Ab April 2026 testen INLEAP Photonics und der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr gemeinsam eine laserbasierte Lösung zur Abwehr von Drohnenschwärmen. Die sechs Monate dauernde Versuchsreihe soll den Grundstein für einen möglichen Einsatz bei der Truppe legen.
Erprobung unter realen Bedingungen
Das Hannoveraner Unternehmen INLEAP Photonics und der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr (CIHBw) haben im Rahmen des Innovationsvorhabens „Laserdome“ eine gemeinsame Versuchsreihe gestartet. Im Mittelpunkt steht das System INLEAP® FASTLIGHT® SHIELD, das auf industrieller Laserstrahllenktechnologie basiert und zur kontrollierten Abwehr von Drohnen entwickelt wurde. Die Tests finden auf Übungsplätzen der Bundeswehr statt und werden von Soldatinnen und Soldaten begleitet.
Die Erprobungsphase ist auf sechs Monate angelegt. Neben reinen Funktionstests sind dabei auch gezielte Anpassungen des Systems vorgesehen. Ziel ist es, die Wirksamkeit gegen Drohnenschwärme unter einsatznahen Bedingungen nachzuweisen und die Voraussetzungen für einen dauerhaften Einsatz zum Schutz mobiler militärischer Einrichtungen sowie sogenannter Hochwertziele zu schaffen.

Technologischer Hintergrund
INLEAP Photonics wurde als Spin-off aus dem Laser Zentrum Hannover e. V. gegründet. Das Unternehmen überträgt Technologie, die ursprünglich für die industrielle Fertigung entwickelt wurde, auf sicherheitsrelevante Anwendungen. Das System FASTLIGHT® SHIELD soll Drohnen präzise, augensicher und ohne Kollateralschäden bekämpfen können – auch in urbanen oder sensiblen Umgebungen.
Dr.-Ing. Marius Lammers, Co-Gründer und CEO von INLEAP Photonics, betont, dass das Unternehmen auf mehr als zehn Jahren Erfahrung in der industriellen Lasersystemtechnik aufbaut und die Technologie nun erstmals im sicherheitsrelevanten Kontext unter Beweis stellen will. Robert Hoffmann, Projektleiter beim CIHBw, hebt hervor, dass das Vorhaben „Laserdome“ gezielt nach innovativen Lösungen für reale operative Herausforderungen sucht und die Kooperation mit INLEAP Photonics eine praxisnahe Bewertung des Potenzials ermögliche.
Wachsender Bedarf an Drohnenabwehr
Der Einsatz von Drohnen in Konflikten hat die Nachfrage nach Gegenmaßnahmen deutlich beschleunigt. Der globale Markt für Counter-UAS-Systeme wird für 2026 auf rund 2,3 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll bis 2035 auf über 37 Milliarden US-Dollar anwachsen – eine jährliche Wachstumsrate von knapp 29 Prozent. Auch in Deutschland nimmt das Thema an Fahrt auf: Die Bundeswehr erprobt derzeit mehrere laserbasierte Systeme, darunter den sogenannten Laserwaffendemonstrator 24 auf der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD 91) in Meppen, der für die Zielverfolgung auf großen Distanzen ausgelegt ist.
Parallel arbeiten die Rüstungsunternehmen Rheinmetall und MBDA an einem gemeinsamen Hochenergie-Laserwaffensystem für die Deutsche Marine, das laut Unternehmensangaben ab 2029 einsatzfähig sein soll. Laserwaffen gelten als kosteneffiziente Alternative zu konventioneller Munition, da pro Einsatz lediglich Betriebskosten anfallen.
Rolle des Cyber Innovation Hub
Der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr ist die zentrale Innovationseinheit der deutschen Streitkräfte und fungiert als Schnittstelle zwischen Startup-Ökosystem und Militär. Seit seiner Gründung hat der CIHBw nach eigenen Angaben mehr als 160 Innovationsvorhaben umgesetzt, häufig auf Basis von Dual-use-Lösungen – also Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch nutzbar sind. Das Vorhaben „Laserdome“ reiht sich in den Fokusbereich Counter-UAS (c-UAS) ein, den der Hub derzeit als einen seiner Schwerpunkte ausweist.
Im Laufe der Projektphase ist eine Systemdemonstration geplant, bei der Vertreterinnen und Vertreter der Bundeswehr die Ergebnisse der Erprobung vor Ort begutachten können.
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