Eurofighter rechnet mit über 200 weiteren Verkäufen

Eurofighter erhält Aerodynamik-Upgrade: Vertrag für AMK unterzeichnet
Eurofighter AMK | Foto: Eurofighter Jagdflugzeuge GmbH

Das Eurofighter-Konsortium sieht weltweit Absatzchancen für mehr als 200 weitere Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter Typhoon. Die Zahlen wurden auf der International Fighter Conference in München vorgestellt.

Prognose auf der International Fighter Conference

Das Eurofighter-Konsortium rechnet mit Verkaufsmöglichkeiten für mehr als 200 weitere Mehrzweckkampfflugzeuge. Das geht aus einer Infografik hervor, die das Konsortium auf der International Fighter Conference in München gezeigt hat, wie das US-Fachmedium Breaking Defense am 5. November 2026 berichtete. Auf derselben Konferenz im Vorjahr hatte das Konsortium noch ein Exportpotenzial von 134 Flugzeugen genannt. Getragen wird das Programm von den vier Partnernationen Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien, die sich bei neuen Aufträgen jeweils an der Fertigung beteiligen.

Folgeaufträge aus der Türkei und Saudi-Arabien

Zu den größten Einzelposten der Prognose zählen mögliche zweite Bestellungen der Türkei und Saudi-Arabiens mit zusammen 78 Flugzeugen. Wie sich diese Zahl auf beide Länder verteilt, wurde nicht mitgeteilt. Die Türkei hatte 2025 mit Großbritannien einen Vertrag über 20 Typhoon im Wert von 10,7 Mrd. US-Dollar geschlossen und damit eine frühere Absichtserklärung über insgesamt 40 Flugzeuge bekräftigt.

Saudi-Arabien betreibt bereits 72 Eurofighter, die zwischen 2009 und 2017 ausgeliefert wurden. Im März 2018 unterzeichnete das Königreich eine Absichtserklärung über 48 weitere Maschinen. Das Vorhaben verzögerte sich über Jahre, weil Deutschland Rüstungslieferungen an Saudi-Arabien wegen des Jemen-Kriegs und der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi blockierte. Diese Blockade für den Verkauf von Typhoon hat die Bundesregierung inzwischen aufgehoben.

Österreich plant 36 neue Kampfjets

Ein Auftrag aus Österreich würde weitere 36 Flugzeuge umfassen. Das Bundesheer betreibt derzeit 15 Eurofighter der Tranche 1 und plant für die Nachfolge 36 neue Kampfjets mit Gesamtkosten von rund 10 Mrd. Euro. Hintergrund ist, dass andere Nutzerstaaten ihre Tranche-1-Flugzeuge in den kommenden Jahren außer Dienst stellen. Die Entscheidung über die Nachfolge soll laut Regierungsprogramm noch in der laufenden Legislaturperiode, also bis 2029, fallen.

Wettbewerb in Portugal, Polen und Bangladesch

Für die übrigen mindestens 86 Flugzeuge der Prognose nannte das Konsortium keine Aufschlüsselung nach Kunden. Interesse an Exporten besteht seit Längerem unter anderem an Portugal, Polen und Bangladesch.

Portugal sucht einen Nachfolger für seine 28 modernisierten F-16. Neben dem Eurofighter sind die F-35A von Lockheed Martin, die Rafale von Dassault und der Gripen E von Saab im Gespräch. Dassault hat sein Rafale-Angebot bereits im Juli 2026 vorgelegt. Airbus führt die Vertriebskampagne des Konsortiums in Lissabon. Nach Angaben eines Airbus-Sprechers befindet sich das Angebot in der finalen Vorbereitung und soll bis Jahresende formell eingereicht werden; es soll neben dem Flugzeug auch Lebenszykluskosten und Industriekooperation abdecken.

Polen erwägt im Rahmen eines Programms für Luftüberlegenheit die Beschaffung von 32 weiteren Kampfflugzeugen. Nach einem im September gewährten US-Darlehen über 4 Mrd. US-Dollar aus dem Foreign Military Financing könnte Warschau allerdings auch weitere F-35 beschaffen. Bangladesch unterzeichnete 2025 mit Leonardo eine Absichtserklärung zur Aufnahme von Verhandlungen, spricht laut Reuters aber auch mit China über den Kauf von J-10CE.

60 Flugzeuge in der Fertigung

Nach weiteren auf der Konferenz vorgestellten Zahlen befinden sich derzeit 60 Flugzeuge für Spanien, Deutschland und Kuwait in Produktion. Hinzu kommen 89 bereits bestellte Maschinen für die künftige Fertigung, darunter der türkische Auftrag, das spanische Programm Halcon 2, die deutsche Tranche 5 und Bestellungen aus Italien.

Für die Bundeswehr ist die Tranche 5 maßgeblich. Im Oktober 2025 unterzeichnete die NATO Eurofighter & Tornado Management Agency (NETMA) mit der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH und der EUROJET Turbo GmbH die Verträge über 20 Flugzeuge und die zugehörigen EJ200-Triebwerke. Die Flugzeuge sollen ab 2031 an die Bundeswehr ausgeliefert werden, die Lieferungen sind bis 2034 geplant.

Zu einer Erhöhung der Produktionsrate gab es keine neuen Angaben. Der Eurofighter-CEO hatte im vergangenen Jahr eine Rate von 30 Flugzeugen pro Jahr ab 2028 als Ziel genannt, abhängig von neuen Exportaufträgen.

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