Kongsberg liefert zusätzliche NSM-Flugkörper an Dänemark

Der norwegische Rüstungskonzern Kongsberg liefert weitere Naval Strike Missiles an Dänemark. Der Auftrag im Wert von rund 400 Millionen norwegischen Kronen dient dem Ausbau der landgestützten dänischen Küstenverteidigung.
Foto: Kongsberg

Der norwegische Rüstungskonzern Kongsberg liefert weitere Naval Strike Missiles an Dänemark. Der Auftrag im Wert von rund 400 Millionen norwegischen Kronen dient dem Ausbau der landgestützten dänischen Küstenverteidigung.

    Regierungsgeschäft zwischen Norwegen und Dänemark

    Kongsberg Defence & Aerospace hat am 19. Oktober 2026 einen Vertrag über die Lieferung zusätzlicher Naval Strike Missiles (NSM) an Dänemark bekanntgegeben. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf etwa 400 Millionen norwegische Kronen. Wie viele Flugkörper geliefert werden, teilte das Unternehmen nicht mit. Auch zum Lieferzeitraum machte Kongsberg keine Angaben.

    Das Geschäft wird als Regierungsvertrag (Government-to-Government) zwischen den Beschaffungsbehörden beider Länder abgewickelt: der norwegischen Forsvarsmateriell (FMA) und der dänischen Defence Acquisition and Logistics Organisation (DALO). Die Flugkörper sind für das landgestützte Küstenverteidigungssystem bestimmt, das Dänemark im vergangenen Jahr eingeführt hat.

    Rückkehr der Küstenflugkörper

    Mit dem NSM Coastal Defence System (NSM CDS) baut Dänemark eine Fähigkeit wieder auf, die über zwei Jahrzehnte gefehlt hatte. Die mobilen Harpoon-Küstenbatterien der dänischen Streitkräfte waren 2003 außer Dienst gestellt worden. Im April 2025 kündigte das dänische Verteidigungsministerium die Beschaffung neuer Küstenflugkörperbatterien an, finanziert über den sogenannten Beschleunigungsfonds und auf Empfehlung des Verteidigungschefs.

    Den Vertrag über das NSM CDS unterzeichnete Kongsberg im Dezember 2025 mit der dänischen Regierung, der Wert lag bei über 100 Millionen Euro. Die Zahl der bestellten Batterien wurde nicht veröffentlicht. Zuständig für die Küstenverteidigung ist die dänische Marine. Dänemark ist damit nach Polen, den USA, Rumänien und Lettland der fünfte NATO-Staat, der das System nutzt. Aufgrund seiner Lage an den Zugängen zur Ostsee kommt der Kontrolle der umliegenden Meerengen für Dänemark besondere Bedeutung zu.

    Aufbau und Leistungsmerkmale

    Das Küstenverteidigungssystem besteht aus der Feuerleittechnik von Kongsberg, den NSM-Flugkörpern und den zugehörigen Startgeräten. Die Architektur ist modular und vernetzt angelegt, sodass sich Radare und Sensoren anderer Hersteller in das Führungsnetz einbinden lassen. Dies soll auch die Integration in das bestehende Joint-Fires-Verbundsystem der dänischen Streitkräfte erleichtern.

    Die Reichweite der NSM gibt Kongsberg mit mehr als 300 Kilometern an. Konstruktion und Materialien des Flugkörpers sind darauf ausgelegt, die Infrarot- und Radarsignatur gering zu halten, um gegnerische Luftverteidigung zu durchdringen. Der Suchkopf verfügt über eine automatische Zielerkennung, die das richtige Ziel identifizieren und bekämpfen soll.

    Flugkörper auch für die Fregatten

    Unabhängig von der Küstenverteidigung hat Dänemark die NSM bereits für seine Marine bestellt. Dieser Vertrag mit einem Volumen von 2,1 Milliarden norwegischen Kronen kam ebenfalls als Regierungsgeschäft zwischen DALO und FMA zustande. Die Flugkörper sind für die Fregatten der Iver-Huitfeldt-Klasse vorgesehen und ersetzen dort die Harpoon. Die Auslieferung ist für den Zeitraum 2025 bis 2030 geplant.

    Mit dem aktuellen Folgeauftrag stützt sich die dänische Seezielbekämpfung von Schiffen und von Land aus künftig auf denselben Flugkörpertyp.

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