Das in Seedorf stationierte Fallschirmjägerregiment 31 hat einen neuen Kommandeur. Oberst Maik Münzner übergab die Führung des Verbandes an Oberstleutnant Ole Stephan.
Wechsel an der Spitze eines Luftlandeverbandes
Münzner hatte das Regiment nach Angaben des Heeres knapp drei Jahre geführt; die Bundeswehr datiert den Beginn seiner Kommandeurszeit auf 2024. Sein Nachfolger Stephan ist nach Darstellung des Regiments ein erfahrener Fallschirmjäger, der den Verband bereits kennt und über Einsatzerfahrung verfügt. Datum und Ort des Übergabeappells nennt die Mitteilung nicht.
Das Fallschirmjägerregiment 31 gehört zur Luftlandebrigade 1 und damit zur Division Schnelle Kräfte. Die Bundeswehr weist für den Verband elf Kompanien und eine Stärke von rund 1.800 Soldatinnen und Soldaten aus; die Mitteilung zur Kommandoübergabe spricht von etwa 2.000. Das Regiment wurde 2014 im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr aus dem Fallschirmjägerbataillon 313, dem Fallschirmjägerbataillon 373 und dem Luftlandeunterstützungsbataillon 272 aufgestellt.
Auftrag und Einordnung
Nach eigener Darstellung kämpfen die Fallschirmjäger nach den Grundsätzen der Infanterie und bilden den Kern der Spezialisierten Kräfte. Gliederung, Ausbildung und Ausrüstung sind auf Luftlandeoperationen einschließlich des Sprungeinsatzes sowie auf den eigenständigen Kampf im feindlichen Hinterland ausgerichtet. Zum Aufgabenspektrum zählen militärische Evakuierungsoperationen und die taktische Unterstützung von Spezialkräfteoperationen. Für die Beweglichkeit sind die Verbände überwiegend mit leichten Waffen und leichten Spezialfahrzeugen wie dem Einsatzfahrzeug Mungo ausgestattet, Feuerunterstützung leisten die eingegliederten schweren Kompanien mit Mörsern, Maschinenkanonen und Panzerabwehrwaffen.
Übergeordnet ist die Luftlandebrigade 1 mit Stab im saarländischen Saarlouis. Sie vereint mit rund 4.400 Soldatinnen und Soldaten alle Fallschirmjägerverbände der Bundeswehr unter einer Führung und gilt als die am schnellsten verfügbare Brigade für krisenhafte Entwicklungen im Ausland.
Ausbildungsschwerpunkte der vergangenen Jahre
Die Mitteilung des Regiments nennt als prägende Vorhaben der zurückliegenden Amtszeit unter anderem Erkundungen in Grönland, eine als „Sprungwoche Nord“ bezeichnete Ausbildungsphase sowie Übungen im Gefechtsübungszentrum des Heeres, darunter Gefechte in Schnöggersburg.
Das Gefechtsübungszentrum liegt auf dem Truppenübungsplatz Altmark in der Colbitz-Letzlinger Heide. Zur Anlage gehört die Übungsstadt Schnöggersburg, die sich über mehr als sechs Quadratkilometer erstreckt und über 550 Gebäude, 16 Kilometer Straße, einen 800 Meter langen Flusslauf sowie eine begehbare Kanalisation von 600 Metern Länge mit 20 Ein- und Ausstiegen umfasst. Die Anlage ist für Einsatzverbände mit einer Stärke von bis zu 1.500 Soldatinnen und Soldaten ausgelegt und wurde 2020 an die Bundeswehr übergeben. Fallschirmjäger nutzen das Gelände regelmäßig für den Orts- und Häuserkampf.
