Airbus schließt A400M-Auslieferung an Kasachstan ab

Das Verteidigungsministerium Kasachstans hat am 2. November 2026 die Ankunft des zweiten Transportflugzeugs Airbus A400M Atlas in Almaty gemeldet. Damit ist der 2021 geschlossene Vertrag über zwei Maschinen erfüllt.
Foto: Kazakhstan Ministery of Defense

Das Verteidigungsministerium Kasachstans hat am 2. November 2026 die Ankunft des zweiten Transportflugzeugs Airbus A400M Atlas in Almaty gemeldet. Damit ist der 2021 geschlossene Vertrag über zwei Maschinen erfüllt.

Überführung aus Sevilla

Kasachstan hat sein zweites schweres Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M Atlas übernommen und damit die 2021 bestellte Lieferung von zwei Maschinen abgeschlossen, wie das kasachische Verteidigungsministerium am 2. November mitteilte. Das Flugzeug wurde von der A400M-Endmontagelinie von Airbus in Sevilla nach Almaty überführt. Dort wird es den Luftverteidigungskräften unterstellt, in denen Kasachstan Luftwaffe und Flugabwehr in einer Teilstreitkraft zusammenfasst.

Airbus Defence and Space hatte am 1. Oktober 2026 mitgeteilt, dass die abschließende technische Abnahme in Sevilla vor der Auslieferung laufe. Den Erstflug hatte die Maschine bereits im August absolviert. Die damals veröffentlichten Fotos zeigten sie in glänzend grauer Lackierung mit dem Schriftzug „Kazakhstan Air Force“, einem roten Stern am Seitenleitwerk und der Nummer 22.

Vertrag aus dem Jahr 2021

Den Vertrag über zwei A400M unterzeichnete Kasachstan im September 2021. Das Land wurde damit der erste neue Exportkunde des Musters seit 2005. Nach Angaben von Airbus stieg der Auftragsbestand für den A400M damit auf insgesamt 176 Flugzeuge.

Die erste Maschine wurde im Dezember 2024 bei einer Zeremonie in Almaty übergeben, nachdem sie wenige Tage zuvor aus Sevilla überführt worden war. Das Flugzeug trägt die Produktionsnummer MSN139. Airbus stellt zudem Leistungen für Wartung und Ausbildung bereit. Flug- und Technikpersonal wurden nach Angaben kasachischer Medien bereits vor der Auslieferung im Betrieb und in der Instandhaltung geschult.

Einsatzspektrum

Die Luftverteidigungskräfte wollen die beiden A400M für den Transport von Personal, Ausrüstung und humanitären Gütern nutzen. Das Verteidigungsministerium nennt darüber hinaus die Bewältigung von Katastrophenfolgen, die Evakuierung der Bevölkerung und die Lieferung von Hilfsgütern als mögliche Aufgaben. Nach Angaben des Ministeriums kann Kasachstan mit den beiden Maschinen künftig auch eigene Soldaten zu internationalen Friedensmissionen verlegen, wofür es bislang stärker auf fremde Transportkapazitäten angewiesen war.

Der A400M ist sowohl für taktische als auch für strategische Aufgaben ausgelegt. Er kann schwere und sperrige Fracht auf kurze, unbefestigte Pisten bringen, in niedriger Höhe fliegen sowie bis zu 116 Fallschirmjäger oder 25 Tonnen Fracht absetzen. Als einziger Nutzer hat Kasachstan seine Flugzeuge ohne Sonde zur Luftbetankung erhalten.

Umbau der Transportflotte

Die militärische Lufttransportflotte Kasachstans stützte sich lange auf sowjetische Muster. Inzwischen beschafft das Land bei mehreren Lieferanten. Zum Zeitpunkt der Bestellung betrieben die Luftverteidigungskräfte neben dem Airbus C295 noch Maschinen der Typen Antonow An-12, An-24, An-26, An-72 und An-2. Die An-12 soll dabei durch die C295 ersetzt werden. Die erste C295 hatte Kasachstan im Jahr 2013 erhalten.

Bis Dezember 2024 hatte Airbus mehr als 130 A400M an neun Staaten ausgeliefert. Die Flotte hatte zu diesem Zeitpunkt rund 200.000 Flugstunden absolviert, unter anderem bei Evakuierungen aus Afghanistan, dem Sudan und Niger.

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