sehr hohen Auftragsbestands hat der Vorstand die Jahresprognose angehoben. Bei Umsatz und Betriebsleistung wird nun eine Verbesserung im hohen zweistelligen Millionenbereich gegenüber dem Vorjahr erwartet, beim EBITDA eine Verbesserung im mittleren zweistelligen Millionenbereich.
Einordnung: dritter Wachstumsschub in Folge
Die Zahlen setzen eine Entwicklung fort, die sich seit mehreren Quartalen abzeichnet. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz um 14,4 Prozent auf 393 Millionen Euro, das EBITDA lag bei 67,9 Millionen Euro und das Ergebnis nach Steuern bei 39,5 Millionen Euro. Der Auftragseingang erreichte 802 Millionen Euro nach 426,2 Millionen Euro im Jahr zuvor. Im ersten Quartal 2026 hatte das Unternehmen einen Umsatzanstieg um 57 Prozent auf 128,1 Millionen Euro und ein Nachsteuerergebnis von 20,1 Millionen Euro gemeldet. Rechnerisch entfällt damit gut die Hälfte des Halbjahresumsatzes auf das zweite Quartal.
Wesentlich für die Auslastung ist das Sturmgewehrprogramm der Bundeswehr. Anfang Juli 2026 teilte das Unternehmen mit, dass das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr den Rahmenvertrag über 250.000 Gewehre der Typen G95A1 und G95KA1 vollständig abgerufen hat. Der Vertrag aus dem Januar 2023 umfasste ursprünglich 118.718 Waffen mit einem Volumen von knapp 275 Millionen Euro; im Dezember 2025 billigte der Haushaltsausschuss des Bundestages eine Ausweitung auf 250.000 Stück und gut 800 Millionen Euro. Die Serienfertigung soll bis 2031 abgeschlossen sein.
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