10. Panzerdivision übt mit zwei Brigaden in Litauen

Die 10. Panzerdivision führt Anfang November 2026 zwei zeitgleiche Brigadeübungen in Litauen durch. Beteiligt sind mehr als 6.000 Soldatinnen und Soldaten der Panzerbrigade 45 und der Panzergrenadierbrigade 37.
Foto: Bundeswehr/Marco Dorow

Die 10. Panzerdivision führt Anfang November 2026 zwei zeitgleiche Brigadeübungen in Litauen durch. Beteiligt sind mehr als 6.000 Soldatinnen und Soldaten der Panzerbrigade 45 und der Panzergrenadierbrigade 37.

    Zwei Übungen auf zwei Übungsplätzen

    Die 10. Panzerdivision aus dem bayerischen Veitshöchheim übt Anfang November mit ihren beiden schweren Brigaden in Litauen. Die Panzerbrigade 45 „Litauen“ trainiert im Rahmen von „Freedom Shield 26-II“ auf dem Truppenübungsplatz Rūdninkai, die Panzergrenadierbrigade 37 „Freistaat Sachsen“ bei „Grand Eagle 26“ auf dem Truppenübungsplatz Pabradė. Die Division führt beide Brigaden während der Übungen sowohl vor Ort als auch vom Heimatstandort aus. Das umfasst den gesamten Ablauf von der Alarmierung bis zur Rückkehr aller Einheiten an ihre Standorte. Insgesamt nehmen mehr als 6.000 Soldatinnen und Soldaten teil.

    Auftrag als Warfighting Division

    Die 10. Panzerdivision ist für Abschreckung sowie Landes- und Bündnisverteidigung an der NATO-Ostflanke im Baltikum vorgesehen. Im Ernstfall würde sie vom Multinational Corps Northeast in Stettin geführt. Divisionskommandeur Generalmajor Jörg See erklärt, Ziel der Division sei es, umfassend siegfähig zu werden; deshalb übe man mit den Brigaden direkt im vorgesehenen Einsatzraum. Übungen bezeichnet er als zentrale Grundlage der Einsatzbereitschaft und betont zugleich den Zeitdruck. Neben internen Abläufen und Planungsprozessen will die Division die Interoperabilität mit den NATO-Partnern Polen und Litauen weiter verbessern.

    Panzerbrigade 45 im Aufbau

    Mit der Panzerbrigade 45 verfügt die Division über einen dauerhaft in Litauen stationierten Großverband, der im Ernstfall nicht erst verlegt werden muss. Bis Ende 2027 soll die Brigade auf rund 5.000 Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Beschäftigte anwachsen. Seit Anfang Februar 2026 gehört die Multinational Battlegroup Lithuania mit weiteren rund 1.700 Soldatinnen und Soldaten zur Brigade; zuvor waren bereits das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach und das Panzerbataillon 203 aus Augustdorf eingegliedert worden.

    Ihre erste große Brigadeübung „Freedom Shield“ hatte die Panzerbrigade 45 im Juni 2026 abgehalten. Damals trainierten auf dem Truppenübungsplatz Pabradė nahe der Grenze zu Belarus rund 2.900 Soldaten aus acht NATO-Staaten mit etwa 800 Fahrzeugen, darunter Kampfpanzer Leopard 2A6, sowie rund 350 Drohnen.

    Rūdninkai soll künftig Hauptstandort der Brigade werden. Nach Angaben des litauischen Verteidigungsministeriums liegen die Arbeiten an der ersten Bauphase des dortigen Militärcampus vor dem Zeitplan; deren Abschluss ist für Ende 2026 vorgesehen. Die kritische Infrastruktur soll 2027 fertig sein, damit die Brigade ihre volle Einsatzbereitschaft planmäßig erreichen kann.

    Panzergrenadierbrigade 37 als Überbrückung

    Bis zur vollen Einsatzbereitschaft der Panzerbrigade 45 stellt die Panzergrenadierbrigade 37 die Kräfte mit der höchsten Verfügbarkeit. Als Multinational Brigade Lithuania verstärkt sie die Vornepräsenz der NATO in Litauen. Die Brigade bleibt dabei in Deutschland stationiert und muss im Bedarfsfall aus der Grundstruktur heraus kurzfristig nach Litauen verlegen können. Anders als bei früheren NATO-Aufträgen ist nicht nur ein Teil, sondern die gesamte Brigade dafür vorgesehen, nach Bundeswehrangaben rund 6.200 Soldatinnen und Soldaten an acht Standorten. Stabssitz der Brigade ist Frankenberg in Sachsen.

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