Das BAAINBw hat MBDA Deutschland mit dem Bau eines Demonstrators für einen luftgestützten Hochenergielaser beauftragt. Das Vorhaben soll klären, ob sich eine Laserwaffe an Bord von Flugzeugen realisieren lässt, und Grundlagen für eine spätere Nutzung durch die Luftwaffe schaffen.
Auftrag für einen Laser-Pod
Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat MBDA Deutschland den Auftrag zum Bau eines Demonstrators für einen luftgestützten Laser erteilt. Nach Angaben des Unternehmens sollen damit die technologischen Voraussetzungen für künftige Laserwaffen an Bord von Flugzeugen geschaffen werden. Zum Auftragswert, zum Zeitplan und zur vorgesehenen Trägerplattform machte MBDA keine Angaben.
Der Vertrag sieht vor, dass zentrale Komponenten des sogenannten Laser-Pods bereits auf die Anforderungen des späteren Flugbetriebs ausgelegt werden. Auf diese Weise soll die Machbarkeit einer luftgestützten Laserwaffe untersucht und die Grundlage für eine mögliche Einsatzfähigkeit bei der Luftwaffe gelegt werden. Als künftige Ziele solcher Systeme nennt MBDA vor allem Drohnen und Marschflugkörper.
Hohe technische Anforderungen
Luftgestützte Laser gelten innerhalb der Laserwaffentechnik als besonders anspruchsvoll. Grund dafür sind die hohen Anforderungen an Baugröße, Gewicht und Widerstandsfähigkeit gegenüber den Bedingungen im Flug.
Vergleichbare Vorhaben gab es bereits in den USA. Mit dem Programm SHiELD (Self-Protect High-Energy Laser Demonstrator) sollte nachgewiesen werden, dass sich ein Laser mittlerer Leistung in einen kampfflugzeugtauglichen Pod integrieren lässt. Der Behälter war rund 1,5 bis 2 Meter lang, wog annähernd eine Tonne und war für Außenlaststationen von Mustern wie F-15 und F-16 ausgelegt.
Nationale Lieferketten im Fokus
MBDA gibt an, bei der Entwicklung gezielt auf deutsche Lieferketten und nationale Systemkompetenz zu setzen, um bei dieser Technologie souverän zu bleiben. Lasertechnologie ist laut Unternehmen seit 2019 ein strategischer Schwerpunkt der deutschen Forschung und Entwicklung und wird im Rahmen der Strategie der Bundesregierung zur Sicherheits- und Verteidigungsindustrie als nationale Schlüsseltechnologie geführt. MBDA verweist zudem auf erhebliche Eigeninvestitionen der vergangenen Jahre, mit denen mehrere Laserdemonstratoren entwickelt und erprobt wurden.
Erfahrungen aus dem Marinebereich
Erfahrungen mit Laserwaffen hat MBDA Deutschland vor allem im maritimen Bereich gesammelt. Gemeinsam mit der Rheinmetall Waffe Munition GmbH entwickelte das Unternehmen einen Laserwaffendemonstrator, der im Juni 2022 auf der Fregatte „Sachsen“ integriert und in sechs Erprobungskampagnen über knapp ein Jahr hinweg unter realitätsnahen Bedingungen getestet wurde. Dabei wurden mehr als 100 Testschüsse abgegeben. MBDA war für das Tracking zuständig, Rheinmetall für Laserquelle und Integration.
Im Juli 2026 folgte der nächste Schritt: Das BAAINBw unterzeichnete am 9. Juli einen Vertrag mit einer Arbeitsgemeinschaft aus MBDA Deutschland und Rheinmetall Waffe Munition, dessen technologische Basis ein ein Jahr lang auf See erprobter Gesamtsystemdemonstrator ist. Das Laserwaffensystem für die Deutsche Marine soll 2029 einsatzbereit sein. Nach Unternehmensangaben wurden bei Erprobung und Einsatz an der Wehrtechnischen Dienststelle 91 in Meppen über 1.000 erfolgreiche Schüsse gegen Luft-, See- und Landziele durchgeführt.
Einsatzmöglichkeiten von Hochenergielasern
Hochenergie-Lasereffektoren können nach Darstellung von MBDA zum Schutz von Flugzeugen, Schiffen, Fahrzeugen, Soldaten und Infrastruktur gegen unterschiedliche Bedrohungen eingesetzt werden. Als Vorteil nennt das Unternehmen die schnelle und präzise Bekämpfung von Zielen.
