Der schwedische Rüstungskonzern Saab rüstet vier Fregatten der neuen Klasse MEKO A-200 DEU aus. Auftraggeber ist der deutsche Werftverbund TKMS, der als Generalunternehmer für den Bau verantwortlich ist.
Saab hat mit dem Marineschiffbauunternehmen TKMS einen Vertrag über die Lieferung und Integration von Kampfsystemen, Verbundwerkstoff-Aufbauten und Sensoren für vier neue Fregatten der Deutschen Marine geschlossen. Der Auftragswert liegt bei rund 8,7 Milliarden schwedischen Kronen (etwa 800 Millionen Euro). Die Lieferungen an TKMS sollen zwischen 2029 und 2032 erfolgen. Der Vertrag enthält zudem eine Option für die Ausrüstung weiterer Fregatten.
Umfang des Auftrags
Geliefert werden nach Angaben von Saab Verbundwerkstoff-Aufbauten sowie das Kampfsystem der 9LV-Reihe, das ein Feuerleitsystem und ein Führungs- und Waffeneinsatzsystem umfasst. Hinzu kommen Sensoren, darunter das Langstrecken-Überwachungsradar Sea Giraffe 4A Fixed Face, das leichte Mehrzweck-Überwachungsradar Sea Giraffe 1X sowie passive Sensoren. Nach Herstellerangaben koordiniert das 9LV-Führungssystem die an Bord verbauten Sensoren und Waffen und führt deren Daten zu einem gemeinsamen Lagebild zusammen. Das Sea-Giraffe-4A-Radar arbeitet im S-Band und dient der gleichzeitigen Luft- und Seeraumüberwachung.

Saab-Chef Micael Johansson verwies auf die langjährige Zusammenarbeit mit Deutschland und der Bundeswehr. Die Lieferungen sollten die Fähigkeiten der Marine in der Luft-, U-Boot- und Überwasserabwehr stärken.
Einordnung: Ersatz für ein gescheitertes Programm
Der Auftrag steht im Zusammenhang mit einer Neuausrichtung der deutschen Fregattenbeschaffung. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte am 8. Juli 2026 die Beschaffung von vier Fregatten der MEKO-A-200-DEU-Klasse – auch als Klasse F128 bezeichnet – gebilligt und damit den Weg für die Vertragsunterzeichnung mit TKMS freigemacht. Der Auftragswert für die vier Schiffe liegt bei rund 6,3 Milliarden Euro, eine Option auf vier weitere Einheiten würde etwa 5,3 Milliarden Euro kosten. Über eine Ausübung der Option müsste der Haushaltsausschuss gesondert entscheiden.
Die MEKO A-200 DEU tritt an die Stelle des zuvor gestoppten Programms F126. Die Bundesregierung hatte das sechs Schiffe umfassende F126-Vorhaben am 24. Juni 2026 beendet, nachdem das Verteidigungsministerium die Fertigstellung unter einem neuen Generalunternehmer auf eine Größenordnung von rund 18 Milliarden Euro bei einer Auslieferung nicht vor 2032 geschätzt hatte. Ursprünglich als Übergangslösung zur Ergänzung der verzögerten F126 vorgesehen, wurde der Entwurf anschließend zu deren Ersatz.
Die MEKO A-200 DEU ist mit einer Verdrängung von rund 3.950 Tonnen deutlich kleiner als die etwa 10.000 Tonnen schwere F126 und basiert auf einem bereits bei mehreren Marinen eingeführten Entwurf. Deutschland entschied sich für dieses Modell wegen der geringeren Kosten, der schnelleren Verfügbarkeit und des reduzierten technischen Risikos bei gleichzeitigem Erhalt der U-Boot-Abwehrfähigkeit. Der Haushaltsausschuss knüpfte seine Zustimmung an Auflagen, unter anderem an regelmäßige Berichtspflichten, nachdem die Stückkosten gegenüber der ursprünglichen Planung um rund 70 Prozent gestiegen waren.
Zeitplan
Die erste Fregatte soll der Deutschen Marine nach Angaben von TKMS bereits 2029 übergeben werden. Die neuen Schiffe sind vorrangig für die U-Boot-Abwehr vorgesehen und sollen die veralteten Fregatten der Brandenburg-Klasse (F123) ablösen, deren jüngste Einheit aus den 1990er-Jahren stammt.
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