NATO übernimmt zehnten A330 MRTT

NATO übernimmt zehnten A330 MRTT
A330 MRTT | Foto: Airbus

Die NATO-Beschaffungsagentur NSPA hat am 15. September im spanischen Getafe den zehnten Airbus A330 MRTT für die multinationale Tankerflotte MMF übernommen. Zwei weitere Maschinen sollen bis 2029 folgen.

Eigentumsübergang in Getafe

Die Multinational Multi Role Tanker Transport Fleet (MMF) hat ihr zehntes Flugzeug erhalten. Mit einer Zeremonie am 15. September im Werk von Airbus Defence and Space in Getafe ging das Eigentum an der Maschine vom Hersteller auf die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) über. Die Agentur mit Sitz in Luxemburg gab die Übernahme am 16. September bekannt.

Die Übergabeurkunde unterzeichneten Andreas Van Nispen, MMF-Programmmanager der NSPA, und Thomas Roensch, bei Airbus zuständig für das MRTT-Geschäft mit NATO-Staaten. Vertreter beider Seiten nahmen an der Veranstaltung teil.

Abnahme in mehreren Schritten

Vor der Unterzeichnung durchlief das Flugzeug nach Angaben der NSPA mehrere Prüfungen, die die Einsatzbereitschaft und die Einhaltung der NATO-Standards sicherstellen sollen. Dazu gehörten eine Lackierungskontrolle, eine Qualitätsprüfung und Funktionstests, darunter ein Abnahmeflug. Abschließend wurde geprüft, ob alle Unterlagen und Zertifikate vollständig vorlagen.

Nach der Zeremonie wurde die Maschine zum Stützpunkt der Multinational MRTT Unit (MMU) in Eindhoven überführt. Dort folgt eine Lufttüchtigkeitsprüfung. Sie ist Voraussetzung dafür, dass die niederländische Militärluftfahrtbehörde (MAA-NLD) das Lufttüchtigkeitszeugnis ausstellt und das Flugzeug in ihr Register einträgt.

Neun Nationen teilen sich die Flotte

Die Flotte ist Eigentum der NATO und wird von der NSPA verwaltet. Die teilnehmenden Staaten nutzen sie gemeinsam für Luftbetankung, strategischen Lufttransport und medizinische Evakuierung. Betrieben wird sie von der MMU, die in Eindhoven und Köln stationiert ist. Am Programm beteiligt sind Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Tschechien.

Die Initiative geht auf das Jahr 2014 zurück, als die Niederlande und Luxemburg sie mit Unterstützung der Europäischen Verteidigungsagentur EDA gründeten. Grundlage ist ein Pooling-and-Sharing-Konzept, das in einem Memorandum of Understanding festgehalten ist: Die Staaten legen die Flugzeuge zusammen, teilen die Kosten und profitieren von Skaleneffekten. Als jüngstes Mitglied erklärte Finnland beim NATO-Gipfel in Ankara seinen Beitritt.

Mit dem Beitritt Dänemarks wurden zwei weitere A330 MRTT bestellt, deren Auslieferung für 2028 und 2029 vorgesehen ist. Sobald die elfte und zwölfte Maschine eintreffen, soll zusätzlich eine vorgeschobene Basis im dänischen Karup eröffnet werden.

Voll einsatzbereit seit März 2026

Die MMU hatte am 26. März 2026 auf dem Fliegerhorst Eindhoven die volle Einsatzbereitschaft (Full Operating Capability, FOC) erklärt. Damit kann der Verband das gesamte Spektrum nationaler und NATO-Aufträge wahrnehmen, sowohl von den Heimatbasen aus als auch im Auslandseinsatz. Die anfängliche Einsatzbereitschaft war drei Jahre zuvor, im Jahr 2023, erreicht worden.

Die Flotte wurde zuletzt in mehreren Einsätzen genutzt. Zwischen dem 4. und 16. März unterstützte sie eine umfangreiche Evakuierung aus Ägypten. Ende Juli brachte sie nach einem schweren Erdbeben in Venezuela ein tschechisches Hilfsteam samt Material über Curaçao in das Katastrophengebiet. Im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine trägt sie zudem zum Schutz der NATO-Ostflanke bei.

Der A330 MRTT basiert auf einem zivilen Großraumflugzeug. Neben der Luftbetankung kann er bis zu 267 Soldatinnen und Soldaten oder 45 Tonnen Fracht befördern und als Sanitätsflugzeug eingesetzt werden.

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