Das Münchner Defence-Tech-Unternehmen ARX Robotics will bis Ende 2026 seine Mitarbeiterzahl verdoppeln und seine Fertigungskapazitäten in Deutschland verfünffachen. Begleitet wird die Expansion von einer neuen Markenidentität und einer europaweiten Recruiting-Kampagne.
ARX Robotics hat am 1. Juni 2026 die nächste Phase seiner Wachstumspläne bekannt gegeben. Das 2022 gegründete Unternehmen, das auf unbemannte Bodenfahrzeuge (Unmanned Ground Vehicles, UGVs) und softwaredefinierte Verteidigungsinfrastruktur spezialisiert ist, baut seine industrielle und operative Präsenz in Europa weiter aus. Nach eigenen Angaben reagiert das Unternehmen damit auf die veränderte sicherheitspolitische Lage und die gestiegene Nachfrage nach autonomen, schnell einsatzfähigen Verteidigungssystemen.

Neuer Hauptsitz mit Produktion in München
Im Zentrum der Pläne steht ein neuer Hauptsitz mit angeschlossener Produktionsstätte in der Region München. Mit dessen Inbetriebnahme will ARX Robotics seine Fertigungskapazitäten in Deutschland bis Jahresende verfünffachen. Bereits im Februar 2026 hatte das Unternehmen in der Region München eine Anlage eröffnet, die nach eigenen Angaben die derzeit größte ihrer Art für militärische Robotiksysteme in Europa ist. Nach Unternehmensangaben konnte ARX Robotics seine Produktionsrate in den vorangegangenen sechs Monaten verdreißigfachen.
Ergänzend eröffnet das Unternehmen im Juni 2026 eine Repräsentanz in Berlin, um den Austausch mit Akteuren aus Verteidigung und Industrie zu intensivieren. Neben den deutschen Standorten betreibt ARX Robotics Niederlassungen in der Ukraine und im Vereinigten Königreich.
Verdopplung der Belegschaft geplant
Die Gesamtzahl der Beschäftigten soll bis Ende 2026 verdoppelt werden. Zur Gewinnung von Fachkräften aus ganz Europa startet das Unternehmen eine Marken- und Recruiting-Kampagne über digitale, Print- und Out-of-Home-Kanäle. Parallel stellte ARX Robotics eine neue Markenidentität vor, die nach Unternehmensdarstellung die gewachsene Rolle im europäischen Verteidigungssektor widerspiegeln soll.
CEO und Mitgründer Marc Wietfeld erklärte, das Unternehmen habe sich von einem Start-up zu einem Defence-Tech-Anbieter entwickelt, der verbündete Streitkräfte mit einsatzerprobten Systemen unterstütze. Man trete nun in eine neue Entwicklungsphase ein, ohne den Kernauftrag aus den Augen zu verlieren.
Aufträge und Partnerschaften
In den vergangenen Monaten hat ARX Robotics mehrere Aufträge und Kooperationen verzeichnet. Dazu zählen Bestellungen für unbemannte Bodensysteme in der Ukraine sowie Beschaffungsprogramme im Vereinigten Königreich und in Deutschland. Im Mai 2026 teilte das Unternehmen einen Großauftrag mit, der mehrere Hundert zusätzliche GEREON-Systeme für die ukrainischen Streitkräfte umfasst. Damit verfünffacht ARX Robotics die bislang eingesetzte Flotte und positioniert sich als einer der wichtigsten westlichen Anbieter autonomer Landsysteme im Kriegsgebiet. Die GEREON-Fahrzeuge werden den Angaben zufolge unter anderem für Nachschubtransporte, Verwundetenevakuierungen und Unterstützungsmissionen eingesetzt.
Das Kernprodukt des Unternehmens ist die modulare GEREON-Familie. Hinzu kommt das KI-gestützte Betriebssystem Mithra OS, das autonome und bestehende Plattformen integriert. Nach eigenen Angaben beliefert ARX Robotics sechs europäische Streitkräfte; in der Ukraine ist die größte westlich entwickelte UGV-Flotte im Einsatz. Im März 2026 sammelte das Unternehmen in einer Series-A-Runde 31 Millionen Euro ein, unter anderem mit Beteiligung des NATO Innovation Fund.
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