Japan entsendet Personal zu NATO-Kommando für die Ukraine-Unterstützung

Ein weiteres Land aus dem Indo-Pazifik beteiligt sich an der NATO-Koordinierung der Ukraine-Hilfe: Japan hat seinen Personalbeitrag zum Kommando NSATU in Wiesbaden finalisiert.
Ceremony on the occasion of the 30th anniversary of the Armed Forces of Ukraine. Photo: President of Ukraine, Creative Commons CC0 1.0 Public Domain

Japan hat am Freitag, dem 29. Mai 2026, die Entsendung von Personal an das in Deutschland angesiedelte Kommando der NATO Security Assistance and Training for Ukraine (NSATU) finalisiert. Das Kommando mit Sitz in Wiesbaden koordiniert die Lieferung von Ausrüstung sowie die Ausbildung für die ukrainischen Streitkräfte. Nach Darstellung der NATO unterstreicht der Beitrag die langjährige Partnerschaft zwischen Japan und dem Bündnis.

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Was ist NSATU?

NSATU wurde beim NATO-Gipfel im Juli 2024 in Washington beschlossen und nahm seine Tätigkeit im selben Monat auf. Das Kommando bündelt die zuvor von einzelnen Staaten organisierte Koordination militärischer Hilfe für die Ukraine unter einem gemeinsamen Dach. Damit wurden unter anderem die zuvor von den USA geführte Security Assistance Group-Ukraine sowie das vom Vereinigten Königreich geleitete internationale Koordinierungszentrum integriert.

Der Standort liegt auf dem Flugplatz Wiesbaden-Erbenheim, wo sich auch das Hauptquartier der US-Armee in Europa befindet. Das Kommando ist auf rund 700 Dienstposten ausgelegt und untersteht dem Obersten Alliierten Befehlshaber Europa (SACEUR). Geführt wird es vom US-amerikanischen Generalleutnant Curtis Buzzard. Beteiligt sind Angehörige aus NATO-Mitgliedstaaten sowie Partnerländern, darunter Australien, Neuseeland und die Ukraine. Deutschland stellt nach Angaben der Bundeswehr unter anderem den stellvertretenden Kommandeur.

Die Arbeit von NSATU gliedert sich in drei Schwerpunkte: die Koordinierung von Ausrüstungslieferungen, die Ausbildung ukrainischer Soldatinnen und Soldaten in Einrichtungen verbündeter Staaten sowie die längerfristige Entwicklung der ukrainischen Streitkräfte. Nach Darstellung der NATO operiert das Kommando ausschließlich auf dem Gebiet der Allianz und macht das Bündnis völkerrechtlich nicht zur Konfliktpartei. Es soll die Unterstützung auf eine planbarere und dauerhaftere Grundlage stellen. Im Rahmen der beim Washingtoner Gipfel vereinbarten Zusagen sicherten die Verbündeten Hilfen von mindestens 40 Milliarden Euro pro Jahr zu.

Hintergrund der Partnerschaft

Japan zählt neben Australien, Neuseeland und der Republik Korea zu den vier Partnern der NATO im Indo-Pazifik-Raum (IP4). Die Kontakte zwischen Japan und dem Bündnis reichen bis in die frühen 1990er-Jahre zurück; seit 2023 bildet ein individuell zugeschnittenes Partnerschaftsprogramm den Rahmen der Zusammenarbeit. Im Januar 2025 richtete Japan eine eigene diplomatische Vertretung bei der NATO ein.

Die Kooperation umfasst nach Angaben der NATO unter anderem Cyberabwehr, Technologie und Innovation, maritime Sicherheit sowie die Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie. Japan hat zudem seit 2023 nach eigenen Angaben rund 67 Millionen US-Dollar in einen NATO-Treuhandfonds eingezahlt, unter anderem zur Bereitstellung von Systemen zur Erkennung unbemannter Luftfahrzeuge für die Ukraine. Ein weiterer gemeinsamer Schwerpunkt liegt im medizinischen Bereich.

Verbindung zweier Sicherheitsräume

Der NATO zufolge verdeutlicht der Beitrag Japans die enge Verknüpfung zwischen der euro-atlantischen und der indo-pazifischen Sicherheit. Das Bündnis verweist in diesem Zusammenhang auf eine als zunehmend komplex beschriebene globale Sicherheitslage, darunter die militärische Annäherung zwischen Russland und Nordkorea sowie die strategische Partnerschaft zwischen China und Russland. Vertreter der vier indo-pazifischen Partner nahmen im Oktober 2024 erstmals an einem Treffen der NATO-Verteidigungsminister teil.

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