Deployment Hub Bremerhaven: 42 Infrastrukturmaßnahmen bis 2031

Die Bundeswehr, die Freie Hansestadt Bremen und die Hafengesellschaft bremenports haben eine Vereinbarung zum Ausbau der Hafeninfrastruktur in Bremerhaven unterzeichnet. Bis Ende 2031 sollen 42 Maßnahmen umgesetzt werden, die militärischen wie zivilen Anforderungen gleichermaßen entsprechen.
Foto: Bundeswehr

Die Bundeswehr, die Freie Hansestadt Bremen und die Hafengesellschaft bremenports haben eine Vereinbarung zum Ausbau der Hafeninfrastruktur in Bremerhaven unterzeichnet. Bis Ende 2031 sollen 42 Maßnahmen umgesetzt werden, die militärischen wie zivilen Anforderungen gleichermaßen entsprechen.

    Unterzeichnung an Bord der „Deutschland“

    Die Vereinbarung wurde auf dem Segelschulschiff „Deutschland“ in Bremerhaven unterzeichnet. Das Schiff war 1927 in Bremerhaven vom Stapel gelaufen und liegt heute im Neuen Hafen der Stadt. Beteiligt sind neben der Bundeswehr und dem Land Bremen auch bremenports, die hansestädtische Infrastrukturgesellschaft, die einen Teil der geplanten Kaianlagen federführend umsetzen soll. Ziel ist es, Bremerhaven als logistischen Knotenpunkt auszubauen.

    42 Maßnahmen bis Ende 2031

    Das Maßnahmenpaket umfasst 42 Einzelprojekte. Dazu zählen die Vertiefung der Fahrrinne, zusätzliche Liegeplätze für Schlepper sowie der Ausbau des Hafenbahnhofs Speckenbüttel. Außerdem ist eine Schwerlastbrücke geplant, über die Fahrzeuge verladen werden können. Hafenflächen sollen so angepasst werden, dass sie schwere Fahrzeuge aufnehmen können.

    Nach Angaben des Bremer Senats gehören darüber hinaus Arbeiten an einem Teil der Stromkaje, ein Verbindungskanal mit Drehbrücke und mehrere Binnenkajen im Kaiserhafen zum Programm. Vorgesehen sind auch eine neue, schwerlastfähige Brücke über die Geeste, die Erweiterung der Barkhausenstraße und eine neue Feuerwache.

    Militärische und zivile Nutzung

    Die neue Infrastruktur soll sowohl den Anforderungen der Bundeswehr als auch dem zivilen Hafenbetrieb dienen. Insgesamt sind dafür bis zu 1,3 Milliarden Euro vorgesehen. Der Geschäftsführer von bremenports, Robert Howe, ordnet die Mittel als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ein und verweist zugleich darauf, dass auch die zivilen Umschlagbereiche in Bremerhaven davon profitieren sollen.

    Die Finanzierung stammt überwiegend vom Bund. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte die Mittel bereits im November 2025 in seiner Bereinigungssitzung für die Jahre 2026 bis 2031 bewilligt. Die Gelder sind im Verteidigungshaushalt (Einzelplan 14) eingeplant. Das Land Bremen trägt einen Eigenanteil von rund 200 Millionen Euro.

    Teil des „Deployment Hub Bremerhaven 2031“

    Die Vereinbarung steht im Zusammenhang mit dem Vorhaben „Deployment Hub Bremerhaven 2031“. Am 29. September 2026 hatten Verteidigungsminister Boris Pistorius, Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte und der Vorstandsvorsitzende der BLG-Gruppe, Matthias Magnor, im Bremer Rathaus eine Absichtserklärung zu dem Projekt unterzeichnet. Damit sollen die Anforderungen der NATO und die im Operationsplan Deutschland festgelegten Bedarfe erfüllt werden.

    Im Mittelpunkt steht die strategische Mobilität: Personal und Material sollen schnell und sicher in Einsatzgebiete verlegt werden können, vor allem an die NATO-Ostflanke. Im Verteidigungsfall sollen Bundeswehr und NATO dazu den Hafen Bremerhaven und den Flughafen Bremen nutzen. Der Überseehafen dient bereits seit Langem als Umschlagplatz für US-Truppen und deren Ausrüstung.

    Total
    0
    Shares
    Related Posts
    Total
    0
    Share