Frankreich bestellt vier Capa-X-Drohnensysteme für Marine und Heer

Frankreich bestellt vier Capa-X-Drohnensysteme für Marine und Heer
U050 Capa-X | Foto: Airbus

Die französische Direktion für Luftfahrzeug-Instandhaltung (DMAé) hat bei Airbus Helicopters vier Systeme der taktischen Drohne U050 Capa-X bestellt. Die Auslieferung an Marine nationale und Armée de Terre ist für 2027 vorgesehen.

Folgeauftrag nach Erprobung

Die Direction de la maintenance aéronautique (DMAé) hat eine weitere Bestellung für das unbemannte Luftfahrzeugsystem U050 Capa-X bei Airbus Helicopters platziert. Das teilte der Hersteller am 10. September 2026 in Marignane mit. Der Auftrag umfasst vier Systeme mit jeweils zwei Luftfahrzeugen. Je zwei davon sind laut Airbus für die französische Marine und für das Heer bestimmt. Die Bestellung erfolgt im Rahmen des Evaluierungsprogramms für ein leichtes taktisches Drohnensystem (Système de drone tactique léger, SDTL). Angaben zum Auftragswert machte das Unternehmen nicht.

Vorausgegangen war die Bewertung eines ersten Capa-X-Systems, das die DMAé nach Herstellerangaben Ende 2025 erworben hatte. Die DMAé ist eine teilstreitkräfteübergreifende Dienststelle, die dem Generalstabschef der Streitkräfte untersteht. Sie ist für Leistungsfähigkeit und Nutzungsbetreuung von Luftfahrzeugen und luftfahrttechnischem Gerät zuständig.

Victor Gerin-Roze, Leiter des Bereichs unbemannte Luftfahrtsysteme bei Airbus Helicopters, sieht das Programm mit dem Auftrag in die operative Phase eintreten. Die aktuelle Version sei darauf ausgelegt, konstruktiv und im Missionsspektrum weiterentwickelt zu werden. Die modulare Bauweise ermögliche es, Fähigkeiten schrittweise zu erweitern.

Erprobung an Land und auf See

Nach Angaben von Airbus durchlief die Capa-X im Jahr 2025 und Anfang 2026 eine Erprobungskampagne mit verschiedenen französischen Einheiten an Land und auf See. Dabei habe das System die Anforderungen des SDTL-Programms erfüllt. Der Hersteller verweist auf einen geringen logistischen Aufwand – die vollständige Ausstattung passe auf zwei Pick-up-Fahrzeuge – sowie auf eine in der Erprobung nachgewiesene Flugdauer von sieben Stunden, den gleichzeitigen Betrieb zweier Nutzlasten und eine Einsatzreichweite von 100 Kilometern.

Technische Eckdaten

Airbus beziffert die Masse der Capa-X auf 120 Kilogramm. Über eine direkte Datenverbindung kann die Drohne bis zu 100 Kilometer von der Bodenstation entfernt eingesetzt werden. Der Hersteller gibt eine maximale Flugdauer von bis zu zehn Stunden und eine Nutzlast von bis zu 20 Kilogramm an. Mehrere Nutzlasten können gleichzeitig mitgeführt werden.

In der Erstkonfiguration trägt die Drohne einen optronischen Sensor für die bildgestützte Aufklärung (IMINT) und verfügt zudem über eine Fähigkeit zur Signalaufklärung (SIGINT). Das französische Verteidigungsministerium beschreibt das System auf seiner Ausstellerseite zur Eurosatory 2026 mit austauschbaren Tragflächen und einem Kit für senkrechten Start und Landung (VTOL). Als integrierte Nutzlasten nennt es elektrooptische und Infrarot-Sensorik sowie elektronische Aufklärung in den Bereichen VHF, UHF und Mobilfunk (3GPP). Demnach wird das System von zwei Bedienern eingesetzt und nutzt eine verschlüsselte Sichtlinien-Datenverbindung.

Entwickelt wurde die Capa-X von Survey Copter mit Sitz im südfranzösischen Pierrelatte. Im Oktober 2025 hatte Airbus die kleinen und mittleren taktischen Drohnen von Survey Copter in einem gemeinsamen Portfolio unter dem Dach von Airbus Helicopters gebündelt.

Einordnung: Das SDTL-Vorhaben

Die Capa-X ist nicht der einzige Kandidat im SDTL-Vorhaben. Nach Berichten des Fachportals Forces Operations Blog (FOB) bestellte die DMAé im Zuge der Vorbereitung vier Systeme bei den Unternehmen Atechsys, Delair, EOS Technologie und Survey Copter zu Erprobungszwecken. Über eine fünfte Lösung wurde demnach mit Safran Electronics & Defense verhandelt. Die Evaluierungsaufträge zielten laut FOB auf eine erste experimentelle Fähigkeit mit Drohnen, die gleichzeitig Nutzlasten für bildgestützte und elektronische Aufklärung tragen.

Heeresgeneralstabschef General Pierre Schill nannte laut FOB die Zahl von 30 SDTL, die mit zusätzlichen Haushaltsmitteln für 2026 beschafft werden könnten. Ob sich diese Zahl auf einzelne Luftfahrzeuge oder vollständige Systeme bezieht, ist offen. Parallel dazu hat die Rüstungsbehörde DGA im Februar 2026 ein Verfahren für ein leichtes Aufklärungsdrohnensystem zur taktischen Unterstützung (SDLRAT) eingeleitet. In welchem Verhältnis dieses Vorhaben zum SDTL steht, geht aus den verfügbaren Informationen nicht eindeutig hervor.

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