General Dynamics European Land Systems hat das erste amphibische Brücken- und Fährsystem M3 an die norwegische Beschaffungsbehörde übergeben. Die Auslieferung erfolgte weniger als ein Jahr nach der Vertragsunterzeichnung.
Auslieferung knapp ein Jahr nach Vertragsschluss
General Dynamics European Land Systems (GDELS) hat das erste System M3 an die Norwegian Defence Materiel Agency (NDMA) ausgeliefert. Der Vertrag war im November 2025 geschlossen worden. Unterzeichnet wurde der Liefervertrag zwischen NDMA und GDELS–Bridge Systems am 28. November 2025. Das Auftragsvolumen beträgt 1,2 Milliarden Norwegische Kronen. Nach Angaben der NDMA soll das norwegische Heer die Fahrzeuge zwischen Herbst 2026 und 2028 erhalten.
Zur Stückzahl haben weder Hersteller noch Behörde Angaben veröffentlicht. Die Fachzeitschrift Europäische Sicherheit & Technik schätzt auf Basis vergleichbarer Beschaffungen einen Umfang von etwa 20 bis 25 Systemen; der Vertragswert entspricht rund 100 Millionen Euro. NDMA-Direktorin Gro Jære hob hervor, dass der Vertrag gemeinsam mit dem Hersteller und den schwedischen Streitkräften in sehr kurzer Zeit zustande gekommen sei.
Einsatz als Brücke oder Fähre
Die M3 lässt sich entweder als schwimmende Brücke oder als Fähre einsetzen. Damit können Fahrzeuge bis hin zu schweren Kampfpanzern auch breite Gewässer überqueren. Nach Herstellerangaben ist das System das schnellste Übersetzmittel innerhalb der NATO und für alle Klimazonen sowie schwieriges Gelände geeignet.
Jedes Fahrzeug ist 12,8 Meter lang, knapp vier Meter hoch, wiegt 28 Tonnen und wird von zwei bis drei Soldaten bedient. Das Fahrzeug verfügt über Allradantrieb und Allradlenkung und erreicht auf der Straße bis zu 80 km/h. Im Wasser sorgen zwei um 360 Grad drehbare Pumpjets für die Manövrierfähigkeit. Eine 100 Meter lange Brücke lässt sich in weniger als zehn Minuten errichten. Die Tragfähigkeit liegt bei MLC 85 für Kettenfahrzeuge und MLC 132 für Radfahrzeuge.
Über Kupplungsadapter ist die M3 zudem mit den verbreiteten Pontonbrückensystemen SRB, FSB und IRB kombinierbar. Das ermöglicht gemeinsame Übersetzoperationen mit verbündeten Streitkräften.
Nutzerkreis in NATO und NORDEFCO
Norwegen ist der sechste NATO-Staat, der die M3 beschafft, und nach Schweden und Dänemark das dritte Mitglied der Nordic Defence Cooperation (NORDEFCO). Schweden hatte sein erstes System im November 2024 übernommen.
Deutschland und Großbritannien betreiben die M3 seit Jahren in einem gemeinsamen Bataillon, Lettland nutzt das System seit 2021. Außerhalb der NATO setzen Südkorea, Indonesien und Singapur die M3 ein. Im Oktober 2025 haben Deutschland und Großbritannien über die Organisation Conjointe de Coopération en matière d’Armement (OCCAR) einen Vertrag im Wert von mehr als 450 Millionen Euro für die neueste M3-Generation geschlossen. In der Bundeswehr soll diese als Schwimmschnellbrücke 2 ab 2029 eingeführt werden.
