Der schwedische Rüstungskonzern Saab hat auf einer Flugschau in Linköping ein Modell in Originalgröße seines unbemannten Konzepts A3-001 gezeigt. Das System soll künftig gemeinsam mit bemannten Kampfflugzeugen eingesetzt werden.
Konzept für den Verbund mit bemannten Mustern
Saab hat auf der Jubiläums-Flugschau der schwedischen Streitkräfte auf dem Fliegerhorst Malmen bei Linköping ein Konzeptmodell für ein künftiges unbemanntes Kampfflugzeugsystem vorgestellt. Die Präsentation erfolgte am 22. August 2026. Die Veranstaltung markiert zugleich das 100-jährige Bestehen der schwedischen Luftwaffe.
Das unter der Bezeichnung A3-001 gezeigte Modell soll nach Darstellung des Unternehmens veranschaulichen, wie bemannte und unbemannte Plattformen künftig als Teil eines integrierten Systems zusammenwirken könnten. Vorgesehen ist die Ergänzung des Kampfflugzeugs Gripen sowie künftiger bemannter Muster, nicht deren Ablösung.

Als Einsatzprofile nennt Saab Missionen mit erhöhtem Risiko, darunter elektronische Kampfführung, die Niederhaltung gegnerischer Luftverteidigung sowie Präzisionsschläge in stark umkämpftem Luftraum. Das Konzept sieht eine geringe Radarsignatur, einen hohen Autonomiegrad und die Fähigkeit zum Einsatz über mehrere Domänen hinweg vor.
Technische Auslegung und Zeitplan
Das ausgestellte Modell weist eine Blended-Wing-Body-Konfiguration mit Compound-Delta-Grundriss und nach außen gepfeilten Hinterkanten auf. Auf ein Seitenleitwerk wurde verzichtet; Saab hat allerdings angekündigt, Prototypen sowohl mit als auch ohne Leitwerk zu erproben. Nach Angaben des Unternehmens sind drei Prototypen vorgesehen, der erste Demonstrator soll innerhalb von etwa 18 Monaten fliegen. Eine Unterlage des Herstellers nennt für das Gesamtvorhaben einen Erstflug bis 2031 und eine erste Einsatzbefähigung im Jahr 2035.
Peter Nilsson, Leiter der Geschäftseinheit Advanced Programs bei Saab, verwies auf eine laufende intensive Entwicklungsphase, in der das Unternehmen gemeinsam mit Schweden Technologien für die nächste Generation von Kampfflugzeugsystemen untersuche. Er kündigte an, noch vor 2030 unbemannte Demonstratoren mit kampfflugzeugähnlichen Eigenschaften fliegen zu lassen. Zugleich stellte Nilsson klar, dass es sich beim A3-System um ein eigenes Konzept von Saab handele und nicht um ein beauftragtes Beschaffungsvorhaben. Ein solches System komme aus seiner Sicht ab Mitte der 2030er Jahre in Betracht, sofern sich Schweden für eine Fortführung der laufenden Arbeiten entscheide.
Offene Grundsatzentscheidung in Stockholm
Der Vorbehalt hat einen konkreten Hintergrund. Schweden hat bislang nicht festgelegt, wie die Nachfolge des JAS 39 Gripen aussehen soll. Die schwedische Regierung setzte im Sommer 2026 eine Sonderuntersuchung ein, die drei grundsätzliche Optionen bewerten soll: ein national entwickeltes Kampfflugzeugsystem, eine Entwicklung im Rahmen internationaler Zusammenarbeit sowie die Beschaffung eines ausländischen Systems. Die Analyse soll die gesamtwirtschaftlichen sowie die verteidigungs-, sicherheits- und außenpolitischen Folgen der Alternativen erfassen und als Grundlage für eine spätere Regierungsentscheidung dienen. Als Begründung für den frühen Zeitpunkt wird auf Entwicklungszyklen von bis zu 25 Jahren verwiesen.
Schweden hatte sich zuvor aus dem britisch geführten Programm zurückgezogen, das inzwischen als Global Combat Air Programme (GCAP) mit Italien und Japan fortgeführt wird. Parallel dazu erhielt Saab bereits Planungsaufträge, die Konzeptstudien für bemannte und unbemannte Lösungen in einem System-of-Systems-Ansatz umfassen. Der jetzt gezeigte Entwurf lässt sich in diese Linie einordnen.
Einordnung
Das Konzept reiht sich in eine internationale Entwicklung ein, die unter dem Begriff Collaborative Combat Aircraft (CCA) geführt wird. Dabei geht es um vergleichsweise kostengünstige, in Stückzahlen beschaffbare unbemannte Systeme, die bemannte Kampfflugzeuge begleiten und Aufgaben in besonders gefährdeten Bereichen übernehmen. Vergleichbare Vorhaben werden unter anderem in den Vereinigten Staaten, Australien und Großbritannien verfolgt.
