INLEAP Photonics montiert Laser-Effektor auf UGV-Plattform

Das Hannoveraner Unternehmen INLEAP Photonics hat ein neues System zur laserbasierten Drohnenabwehr vorgestellt, das die Lasertechnologie erstmals mit einer ferngesteuerten Bodenplattform kombiniert. Ziel ist eine mobile Abwehrlösung für wechselnde Einsatzlagen.
Foto: INLEAP Photonics

Das Hannoveraner Unternehmen INLEAP Photonics hat ein neues System zur laserbasierten Drohnenabwehr vorgestellt, das die Lasertechnologie erstmals mit einer ferngesteuerten Bodenplattform kombiniert. Ziel ist eine mobile Abwehrlösung für wechselnde Einsatzlagen.

Mobiles System für veränderliche Bedrohungslagen

INLEAP Photonics entwickelt nach eigenen Angaben ein neues Produkt, das den vorhandenen Lasereffektor des Systems INLEAP FASTLIGHT SHIELD auf eine unbemannte, geländegängige Bodenplattform (Unmanned Ground Vehicle, UGV) überträgt. Damit will das Unternehmen zusätzliche Einsatzmöglichkeiten für mobile sogenannte C-UAS-Szenarien schaffen – also für die Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge (Counter-Unmanned Aircraft Systems).

Die Bodenplattform stammt vom Unternehmen Hentschel System, die Software zur Drohnenabwehr von dem Defenseunternehmen STARK. Nach Darstellung von INLEAP soll das System Drohnen der NATO-UAS-Klassen I und II – kleinere unbemannte Flugobjekte – ohne Munition und ohne Kollateralschäden in weniger als einer Sekunde unschädlich machen.

Als Begründung für die Entwicklung verweist das Unternehmen auf veränderte Anforderungen: Kleine, günstige Drohnen würden zunehmend nicht nur gegen feste Ziele, sondern auch gegen bewegliche Einheiten, temporäre Lager und kritische Infrastruktur eingesetzt. Der Bedarf an schnell verlegbaren und auch in schwierigem Gelände einsatzfähigen Systemen steige entsprechend.

Jetzt Steady-Mitglied werden!

Vorstellung bei der Bundeswehr

Erstmals präsentiert wurde die Lösung am 12. Mai 2026 bei einer Technologieschau des Innovationszentrums der Bundeswehr auf dem Fliegerhorst Erding. Anlass war eine Produktsichtung für C-UAS-Systeme der NATO-Klassen I und II. Anwesend waren laut Mitteilung unter anderem Generalleutnant Christian Freuding, Inspekteur des Heeres, sowie Flottillenadmiral Christian Bock, Leiter des Drohneninnovationszentrums der Bundeswehr. CEO Marius Lammers und CTO Felix Wellmann stellten das System vor.

INLEAP-Chef Lammers betont nach eigener Darstellung, dass der Ansatz Mobilität, Interoperabilität und Wirksamkeit verbinde und Streitkräften eine skalierbare, schnell verfügbare Drohnenabwehr ermöglichen solle.

Nach Angaben des Unternehmens richte sich das Produkt an die Fähigkeit, die das Innovationszentrum der Bundeswehr bei der Sichtung gezielt gesucht habe. Eine Erprobung in einem Landes- und Bündnisverteidigungsszenario sei für das dritte Quartal 2026 vorgesehen, eine Lieferung ab 2027.

Hintergrund

INLEAP Photonics ist ein Spin-off des Laser Zentrums Hannover und wurde unter anderem von Marius Lammers, Felix Wellmann und Katharina Haas gegründet. Ursprünglich war das Unternehmen auf industrielle Laseranwendungen wie die additive Fertigung und die Batteriezellenproduktion ausgerichtet. Technologische Basis ist die industrielle Hochpräzisionslösung Inleap Fastlight, mit der sich Laserstrahlen bis zu 2.500-mal schneller lenken lassen sollen als bei herkömmlichen Systemen. Erst später verlagerte das Unternehmen seinen Fokus auf die Drohnenabwehr.

Das Grundsystem FASTLIGHT SHIELD soll heranfliegende Drohnen mit einem präzise gesteuerten Lichtpunkt treffen und deren tragende Strukturen oder Steuerelemente zerstören. Das System schafft es nach Unternehmensangaben, in einem Umkreis von drei Kilometern 300 Drohnen innerhalb einer Minute abzuwehren. Das Verfahren gilt als augensicher und kommt ohne Munition aus.

Das System ist bereits im Erprobungsumfeld der Bundeswehr präsent: Im Innovationsvorhaben „Laserdome“ erproben INLEAP Photonics und der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr die laserbasierte Drohnenabwehrlösung unter realen Bedingungen auf Übungsplätzen. Die im April begonnene Versuchsreihe ist auf sechs Monate angelegt und soll mit einer Systemdemonstration abschließen. Anfang 2026 hatte das Unternehmen zudem eine Pre-Seed-Finanzierung unter Führung des High-Tech Gründerfonds bekanntgegeben, deren Höhe nicht genannt wurde.

Mit WhatsApp immer bestens informiert!

Abonniere unseren WhatsApp-Kanal, um Neuigkeiten direkt aufs Handy zu erhalten. Einfach unten auf den Button klicken und dem Kanal beitreten:

Total
0
Shares
Related Posts
Total
0
Share