Rheinmetall liefert weitere 155-mm-Artilleriemunition an die Ukraine

Ein NATO-Staat hat Rheinmetall mit der Lieferung von Artilleriemunition an die Ukraine beauftragt. Der Auftragswert liegt im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, die Auslieferung soll bis April 2027 abgeschlossen sein.
Foto: Rheinmetall AG

Ein NATO-Staat hat Rheinmetall mit der Lieferung von Artilleriemunition an die Ukraine beauftragt. Der Auftragswert liegt im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, die Auslieferung soll bis April 2027 abgeschlossen sein.

Auftrag im zweiten Quartal 2026 eingebucht

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat einen weiteren Auftrag zur Lieferung von 155-mm-Artilleriemunition an die Ukraine erhalten. Auftraggeber ist nach Unternehmensangaben ein nicht näher benannter NATO-Staat. Geliefert werden mehrere tausend Artilleriegeschosse samt Treibladungen. Der Auftragswert wurde im zweiten Quartal 2026 verbucht und bewegt sich im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Die Produktion hat bereits begonnen. Der Auftrag soll noch vor April 2027 abgeschlossen sein.

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Geschosse aus Spanien, Treibladungen von der Nitrochemie

Bei den Geschossen handelt es sich um den Typ ER02A1 B/B, der bei der spanischen Tochtergesellschaft Rheinmetall Expal Munitions gefertigt wird. Die modularen Treibladungen des Typs DM72 stammen von der Nitrochemie. Beide Komponenten sind bereits bei mehreren NATO-Staaten im Einsatz und lassen sich aus unterschiedlichen 155-mm-Waffensystemen verschießen.

155-mm-Munition zählt zu den in aktuellen Konflikten am häufigsten genutzten Munitionsarten. Der monatliche Bedarf der ukrainischen Streitkräfte an Artilleriemunition dieses Kalibers wird auf eine Größenordnung von rund 200.000 Schuss geschätzt – ein Wert, der die europäischen Produktionskapazitäten seit Beginn des russischen Angriffskriegs erheblich unter Druck gesetzt hat.

Ausbau der Produktionskapazitäten

Rheinmetall baut seine Fertigung für großkalibrige Munition seit 2022 aus. Nach Unternehmensangaben soll die konzernweite Produktion von 155-mm-Geschossen von rund 70.000 Stück im Jahr 2022 auf etwa 1,1 Millionen im Jahr 2027 und rund 1,5 Millionen Stück jährlich bis 2030 steigen.

Der Kapazitätsaufbau stützt sich auf mehrere neue Standorte. Im niedersächsischen Unterlüß eröffnete das Unternehmen im August 2025 ein Werk für Artilleriemunition, das nach eigenen Angaben zu den größten seiner Art in Europa zählt und mittelfristig eine Jahresproduktion von 350.000 Geschossen erreichen soll. Weitere Fertigungsstätten sind unter anderem in Bulgarien, Litauen und Rumänien geplant oder im Aufbau. Die Europäische Union fördert den Ausbau der 155-mm-Produktion zusätzlich über das Programm ASAP (Act in Support of Ammunition Production).

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