Vollausstattung mit Bekleidung und persönlicher Ausrüstung erreicht

Vollausstattung mit Bekleidung und persönlicher Ausrüstung erreicht
Rucksacksystem 110 Liter | Foto: Bundeswehr / Dirk Bannert

Schutzwesten, Kampfbekleidung, Gefechtshelme und Rucksäcke sind vollständig an die Truppe ausgeliefert. Das Beschaffungsamt der Bundeswehr bestätigte, dass die 2022 vereinbarten Mengen im vorgesehenen Zeitrahmen erbracht wurden.

Die Bundeswehr hat die im Frühjahr 2022 beschlossene vorgezogene Vollausstattung der aktiven Truppe mit Kampfbekleidung und persönlicher Schutzausrüstung abgeschlossen. Ein Sprecher des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) bestätigte auf Nachfrage, dass die vereinbarten Mengen der Modularen ballistischen Schutz- und Trageausstattung (MOBAST), des Kampfbekleidungssatzes Streitkräfte (KBS SK), der 110-Liter-Rucksäcke sowie der Gefechtshelme vollständig geliefert wurden.

Vertragliche Grundlage ist ein Änderungsvertrag, den das BAAINBw im Juni 2022 mit der Inhouse-Gesellschaft Bw Bekleidungsmanagement (BwBM) GmbH geschlossen hatte. Zusammen mit früheren Beauftragungen umfasste das Paket bis zu 351.000 MOBAST-Sätze, 313.000 Kampfbekleidungssätze, 338.000 Rucksäcke und 313.000 Gefechtshelme. Diese Stückzahlen liegen deutlich über dem Personalumfang der Streitkräfte, weil sie die Bevorratung unterschiedlicher Größen und eine anteilige Reserve zur Regeneration einschließen.

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Zeitplan um sechs Jahre verkürzt

Ursprünglich sollte die Vollausstattung erst 2031 erreicht werden. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wurde das Vorhaben aus dem Sondervermögen Bundeswehr vorgezogen. Der Haushaltsausschuss des Bundestages wurde am 7. April 2022 über den Bedarf an überplanmäßigen Ausgaben von mehr als 2,3 Milliarden Euro informiert; das Verteidigungsministerium bezifferte den Gesamtfinanzbedarf seinerzeit auf rund 2,36 Milliarden Euro.

Unterzeichnet wurde der Vertrag am 8. Juni 2022 in Koblenz. Nach Angaben des BAAINBw hatte die Prüfung der industriellen Lieferketten die Vertragsverhandlungen verzögert – ein Hinweis auf die damals angespannte Rohstoff- und Kapazitätslage am Weltmarkt.

Vier Ausstattungsblöcke

MOBAST ersetzt die bisher eingeführten Schutzwesten sowie das Koppeltragegestell 95. Das System besteht aus einer Überziehschutzweste mit hart- und weichballistischen Elementen, ballistischer Unterwäsche und einer adaptierbaren Trageausstattung. Der Kernbereich ist nach Angaben der Bundeswehr gegen Beschuss bis zum Kaliber 7,62 x 51 Millimeter ausgelegt.

Der Kampfbekleidungssatz Streitkräfte umfasst rund 25 Einzelartikel und ist als Schichtsystem für unterschiedliche Klimazonen und Belastungsprofile ausgelegt. Der Gefechtshelm Streitkräfte löst ein über 20 Jahre altes Modell ab; als Fullcut-Variante lässt er sich mit Sprechsatz und Gehörschutz kombinieren und bietet Aufnahmen für Nachtsichtgeräte. Hersteller Rheinmetall beziffert seine Lieferung im Rahmen der vorgezogenen Beschaffung auf rund 310.000 Helme. Das Rucksacksystem mit 110 Litern Gesamtvolumen kombiniert einen Hauptrucksack mit einem abnehmbaren 30-Liter-Einsatzrucksack, wasserdichten Packlinern und Seitentaschen.

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