Rheinmetall stellt Fregattenentwurf für den Exportmarkt vor

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat am 3. August 2026 mit der GMF140 einen Fregattenentwurf präsentiert, der auf internationale Beschaffungsvorhaben zielt. Das Schiff soll Luftverteidigung, ballistische Raketenabwehr und U-Boot-Bekämpfung auf einer Plattform von 140 Metern Länge vereinen.
Foto: Rheinmetall AG

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat am 3. August 2026 mit der GMF140 einen Fregattenentwurf präsentiert, der auf internationale Beschaffungsvorhaben zielt. Das Schiff soll Luftverteidigung, ballistische Raketenabwehr und U-Boot-Bekämpfung auf einer Plattform von 140 Metern Länge vereinen.

Auslegung und Einsatzprofil

Nach Unternehmensangaben verdrängt die GMF140 (Guided Missile Frigate) mehr als 6.000 Tonnen und ist auf die Anforderungen der NATO sowie verbündeter Marinen zugeschnitten. Der Entwurf ist für den weltweiten Hochsee-Einsatz ausgelegt, soll aber auch im Küstenvorfeld und in multinationalen Verbänden operieren können. Rheinmetall verweist auf einen hohen Automatisierungsgrad und einen entsprechend reduzierten Personalbedarf.

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Als Führungs- und Waffeneinsatzsystem ist das AEGIS Combat System vorgesehen, das nach Herstellerangaben optional mit weiteren Systemen kombinierbar ist – unter anderem mit dem CMS330 von Lockheed Martin. Diese Kombination soll die Integration europäischer Sensoren und Waffen erleichtern. Ein vergleichbarer Ansatz ist bereits aus dem deutschen Fregattenprogramm F127 bekannt: Dort sollen AEGIS und CMS330 über eine Schnittstelle namens German Tactical Interface miteinander verbunden werden, wobei das ITAR-freie CMS330 die Einbindung nationaler Komponenten vereinfachen soll. Das ursprünglich von Lockheed Martin Canada für die kanadischen Halifax-Fregatten entwickelte CMS330 wurde im November 2025 auch von der Deutschen Marine beschafft.

Sensorik und Bewaffnung

Als Hauptsensor sieht der Entwurf US-amerikanische Luftverteidigungsradare in unterschiedlichen Ausbaustufen vor, bis hin zur Verfolgung ballistischer Flugkörper. Die Bewaffnung umfasst laut Datenblatt 64 Startzellen in Strike-Length-Ausführung, ein 5-Zoll-Hauptgeschütz, Seezielflugkörper, Torpedowerfer, ein Nahbereichsverteidigungssystem sowie ein Laserwaffensystem. Für die U-Boot-Abwehr nennt das Unternehmen einen signaturreduzierten Rumpf, integriertes Akustikmanagement, Rumpf- und Schleppsonar sowie die Fähigkeit, bemannte und unbemannte Luftfahrzeuge europäischer oder US-amerikanischer Herkunft einzusetzen.

Zum Vergleich: Die deutschen Luftverteidigungsfregatten der Klasse 127 sollen nach Branchenangaben mit insgesamt 96 VLS-Zellen ausgerüstet werden, bei einer Beschaffung von bis zu acht Einheiten mit AEGIS und dem Radar SPY-6(V)1; das US-Außenministerium genehmigte den entsprechenden Export im April 2026.

Zielmarkt Nordamerika

Rheinmetall will die GMF140 zunächst im Rahmen eines nicht näher bezeichneten Beschaffungsvorhabens in Nordamerika anbieten. Der Markt dort ist seit gut einem halben Jahr in Bewegung: Die US Navy hatte im November 2025 das Fregattenprogramm der Constellation-Klasse weitgehend eingestellt – statt der ursprünglich geplanten Serie werden bei Fincantieri Marinette Marine nur noch zwei Einheiten fertiggestellt, die übrigen vier wurden gekündigt. Ausschlaggebend waren umfangreiche Konstruktionsänderungen am italienisch-französischen FREMM-Ausgangsentwurf, die zu einer Verzögerung von rund drei Jahren und Mehrkosten von etwa 1,5 Milliarden US-Dollar führten.Als Nachfolgeprogramm verfolgt die US-Marine seit Dezember 2025 das Vorhaben FF(X), das auf dem National Security Cutter der Legend-Klasse von Huntington Ingalls Industries aufbaut; der erste Bauauftrag geht zunächst freihändig an Ingalls, danach soll das Programm für den Wettbewerb geöffnet werden.

Im Haushaltsgesetz für das Fiskaljahr 2026 sind 242 Millionen US-Dollar für Vorleistungen der ersten FF(X)-Einheiten vorgesehen. Auch Kanada beschafft mit der River-Klasse derzeit 15 Überwasserkampfschiffe, die AEGIS mit einer vom CMS330 abgeleiteten Schnittstelle kombinieren.

Rheinmetall als Schiffbauer

Zum 1. März 2026 schloss der Konzern die Übernahme von Naval Vessels Lürssen (NVL) ab; das Unternehmen bildet seither die Division Naval Systems. Zu ihr gehören vier norddeutsche Werften mit rund 2.100 Beschäftigten. Damit ist Rheinmetall vom Zulieferer für Marinetechnik zum Anbieter kompletter Überwasserkampfschiffe geworden. Zuletzt hatte der Konzern nach eigenen Angaben einen Auftrag im mittleren dreistelligen Millionenbereich zur Modernisierung der Fregatte „Bayern“ erhalten.

Angaben zu Preis, Bauzeit oder möglichen Fertigungsstandorten für die GMF140 machte das Unternehmen nicht. Ein Auftrag liegt bislang nicht vor.

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