Diehl übernimmt Entsorger EST Energetics

Der Rüstungskonzern Diehl Defence übernimmt die EST Energetics GmbH im sächsischen Rothenburg und baut damit sein Geschäft rund um die Entsorgung von Munition und Kampfmitteln aus. Verkäufer ist der bisherige Eigentümer General Atomics Europe.
Foto: Diehl Defence

Der Rüstungskonzern Diehl Defence übernimmt die EST Energetics GmbH im sächsischen Rothenburg und baut damit sein Geschäft rund um die Entsorgung von Munition und Kampfmitteln aus. Verkäufer ist der bisherige Eigentümer General Atomics Europe.

Übergang zum 1. Juli geplant

Diehl Defence hat nach eigenen Angaben am 18. Juni 2026 einen Vertrag über die Übernahme der EST Energetics unterzeichnet. Den laufenden Geschäftsbetrieb soll eine Tochtergesellschaft des Konzerns führen; der rechtliche Übergang ist für den 1. Juli 2026 vorgesehen. General Atomics Europe will den Übergang begleiten und künftig eng mit Diehl Defence zusammenarbeiten.

Für die rund 60 Beschäftigten am Standort habe die Übernahme keine Folgen, auch das Dienstleistungsangebot bleibe unverändert, teilte das Unternehmen mit. Diehl beabsichtigt, den Betrieb mit der bestehenden Belegschaft fortzuführen und den Bereich der Rüstungsgüterentsorgung auszubauen. Nach Darstellung des Konzerns erweitert der Zukauf das eigene Leistungsspektrum bei der Kampfmittelentsorgung und stärkt die Marktposition in Deutschland.

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Spezialist für Recycling und Demilitarisierung

Die EST Energetics besteht seit 1994 und gehört seit 2001 zur Unternehmensgruppe General Atomics Europe. Das Unternehmen mit Sitz in Rothenburg in der Oberlausitz ist ein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb und befasst sich mit dem Recycling von Lithium-Metall-Batterien, der Entsorgung von Airbags, der Verwertung von Feuerwerkskörpern sowie der Demilitarisierung von Munition und Explosivstoffen.

Kern des Betriebs ist eine thermische Verwertungsanlage; nach Unternehmensangaben verfügt sie über eine Kapazität zur Verwertung von rund 5.000 Tonnen pro Jahr. Zu den Kunden zählen laut EST Energetics das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), die NATO Support Agency (NSPA) sowie Munitionshersteller und Entsorgungsunternehmen aus mehreren europäischen Ländern. Nach einem Großbrand im Jahr 2022 nahm der Betrieb ein neues Recyclinggebäude in Betrieb.

Teil einer Reihe von Zukäufen

Die Übernahme reiht sich in eine Expansionsstrategie von Diehl Defence im Bereich Kampfmittel ein. Bereits im Oktober 2025 unterzeichnete der Konzern einen Vertrag zur Übernahme der Tauber-Unternehmensgruppe, eines Spezialisten für Kampfmittelräumung mit fast 700 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 100 Millionen Euro; dieser Schritt stand noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe. Beide Unternehmen kooperierten zuvor schon im gemeinsamen Joint Venture „TD Services“, unter dessen Dach der Standort Spreewerk Lübben entwickelt wird. Mit den Zukäufen verfolgt Diehl das Ziel, Leistungen rund um Munitions- und Kampfmittelentsorgung gebündelt anzubieten.

Zum Unternehmen Diehl Defence

Diehl Defence mit Hauptsitz in Überlingen am Bodensee ist ein Systemhaus für Luftverteidigungs- und Lenkflugkörpersysteme sowie Munition und beschäftigt nach eigenen Angaben rund 6.000 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von über 2,5 Milliarden Euro. Der Teilkonzern gehört zur Diehl Stiftung & Co. KG mit Stammsitz in Nürnberg, die weltweit rund 18.700 Beschäftigte zählt und einen Jahresumsatz von 4,7 Milliarden Euro erzielt.

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