Letzter A400M an die Luftwaffe ausgeliefert

Letzter A400M an die Luftwaffe ausgeliefert
A400M / Foto: Bundeswehr/Rolf Klatt

Mehr als elf Jahre nach der Übergabe der ersten Maschine hat Airbus Defence and Space am 16. April 2026 den letzten der 53 für Deutschland bestimmten Militärtransporter A400M Atlas im andalusischen Sevilla an die Bundeswehr übergeben. Damit ist das größte Beschaffungsvorhaben der Luftwaffe im Bereich Lufttransport abgeschlossen – wenngleich mit jahrelanger Verspätung gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan.

Die letzte Maschine: „54+63″

Die finale A400M trägt das taktische Kennzeichen 54+63 und die Hersteller-Seriennummer MSN 147. Damit setzt die Luftwaffe ein bewusstes Zeichen: Die letzte Maschine erinnert mit ihrer Kennung an das einst in Hohn (Schleswig-Holstein) stationierte Lufttransportgeschwader 63, das Ende 2021 aufgelöst wurde. Bereits die 51. Maschine (54+61) und die 52. (54+62) trugen als Traditionskennzeichen die Nummern der aufgelösten Geschwader LTG 61 und LTG 63 – eine Hommage an die jahrzehntelange Geschichte der deutschen Lufttransportkräfte.

Die Maschine mit MSN 147 hatte ihren Jungfernflug bereits am 23. Juli 2025 in Sevilla absolviert und befand sich seither am Endmontagestandort in der abschließenden Erprobung.

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Stationiert in Wunstorf: Das LTG 62

Heimat sämtlicher deutscher A400M ist der Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen, wo das Lufttransportgeschwader 62 (LTG 62) stationiert ist. Dort sind seit der ersten Lieferung im Dezember 2014 alle Maschinen zusammengezogen worden. Das LTG 62 ist das einzige verbliebene Lufttransportgeschwader der Bundeswehr – die früheren Geschwader LTG 61 (Landsberg am Lech) und LTG 63 (Hohn) wurden 2017 respektive 2021 aufgelöst.

Mit der nun vollständigen Flotte von 53 A400M ist Deutschland der mit Abstand größte Einzelkunde des Typs weltweit.

Fähigkeiten des A400M

Der A400M Atlas ist ein viermotoriger taktischer und strategischer Militärtransporter, der von vier Turboprop-Triebwerken des Typs TP400-D6 angetrieben wird. Er schließt die Lücke zwischen leichten taktischen Transportern und schweren strategischen Liftern und kann sowohl auf befestigten Rollbahnen als auch auf unbefestigten Pisten operieren.

Zu den Hauptfähigkeiten der deutschen A400M-Flotte gehören:

  • Lufttransport
  • Luftbetankung
  • MedEvac

Ein Programm mit schwierigem Start

Der A400M ist ein multinationales Gemeinschaftsprojekt an dem Belgien/Luxemburg, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und die Türkei beteiligt sind. Deutschland bestellte 53 Stück über die europäische Beschaffungsbehörde OCCAR.

Der Werdegang des Programms war von massiven Problemen geprägt:

  • Ursprünglich sollte die Auslieferung aller deutschen Maschinen bis 2019 abgeschlossen sein – dieser Termin verfehlte das Programm um rund sieben Jahre.
  • Am 9. Mai 2015 verunglückte eine A400M kurz nach dem Start in Sevilla, wobei vier Menschen ums Leben kamen – es war der erste Totalverlust des Typs.
  • 2019 einigte sich Deutschland mit Airbus auf eine erneute Streckung der Lieferungen bis 2026, verbunden mit zusätzlichen Kosten von mehreren hundert Millionen Euro.
  • Ursprünglich für 2020 geplante Auslieferungen wurden damit um sechs weitere Jahre verschoben.

Der erste deutsche A400M (Kennung 54+01, Seriennummer MSN18) wurde am 18. Dezember 2014 in Sevilla an die Luftwaffe übergeben und landete einen Tag später in Wunstorf.

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