Der schwedische Rüstungskonzern Saab liefert der Beschaffungsbehörde FMV Sensoren und Führungssysteme für die Luftverteidigung der Heeresbrigaden. Der Auftrag hat einen Wert von rund 1,2 Milliarden schwedischen Kronen.
Saab hat von der schwedischen Beschaffungsbehörde Försvarets Materielverk (FMV) einen Auftrag für ein bodengebundenes Luftverteidigungssystem (Ground-Based Air Defence, GBAD) erhalten. Geliefert werden Sensor- und Führungssysteme für die Brigaden des schwedischen Heeres. Der Auftragswert liegt nach Unternehmensangaben bei etwa 1,2 Milliarden schwedischen Kronen (rund 110 Millionen Euro). Die Lieferungen sind für die Jahre 2029 und 2030 vorgesehen.

Ausbau bestehender Fähigkeiten
Die bestellten Komponenten knüpfen an frühere Lieferungen an die FMV an und sollen die bodengebundene Luftverteidigung Schwedens weiter stärken. Laut Saab soll der Auftrag die Fähigkeit der Streitkräfte verbessern, fortgeschrittene Bedrohungen aus der Luft zu erkennen und abzuwehren.
Kern der Lieferung sind das Überwachungsradar Giraffe AMB sowie das zugehörige Führungssystem für die Luftverteidigung (LSS Lv). Das Giraffe AMB ist für den Einsatz im Nah- und Mittelbereich konzipiert und kombiniert ein Rundumradar mit integrierten Führungsfunktionen. Nach Herstellerangaben erfasst das System ein breites Spektrum an Luftzielen – von Kampfflugzeugen und Marschflugkörpern über Hubschrauber bis hin zu kleinen, langsam und niedrig fliegenden Drohnen – und kann zugleich anfliegende Raketen, Artillerie- und Mörsergeschosse orten.
Carl-Johan Bergholm, Leiter des Saab-Geschäftsbereichs Surveillance, betonte, der Auftrag stärke die Luftverteidigungsfähigkeit der schwedischen Brigaden und sei eine Anerkennung der Giraffe-AMB- und Führungstechnologie des Unternehmens.
Teil einer Reihe von Beschaffungen
Der aktuelle Auftrag reiht sich in mehrere Bestellungen der vergangenen Monate ein. Im November 2025 hatte die FMV bei Saab ein Paket im Wert von rund 2,1 Milliarden Kronen geordert, das unter anderem das Radar Giraffe 1X, das Führungssystem LSS Lv sowie die Integration von Waffensystemen umfasste; die Auslieferung ist für 2027 und 2028 geplant. Im Juni 2025 hatte die Behörde bereits Giraffe-4A-Radarsysteme für etwa 1,4 Milliarden Kronen bestellt. Das Giraffe 4A soll dabei das veraltete Aufklärungsradar PS-871 im neuen Sensorprogramm der Streitkräfte ersetzen.
Hintergrund: steigende Verteidigungsausgaben
Die Regierung in Stockholm strebt an, den Verteidigungsetat bis 2030 von 2,4 auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts anzuheben. Im Herbst 2025 kündigte die Regierung eine zusätzliche Aufstockung um 26,6 Milliarden Kronen für das Jahr 2026 an – nach Angaben des Verteidigungsministeriums ein Plus von rund 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr und die größte Steigerung seit dem Kalten Krieg. Hintergrund ist die veränderte Sicherheitslage in Europa infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.
Saab mit Sitz im südschwedischen Linköping beschäftigt nach eigenen Angaben rund 28.000 Mitarbeitende und entwickelt Systeme in den Bereichen Luftfahrt, Waffen, Führung, Sensorik und Unterwassertechnik. Das Unternehmen ist nach eigener Darstellung in mehreren Ländern an der nationalen Verteidigungsfähigkeit beteiligt.
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