NATO-Marinemanöver BALTOPS 2026 in der Ostsee gestartet

Das jährliche Ostsee-Manöver BALTOPS hat begonnen – mit Auftakt im polnischen Gdynia. Mehr als 30 Einheiten aus 15 Nationen und rund 6.000 Soldatinnen und Soldaten nehmen teil; die Deutsche Marine übernimmt erneut eine Führungsrolle.
Foto: Bundeswehr/Rolf Klatt

Das jährliche Ostsee-Manöver BALTOPS hat begonnen – mit Auftakt im polnischen Gdynia. Mehr als 30 Einheiten aus 15 Nationen und rund 6.000 Soldatinnen und Soldaten nehmen teil; die Deutsche Marine übernimmt erneut eine Führungsrolle.

Ablauf und Teilnehmer

BALTOPS (Baltic Operations) ist das größte jährliche Marinemanöver in der Ostsee und wird von der US Navy geführt. Die multinationale Übung dauert rund zwei Wochen und findet 2026 zum 55. Mal statt. Nach Angaben des Presse- und Informationszentrums Marine beteiligen sich mehr als 30 Einheiten aus 15 Nationen mit etwa 6.000 Soldatinnen und Soldaten. Den diesjährigen Auftakt bildet der Hafen Gdynia in Polen; zum Abschluss laufen die Schiffe nach Kiel ein, wo das Manöver zu Beginn der Kieler Woche endet. Externen Angaben zufolge ist die Übung für den Zeitraum vom 4. bis 19. Juni angesetzt.

Die Deutsche Marine bringt die Fregatte „Sachsen-Anhalt“, die Korvetten „Braunschweig“ und „Erfurt“, das U-Boot „U 34“ sowie einen Seefernaufklärer vom Typ P-8A Poseidon ein. Mit dem Commander Task Force Baltic stellt sie zudem erneut eine Führungsfunktion innerhalb des Verbands.

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Ziele des Manövers

Nach Darstellung der Marine soll BALTOPS den freien Seeverkehr in der Ostsee sichern und zugleich die Abschreckungsfähigkeit des Bündnisses demonstrieren. Das Übungsszenario orientiert sich an den Anforderungen der Landes- und Bündnisverteidigung sowie an Aufgaben wie der Bekämpfung des internationalen Terrorismus im Seegebiet. Geübt werden ein breites Spektrum maritimer Fähigkeiten, darunter der Einsatz von Schiffen, Booten, Marinefliegern und unbemannten Systemen.

Konteradmiral Stephan Haisch verweist darauf, dass die beteiligten Einheiten die Präsenz der NATO im Seegebiet erhöhen und damit auch die laufende Aktivität Baltic Sentry unterstützen. Das gemeinsame Vorgehen der Bündnispartner solle zeigen, dass Abschreckung und Verteidigung im Verbund erreichbar seien – mit Bedeutung über die Ostsee hinaus, etwa für die Sicherung der Seeverbindungslinien zwischen Nordamerika und dem Baltikum.

Bezug zu Baltic Sentry

Die in der Mitteilung erwähnte Aktivität Baltic Sentry wurde im Januar 2025 ins Leben gerufen. Anlass waren mehrere Beschädigungen an Unterseekabeln und Leitungen in der Ostsee Ende 2024, darunter der Schaden an der Stromverbindung Estlink 2 zwischen Estland und Finnland. Baltic Sentry soll die maritime Lageaufklärung verbessern und kritische Unterwasserinfrastruktur wie Strom-, Daten- und Energieleitungen schützen. Dafür kommen unter anderem Fregatten, Seefernaufklärer und Marinedrohnen zum Einsatz; koordiniert wird die Aktivität durch das Allied Maritime Command (MARCOM).

Geschichte

Die BALTOPS-Reihe geht auf das Jahr 1971 zurück und entstand während des Kalten Krieges. Damals diente sie dazu, das Engagement der USA für die Sicherheit der Region zu unterstreichen und die multinationale Zusammenarbeit der Marinen zu stärken. Im Mai 1971 fuhr der Flugzeugträger USS „Intrepid“ gemeinsam mit drei Zerstörern in die Ostsee und näherte sich der sowjetischen Küste bis auf etwa 20 Seemeilen; die Einsatzgruppe wurde durchgehend von sowjetischen Aufklärungsflugzeugen beobachtet. Im Mittelpunkt stand seinerzeit der Schutz der dänischen Inseln und Meerengen.

Seit dem Ende des Kalten Krieges hat sich das Manöver gewandelt: Frühere Ostblock-Staaten wie Polen und die baltischen Länder traten der NATO bei, zeitweise nahm auch Russland teil. Die Planung und Durchführung liegt seit 2015 bei den Naval Striking and Support Forces NATO (STRIKFORNATO). Die Vorgängerausgabe BALTOPS 25 umfasste nach Angaben der NATO mehr als 40 Schiffe, rund 25 Luftfahrzeuge und etwa 9.000 Beteiligte aus 16 Nationen.

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