Flottillenadmiral Andreas Czerwinski führt seit dem 21. September 2026 das Marineunterstützungskommando in Wilhelmshaven. Die Dienststelle soll künftig als Waffensystemkommando Marine erweiterte Aufgaben übernehmen.
Übergabe in Wilhelmshaven
Am Montag, 21. September 2026, hat Flottillenadmiral David Helmbold das Kommando über das Marineunterstützungskommando (MUKdo) an Flottillenadmiral Andreas Czerwinski übergeben. Die Übergabe leitete Konteradmiral Christoph Müller-Meinhard, Kommandeur Unterstützung und Abteilungsleiter Einsatzunterstützung.
Helmbold stand nur rund neun Monate an der Spitze des Kommandos. Nach eigener Aussage war die Amtszeit kurz, aber von einer Phase des Umbruchs geprägt, die er mitgestalten konnte. Er wechselt als Planer in das Marinekommando und wird dort nach eigenen Angaben eng mit dem künftigen Waffensystemkommando zusammenarbeiten.
Neuausrichtung zum Waffensystemkommando Marine
Mit dem Führungswechsel beginnt eine Neuausrichtung der Dienststelle. Geplant sind der Umzug in ein neues Gebäude im Marinestützpunkt Wilhelmshaven und die Umbenennung in Waffensystemkommando Marine. Damit verbunden ist die Übernahme zusätzlicher Aufgaben. Helmbold beschreibt die künftige Rolle des Kommandos als zentrale Stelle für die Technik der Marine.
Czerwinski sieht den Kernauftrag der neuen Dienststelle darin, die Einsatzbereitschaft der Flotte auf See und in der Luft weiter zu verbessern und zugleich in neue Fähigkeiten zu investieren. Konkrete Angaben zum Zeitplan der Umbenennung oder zum Umfang der neuen Aufgaben enthält die Mitteilung der Marine nicht.
Der neue Kommandeur
Czerwinski war zuvor Abteilungsleiter See im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) in Koblenz. Diese Abteilung ist für die Realisierung und Nutzung der Schiffe und Boote der Marine zuständig, ebenso für marinespezifische Land-, Fernmelde- und Ausbildungsanlagen. Sie begleitet die Einheiten von der frühen Realisierungsphase bis zur Außerdienststellung. Zu ihren Projektgruppen zählen unter anderem Bereiche für Fregatten und Korvetten, U-Boote, Minenabwehr und unbemannte Systeme sowie eine eigene Gruppe für die Fregatte Klasse 126. Der neue Kommandeur wechselt damit aus dem Beschaffungs- und Nutzungsbereich in die Marine selbst, in der die materielle Einsatzbereitschaft der Systeme sichergestellt wird.
Aufgaben des Kommandos
Das MUKdo ist dafür verantwortlich, dass die Systeme der Deutschen Marine sicher betrieben werden können und materiell einsatzbereit sind, im Regelbetrieb, bei Übungen und im Einsatz. Es betreut Schiffe und Boote, Flugzeuge und Hubschrauber, Landanlagen und die übrige Ausrüstung der Flotte technisch und logistisch.
Militärische und zivile Ingenieurinnen und Ingenieure des Kommandos sind etwa für die Fregatten der Einsatzflottille 2, die Munition der Marineflieger und die Brückensimulatoren der Marineoperationsschule zuständig. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Zusammenspiel der Systeme eines Kriegsschiffs, einschließlich der Rechner des Führungs- und Waffeneinsatzsystems sowie der Datenverbindungen an Bord und zu anderen Plattformen.
Nach Darstellung der Bundeswehr nimmt die Führungs- und IT-Unterstützung unter den Aufgaben des Kommandos eine besondere Stellung ein. Das MUKdo stellt die weltweite Kommunikation zwischen Landdienststellen, Luftfahrzeugen, Schiffen und Booten der Marine sicher und betreibt dafür unter anderem das Führungszentrum in Glücksburg und den Längstwellensender in Rhauderfehn. Zudem wirken seine Fachleute an der Vorbereitung von Rüstungsprojekten der Marine mit.
Hintergrund zur Dienststelle
Das heutige MUKdo wurde am 1. Oktober 2012 aufgestellt; der Aufbau begann im Frühjahr desselben Jahres in Roffhausen bei Wilhelmshaven auf dem Gelände der früheren Olympia-Werke. Bereits zwischen 1974 und 2001 hatte eine Kommandobehörde gleichen Namens mit Sitz in Wilhelmshaven bestanden, die der Unterstützung der Flotte diente. Nach älteren Angaben verfügt das Kommando über rund 1.100 militärische und zivile Dienstposten an 16 Standorten, mit Schwerpunkten im Raum Wilhelmshaven und in Eckernförde, sowie über eine Außenstelle in Virginia Beach zur Verbindung mit der US Navy.
