Elefant 2: Bundeswehr bestellt 56 weitere Schwerlasttransporter

Elefant 2: Bundeswehr bestellt 56 weitere Schwerlasttransporter
Schwerlasttransporter Elefant 2 | Foto: Rheinmetall AG

Die Bundeswehr weitet ihre Flotte schwerer Sattelzugmaschinen aus: Rheinmetall MAN Military Vehicles liefert bis 2027 weitere 56 Fahrzeuge des Typs Elefant 2. Der Auftragswert liegt bei rund 60,5 Millionen Euro brutto.

Rahmenvertrag zum zweiten Mal ausgeschöpft

Wie Rheinmetall am 27. Juli 2026 mitteilte, hat die Bundeswehr bei dem Düsseldorfer Konzern weitere schwere Sattelzugmaschinen (SaZgM) beschafft. Die Auslieferung der 56 Fahrzeuge soll in den Jahren 2026 und 2027 durch das Gemeinschaftsunternehmen Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV) erfolgen. Der Bruttoauftragswert beträgt nach Unternehmensangaben rund 60,5 Millionen Euro.

Grundlage ist ein Rahmenvertrag aus dem Jahr 2018 mit einer Laufzeit von sieben Jahren. Er sah ursprünglich die Lieferung von bis zu 137 Fahrzeugen im Gesamtwert von rund 122 Millionen Euro brutto vor; abgerufen wurden zunächst 32 Sattelzugmaschinen. Die weiteren Lose wurden in mehreren Schritten bestellt und bis Anfang 2025 ausgeliefert. Rheinmetall begründet die nun erfolgte Erweiterung um 56 Fahrzeuge mit einem gestiegenen Bedarf der Truppe. Damit steigt das Gesamtvolumen des Vertrages auf bis zu 193 Fahrzeuge.

Rechnerisch liegt der Stückpreis der aktuellen Tranche mit gut einer Million Euro spürbar über dem Durchschnittswert des ursprünglichen Rahmenvertrages – ein Hinweis auf die seit 2018 gestiegenen Beschaffungs- und Materialkosten.

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Technische Auslegung des HX81

Der Elefant 2 basiert auf dem Fahrgestell HX81 und ist als ungeschützte Variante ausgelegt. Angetrieben wird die vierachsige Zugmaschine von einem Achtzylinder-Dieselmotor mit 680 PS. Rheinmetall gibt eine Höchstgeschwindigkeit von 89 km/h und eine Steigfähigkeit von 60 Prozent an. Das technisch zulässige Zuggesamtgewicht beziffert das Unternehmen auf 135 Tonnen.

Für Berge- und Verladeaufgaben verfügt das Fahrzeug über eine Doppelwindenanlage des Herstellers Rotzler mit jeweils 20 Tonnen Zugkraft. Damit lassen sich auch ausgefallene Gefechtsfahrzeuge – etwa ein GTK Boxer – ohne fremde Hilfe auf den Sattelauflieger ziehen. Die Fahrerkabine entspricht der Kabine der Ungeschützten Transportfahrzeuge (UTF), was den Ersatzteilbedarf und die Ausbildung vereinfacht. Nach Darstellung der Bundeswehr ist der Elefant 2 in weiten Teilen baugleich mit dem geschützten Schwerlasttransporter Mammut sowie mit den Lkw mit Wechselladesystem. Das ungepanzerte Fahrerhaus lässt sich zur Wartung des Motors nach vorn kippen; eine Dachluke mit Lafettenhalterung erlaubt den Einsatz eines Maschinengewehrs.

Rolle im Schwerlasttransport der Bundeswehr

Der Elefant 2 wurde ab 2020 eingeführt und löst die seit den 1970er-Jahren genutzten Vorgängermuster ab. Er ergänzt den bereits ab 2012 beschafften SLT 2 Mammut, der über eine geschützte Besatzungskabine verfügt und ebenfalls von RMMV stammt. Zu den ersten Einheiten mit dem neuen Muster gehörte das Logistikbataillon 471 im niedersächsischen Oerbke.

Schwerlasttransporter dienen dazu, gepanzerte Kettenfahrzeuge über größere Entfernungen auf der Straße zu verlegen und damit Laufleistung und Verschleiß der Ketten zu begrenzen. Mit dem 70-Tonnen-Sattelanhänger lassen sich die schwersten Großgeräte der Bundeswehr bewegen, darunter der Kampfpanzer Leopard 2 und die Panzerhaubitze 2000.

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