Safran liefert über 1.000 JIM Compact an die Bundeswehr

Foto: Safran Group

Die Safran Electronics & Defense Germany GmbH hat während der ILA Berlin 2026 ihren bislang größten Einzelauftrag aus Deutschland bekanntgegeben: die Lieferung von mehr als 1.000 multifunktionalen Infrarot-Ferngläsern des Typs JIM Compact. Die Geräte sollen die Aufklärungs- und Beobachtungsfähigkeiten der deutschen Infanterie stärken.

Auftrag auf Basis eines Rahmenvertrags von 2024

Die Bekanntgabe erfolgte am 12. Juni 2026 auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin, die vom 10. bis 14. Juni 2026 stattfand und neben der zivilen Luftfahrt auch einen militärischen Ausstellungsbereich umfasst. Der nun gemeldete Auftrag basiert auf einem im Dezember 2024 unterzeichneten Rahmenvertrag, der bereits vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages genehmigt wurde.

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Der Rahmenvertrag bildet den Hintergrund für eine schrittweise Beschaffung. Branchenberichten zufolge sieht er die Lieferung von bis zu 2.500 Geräten über eine Laufzeit von sieben Jahren vor. Eine erste Festbestellung aus dem Jahr 2024 über rund 600 Geräte ist nach Angaben aus dem Verteidigungsbereich bereits ausgeliefert; ihr Finanzvolumen lag bei etwa 48 Millionen Euro. Einen Lieferzeitraum für die jetzt beauftragte zweite Charge nannte das Unternehmen zunächst nicht. Vergabestelle ist das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw); Safran Electronics & Defense Germany hat ihren Sitz im baden-württembergischen Murr.

Funktionsweise des Systems

Beim JIM Compact handelt es sich um ein einsatzerprobtes, tragbares Beobachtungs- und Ortungssystem. Es soll Soldatinnen und Soldaten ermöglichen, Ziele bei Tag und Nacht sowie unter unterschiedlichen Wetter- und Lichtbedingungen zu erkennen, zu identifizieren und zu lokalisieren. Das Gerät kombiniert ein gekühltes Wärmebildgerät, einen hochauflösenden Tagsichtkanal sowie eine Restlichtkamera und kann Aufklärungsergebnisse über verschiedene Schnittstellen weitergeben.

Nach Herstellerangaben wiegt das System weniger als zwei Kilogramm einschließlich Batteriesatz, verfügt über einen integrierten Laserentfernungsmesser mit einer Reichweite von rund zwölf Kilometern und lässt sich etwa sechs Stunden netzunabhängig betreiben. Laut Anbieter ist es auch in Umgebungen ohne verfügbares GPS- oder GNSS-Signal einsetzbar. Zu den Funktionen zählen unter anderem Echtzeit-Foto- und Videoaufzeichnung sowie Anwendungen für die indirekte Feuerunterstützung.

Steigende Nachfrage und Instandhaltung in Deutschland

Safran ordnet das Gerät in das Konzept des sogenannten „Augmented Soldier“ ein, das abgesessenen Kräften erweiterte Fähigkeiten bei Beobachtung, Zielerfassung und Lageerfassung verschaffen soll. Unternehmenschef Marzell Schiller verwies darauf, dass mit dem Auftrag nicht nur Geräte geliefert, sondern auch die lokale Instandhaltungsunterstützung in Deutschland ausgebaut werde, um die langfristige Einsatzbereitschaft sicherzustellen.

Die Nachfrage nach dem System ist nach Angaben des Herstellers in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Seit 2022 seien nahezu 6.000 Systeme an NATO-Staaten ausgeliefert worden; die Produktionskapazität habe sich zwischen 2022 und 2026 verdreifacht. Das JIM Compact ist Herstellerangaben zufolge bereits bei zahlreichen NATO-Streitkräften im Einsatz und wurde unter anderem von Dänemark und Australien beschafft.

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