Dänemark, Finnland, Deutschland und Norwegen haben die Beschaffung von bis zu fünf Aufklärungsdrohnen des Typs MQ-4C Triton angekündigt. Die Drohnen soll die NATO Alliance Ground Surveillance (AGS) Force verstärken.
Die vier Bündnisstaaten gaben die Entscheidung am Dienstag (7. Juli) auf dem Defence Industry Forum im Rahmen des NATO-Gipfels in Ankara bekannt. Die von Northrop Grumman gebauten Flugzeuge sollen die NATO Alliance Ground Surveillance (AGS) Force ergänzen, die vom Luftwaffenstützpunkt Sigonella auf Sizilien aus operiert.
Ergänzung zur bestehenden AGS-Flotte
Die neuen Triton-Drohnen sollen die bestehende Flotte des Programms Alliance Ground Surveillance (AGS) ergänzen. Diese besteht derzeit aus fünf unbemannten Flugzeugen des Typs RQ-4D Phoenix, die seit 2020 vollständig in Sigonella stationiert sind und dort im Auftrag des Bündnisses Aufklärungsflüge durchführen. Der zugehörige Verband wurde im September 2023 in NATO Intelligence, Surveillance and Reconnaissance Force (NISRF) umbenannt.
Während die RQ-4D Phoenix vor allem für die Bodenüberwachung ausgelegt ist, wurde die MQ-4C Triton speziell für die Seeraumüberwachung entwickelt. Das Flugzeug kann nach Angaben der NATO Flüge von mehr als 24 Stunden Dauer in Höhen von über 15 Kilometern durchführen. Laut Hersteller Northrop Grumman verfügt die Triton über eine Reichweite von rund 7.400 Seemeilen (etwa 13.700 Kilometer); die Spannweite beträgt knapp 40 Meter. Die US-Marine und die australischen Luftstreitkräfte setzen den Typ bereits ein.
Fokus auf Seewege, Arktis und Hohen Norden
Mit ihren Langstreckensensoren sollen die Triton-Drohnen die Fähigkeit der Verbündeten verbessern, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und maritime Verbindungslinien zu schützen. Die NATO nennt dabei ausdrücklich Einsätze in anspruchsvollen Regionen wie der Arktis und dem Hohen Norden. Die Beteiligung von Dänemark, Finnland, Deutschland und Norwegen – vier Staaten mit direktem Zugang zu Nord- und Ostsee beziehungsweise zur Arktisregion – unterstreicht diese Ausrichtung.
Die Überwachung der Arktis hat für das Bündnis in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Mit dem Beitritt Finnlands und Schwedens sind sieben der acht Arktis-Anrainerstaaten NATO-Mitglieder; zugleich nimmt die militärische und wirtschaftliche Aktivität in der Region zu.
Transatlantisches Industriekonsortium geplant
Für die Umsetzung des Vorhabens wird ein transatlantisches Industriekonsortium gebildet. Northrop Grumman soll die Flugzeuge fertigen, während Airbus Defence and Space und weitere europäische Unternehmen das Bodensegment, Datenmanagementdienste, Führungs- und Kontrollsysteme, Infrastruktur sowie die Missionsunterstützung bereitstellen sollen. Die NATO verweist darauf, dass das Vorhaben auf der industriellen Zusammenarbeit aufbaut, die in den vergangenen zehn Jahren im Rahmen des AGS-Programms zwischen amerikanischen und europäischen Partnern entstanden ist.
Angaben zum finanziellen Umfang der Beschaffung und zum Zeitplan für die Auslieferung der Flugzeuge machte die NATO zunächst nicht.
