Beim Start der Wehrerfassung im Rahmen des Neuen Wehrdienstes verzeichnet das Bundesministerium der Verteidigung eine hohe Rücklaufquote: Mehr als 90 Prozent der angeschriebenen Männer haben den Pflichtfragebogen ausgefüllt.
Wehrerfassung läuft an
Seit Anfang 2026 gilt das Wehrdienstmodernisierungsgesetz, das die Grundlage für den Neuen Wehrdienst in Deutschland bildet. Kernstück ist eine verpflichtende Wehrerfassung: Alle 18-jährigen Männer mit deutscher Staatsbürgerschaft müssen einen Fragebogen ausfüllen, in dem Angaben zu Eignung, Motivation und Verfügbarkeit für den Militärdienst erhoben werden. Für Frauen ist die Teilnahme freiwillig, da das Grundgesetz eine Dienstpflicht nur für Männer vorsieht.
Das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) versendete mit Stand 29. April 2026 mehr als 206.000 Anschreiben an Personen aller Geschlechter. Die Anschreiben enthalten einen QR-Code, über den der digitale Fragebogen aufgerufen werden kann.

Hohe Beteiligung
Rund 86 Prozent der angeschriebenen Männer sandten den Fragebogen fristgerecht innerhalb von vier Wochen zurück. Jenen, die dies nicht taten, wurde ein Erinnerungsschreiben zugestellt. Daraufhin meldeten sich rund 73 Prozent der erinnerten Männer innerhalb der verlängerten Frist von zwei Wochen zurück. In der Gesamtbetrachtung haben damit mehr als 90 Prozent der angeschriebenen Männer den Fragebogen ausgefüllt. Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) wies ausdrücklich darauf hin, dass anderslautende Berichte in den Medien der vorangegangenen Tage nicht zutreffend seien.
Die Rücklaufquote bei Personen anderen Geschlechts – die zur Teilnahme nicht verpflichtet sind – lag bei rund drei Prozent.
Nächste Schritte: Musterung und Einstellung
Auf Basis der eingegangenen Fragebögen sind bereits erste Musterungen zur Feststellung der grundsätzlichen Eignung sowie weiterführende Assessments durchgeführt worden. Geeignete Bewerberinnen und Bewerber wurden für konkrete Verwendungen eingeplant und noch im laufenden Jahr eingestellt. Das BAPersBw wird in Folge alle Interessierten über mögliche Verwendungen, den weiteren Verfahrensablauf sowie Beratungs- und Assessmenttermine informieren.
Die verpflichtende Musterung für Männer des Geburtsjahrgangs 2008 soll schrittweise ausgeweitet werden; die vollständige Kapazität der regionalen Musterungszentren wird bis Juli 2027 aufgebaut.
Bußgeld bei Nichtbeantwortung geplant
Für Männer, die den Fragebogen nicht ausfüllen, stellt dies eine Ordnungswidrigkeit dar. Das BMVg plant ein Bußgeld von maximal 250 Euro; das entsprechende Verwaltungsverfahren wird derzeit ausgearbeitet.
Mit WhatsApp immer bestens informiert!
Abonniere unseren WhatsApp-Kanal, um Neuigkeiten direkt aufs Handy zu erhalten. Einfach unten auf den Button klicken und dem Kanal beitreten:
