Bundeswehr ersetzt an die Ukraine abgegebene PATRIOT-Systeme

Das BAAINBw hat einen Vertrag über zwei PATRIOT-Feuereinheiten geschlossen, die an die Ukraine abgegebene Systeme ersetzen. Zusätzlich wurden neue Einsatzcontainer für die Instandsetzung des Flugabwehrsystems beauftragt.
Foto: Ausrüstung Bundeswehr

Das BAAINBw hat einen Vertrag über zwei PATRIOT-Feuereinheiten geschlossen, die an die Ukraine abgegebene Systeme ersetzen. Zusätzlich wurden neue Einsatzcontainer für die Instandsetzung des Flugabwehrsystems beauftragt.

Ersatz für Abgaben an die Ukraine

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat einen Vertrag über die Nachbeschaffung von zwei Feuereinheiten des Flugabwehrraketensystems PATRIOT abgeschlossen. Die Systeme ersetzen Feuereinheiten, die die Bundeswehr im August 2025 der Ukraine zur Abwehr russischer Luftangriffe überlassen hatte. Parallel dazu wurden neue Einsatzcontainer für die Instandsetzung des Waffensystems beauftragt. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte beiden Vorhaben am 14. Oktober 2026 zugestimmt.

Eine Feuereinheit besteht aus einem Radargerät, einem Gefechtsstand, mehreren Startgeräten sowie weiteren Komponenten wie Stromversorgungsanlagen. Zum Lieferumfang gehören neben den vollständigen Feuereinheiten auch Serviceleistungen und Ersatzteilpakete. Nach Angaben des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) werden die Kosten aus dem Haushalt 2026 getragen. Die Beschaffung soll außerdem die Einsatzbereitschaft verbessern und zum Erreichen der NATO-Fähigkeitsziele in der bodengebundenen Luftverteidigung beitragen. Auftragnehmer, Auftragswert und Lieferzeitraum für die Feuereinheiten wurden nicht veröffentlicht.

Hintergrund der Abgabe im August 2025

Anfang August 2025 hatte das BMVg angekündigt, der Ukraine zwei weitere PATRIOT-Systeme bereitzustellen. Grundlage war eine Vereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium, nach der Deutschland im Gegenzug als erste Nation beschleunigt neu produzierte Systeme der neuesten Generation erhalten sollte, finanziert von deutscher Seite. Die Übergabe an die Ukraine erfolgte schrittweise, zunächst mit Startgeräten, danach mit weiteren Systemanteilen. Zuvor hatte Deutschland bereits drei Systeme geliefert.

Unabhängig von der jetzigen Nachbeschaffung hatte die Bundeswehr bereits 2024 ihren PATRIOT-Bestand erweitert. Im Juli 2024 wurde der Rahmenvertrag mit RTX (Raytheon) auf insgesamt acht Feuereinheiten aufgestockt, der Vertragswert stieg damit auf 2,8 Milliarden Euro. Der Zulauf dieser Systeme ist für den Zeitraum 2025 bis 2029 vorgesehen.

Neue Einsatzcontainer für die Instandsetzung

Die ebenfalls beauftragten Einsatzcontainer ersetzen Instandsetzungsausstattungen aus den späten 1980er-Jahren, die zusammen mit dem Waffensystem eingeführt worden waren. Sie sollen die Instandsetzungsfähigkeit auch bei weltweiten Einsätzen sichern. Die Ausstattung ist vollständig containerisiert und kann auf bereits in der Bundeswehr eingeführten Lkw transportiert und betrieben werden, was die Mobilität erhöht.

Den Auftrag erhielt die CONDOK GmbH. Der vom Haushaltsausschuss gebilligte Rahmenvertrag umfasst bis zu 54 Container mit einem Gesamtwert von 90 Millionen Euro. Fest bestellt sind 40 Container für 70 Millionen Euro, die ab 2030 geliefert werden sollen; für 14 weitere besteht eine Option. Die Container enthalten Werkbänke und Halterungen für Sonderwerkzeuge sowie IT-Arbeitsplätze mit verschlüsseltem Netzzugang und militärischen Funkgeräten für die Fehlerdiagnose. Sie sind gegen elektromagnetische Pulse abgeschirmt und verfügen über eigene Stromerzeuger und Klimatisierung mit ABC-Schutzbelüftung, sodass sie unabhängig von vorhandener Infrastruktur betrieben werden können.

Der zuständige Projektleiter im BAAINBw führt die zügige Umsetzung der Nachbeschaffung auf die Zusammenarbeit aller Beteiligten zurück. Die Container bezeichnet er als zentralen Bestandteil der Erneuerung der Instandsetzungsausstattung der Flugabwehrraketenverbände.

PATRIOT in der Bundeswehr

Die Bundeswehr nutzt PATRIOT seit 1989 und hat das System seither fortlaufend modernisiert. Laut BMVg dient es dem Schutz von Objekten und Räumen gegen Bedrohungen aus der Luft, insbesondere gegen Marschflugkörper und taktische ballistische Flugkörper. Bekannt wurde PATRIOT unter anderem 1991 während der Operation DESERT STORM bei der Abwehr irakischer ballistischer Raketen. In den vergangenen Jahren setzte die Bundeswehr das System an der NATO-Ostflanke in Polen und der Slowakei sowie in der Türkei ein.

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