Panzerbrigade 45 übt erstmals unter eigener Führung

Mit der Übung „Freedom Shield I“ hat die deutsche Panzerbrigade 45 „Litauen“ im Mai und Juni erstmals ein Manöver unter eigener Führung gestartet. Rund 3.000 Soldatinnen und Soldaten aus acht NATO-Staaten trainieren dabei im litauischen Pabradė.
Schützenpanzer Puma | Foto: Bundeswehr/Maximilian Schulz

Mit der Übung „Freedom Shield I“ hat die deutsche Panzerbrigade 45 „Litauen“ im Mai und Juni erstmals ein Manöver unter eigener Führung gestartet. Rund 3.000 Soldatinnen und Soldaten aus acht NATO-Staaten trainieren dabei im litauischen Pabradė.

Die Bundeswehr hat mit „Freedom Shield I“ die erste von der Panzerbrigade 45 selbst geführte Großübung begonnen. Nach Angaben des Heeres handelt es sich um den Auftakt einer neuen Übungsreihe, die künftig zweimal jährlich stattfinden soll. Ziel ist es, die Einsatzbereitschaft des Verbands regelmäßig zu überprüfen und weiter auszubauen. Die Übung läuft über den Mai und Juni und gilt als weiterer Schritt auf dem Weg zu einer vollständig ausgestatteten und einsatzfähigen Brigade.

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Teilnehmer und Material

Für das Manöver werden in Pabradė rund 3.000 Soldatinnen und Soldaten zusammengezogen, davon etwa 2.900 aus Deutschland. Die übrigen Kräfte stammen aus insgesamt acht NATO-Staaten. Hinzu kommen rund 800 Fahrzeuge. Trainiert wird nach Darstellung der Bundeswehr unter realitätsnahen Bedingungen mit den zentralen Elementen des modernen Gefechtsfelds, darunter Drohnen, Mörser, Artillerie, Kampfhubschrauber sowie Kampf- und Schützenpanzer.

Beteiligt sind zwei Bataillone aus den deutschen Standorten Augustdorf und Oberviechtach, die im kommenden Jahr vollständig nach Litauen verlegt werden sollen. Ihre Kampfpanzer des Typs Leopard und ihre Schützenpanzer Puma wurden bereits per Fähre und Bahntransport ins Baltikum gebracht.

Hintergrund: Aufbau der Litauen-Brigade

Die Panzerbrigade 45 ist der erste Großverband, den die Bundeswehr dauerhaft im Ausland stationiert. Die Brigade wurde am 1. April 2025 formal in Dienst gestellt, der Aufstellungsappell fand am 22. Mai 2025 in Vilnius statt. Sie ist der 10. Panzerdivision unterstellt. Ihr Auftrag ist die Bündnisverteidigung des Baltikums an der Ostflanke der NATO als Reaktion auf die zunehmende Bedrohung durch Russland seit dem Überfall auf die Ukraine 2022.

Die Entscheidung zur Stationierung geht auf das Jahr 2023 zurück. Im Juni 2023 kündigte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius an, die Bundeswehr werde erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine Brigade dauerhaft im Ausland stationieren; im Dezember 2023 unterzeichneten Deutschland und Litauen in Vilnius eine entsprechende Roadmap. Geführt wird die Brigade von Brigadegeneral Christoph Huber.

Der Aufwuchs erfolgt schrittweise. Ende Januar 2026 wurden das Panzergrenadierbataillon 122 und das Panzerbataillon 203 der Brigade unterstellt, Anfang Februar 2026 folgte die Multinational Battlegroup Lithuania. Damit erreichte der Verband eine Stärke von rund 2.800 Soldaten, von denen ein Teil zunächst weiter in Deutschland stationiert blieb, bis die nötige Infrastruktur in Litauen fertiggestellt ist.

Zeitplan und Einordnung

Bis zur vollen Einsatzbereitschaft soll die Brigade auf rund 5.000 Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilpersonal anwachsen. Als Zielmarke nennt die Bundeswehr das Jahr 2027. Die geplante Endstärke beträgt 4.800 Soldaten und 200 zivile Beschäftigte.

Wesentliche Standorte des Aufbaus sind Rukla und Rūdninkai, wo Infrastruktur und Übungsgelände nach deutschen Vorgaben errichtet werden. Ende September 2025 eröffneten Pistorius und seine litauische Amtskollegin Dovilė Šakalienė in Rukla eine neue Logistik- und Unterstützungseinrichtung. Die Stationierung in Litauen ordnet sich in das umfassendere NATO-Engagement an der Ostflanke ein. In Estland werden vergleichbare multinationale Gefechtsverbände von Großbritannien geführt, in Lettland von Kanada und in Polen von den USA.

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