Das Berliner Defense-Tech-Unternehmen Ground A hat eine Frühphasenfinanzierung unter Führung von Vsquared Ventures abgeschlossen. Das laserbasierte Drohnenabwehrsystem GA 1000 hat die Prototypenphase verlassen und befindet sich in Test und Validierung.
Ground A, ein im Januar 2026 gegründetes Unternehmen mit Standorten in Berlin und Düsseldorf, hat eine Pre-Seed-Runde über 9,1 Millionen Euro abgeschlossen. Der Abschluss erfolgte bereits im Juni, öffentlich gemacht wurde er am 8. September. Das Unternehmen entwickelt software- und laserbasierte Systeme zur Drohnen- und Luftabwehr. Mit dem Kapital sollen die Industrialisierung des Erstprodukts GA 1000 und der Aufbau einer modularen Serienfertigung in Deutschland finanziert werden.
Nach eigenen Angaben hat Ground A die Prototypenphase des Systems wenige Monate nach der Gründung abgeschlossen. Die GA 1000 steht damit vor der Markteinführung. Bis zum Übergang in die Test- und Validierungsphase hatte das Unternehmen auf öffentliche Kommunikation weitgehend verzichtet.
Investorenkreis aus Wagniskapital und Industrie
Lead-Investor ist Vsquared Ventures. Beteiligt sind zudem der Aufklärungsdrohnenhersteller Quantum Systems sowie die Kapitalgeber GRIF, Robin Capital, ABACON, Leblon Capital und OVNI Capital. Hinzu kommen mehrere Einzelinvestoren aus der europäischen Verteidigungs- und Softwarebranche, darunter die Quantum-Systems-Gründer Florian Seibel und Sven Kruck, Andreas Nauerz, Marlon Braumann, J14 Capital sowie der Arx-Robotics-Geschäftsführer Stefan Roebel.
Geschäftsführer Tobias Brune verweist auf das Entwicklungstempo als Grund für die Beteiligung dieses Kreises und betont, Europa benötige Abwehrlösungen, die sich schnell industrialisieren und in großen Stückzahlen bereitstellen ließen. Die GA 1000 sei der Anfang einer breiteren Produktplattform. Benedikt von Schoeler, General Partner bei Vsquared, ordnet kosteneffiziente Drohnenabwehr als Schlüsseltechnologie ein und hebt Mobilität und kurze Verlegezeiten als entscheidende Anforderungen hervor. Nach Angaben Brunes war die Finanzierungsrunde sechsfach überzeichnet; das Unternehmen beschäftigt derzeit 25 Mitarbeiter und will bis Jahresende auf rund 50 wachsen.
Technischer Aufbau des Systems
Die GA 1000 kombiniert Radar und weitere Sensoren mit Computer Vision, einer eigenen KI-Komponente und einem Hochenergielaser als Effektor. Erkennung, Klassifizierung und Verfolgung kleiner, agiler Drohnen laufen automatisiert ab, die Entscheidung über den Wirkmitteleinsatz bleibt beim Bediener. Das System hat den Grundriss einer Europalette; das Gewicht liegt nach Herstellerangaben unter 200 Kilogramm.
Die Architektur ist nach Unternehmensangaben hersteller- und systemagnostisch ausgelegt und für die Einbindung in bestehende Luftverteidigungs-, Führungs- und Leitsysteme sowie in land-, see- und luftgestützte Plattformen vorgesehen. Eine weitere Finanzierungsrunde ist für 2027 geplant, um die Produktionskapazität auszuweiten.
Einordnung: wachsender Markt, staatliche Programme parallel
Der Bedarf an Abwehrsystemen gegen kleine unbemannte Luftfahrzeuge ist in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Bundesregierung verweist auf eine Zunahme illegaler Drohnenflüge über kritischer Infrastruktur seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Seit Dezember 2025 verfügt die Bundespolizei über eine eigene Drohnenabwehreinheit, die mit zunächst 130 Beschäftigten an mehreren Standorten arbeitet; der Bund stellt dafür 100 Millionen Euro bereit. Am 17. Dezember 2025 nahm zudem das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum von Bund und Ländern die Arbeit auf, das ein nationales Lagebild erstellen soll.
Parallel treibt die Bundeswehr eigene Laserprogramme voran. Das Beschaffungsamt BAAINBw beauftragte am 9. Juli 2026 die Arbeitsgemeinschaft HEL aus MBDA Deutschland und Rheinmetall Waffe Munition mit der Entwicklung eines Hochenergie-Laserwaffensystems für die Deutsche Marine; die Einsatzfähigkeit ist für 2029 vorgesehen. An der Laserteststrecke der Wehrtechnischen Dienststelle 91 in Meppen werden daneben mehrere Demonstratoren erprobt, darunter das Systeme MILOS und der auf Zielverfolgung über große Distanzen optimierte Laserwaffendemonstrator 24. Ground A positioniert sich mit einem deutlich kompakteren, mobilen System unterhalb dieser Klasse.
Angaben zu Bewertung, Auftragsbestand oder Leistungsdaten der GA 1000 unter Feldbedingungen hat das Unternehmen nicht veröffentlicht.
