Fregatte „Baden-Württemberg“ läuft zum UNIFIL-Einsatz aus

Am 4. Juni 2026 verlässt die Fregatte „Baden-Württemberg“ ihren Heimathafen Wilhelmshaven, um vor der libanesischen Küste Aufgaben im Rahmen der UN-Mission UNIFIL zu übernehmen. An Bord sind rund 170 Soldatinnen und Soldaten.
Foto: Bundeswehr/Julia Kelm

Am 4. Juni 2026 verlässt die Fregatte „Baden-Württemberg“ ihren Heimathafen Wilhelmshaven, um vor der libanesischen Küste Aufgaben im Rahmen der UN-Mission UNIFIL zu übernehmen. An Bord sind rund 170 Soldatinnen und Soldaten.

Auftrag und Ablauf

Das Schiff läuft nach Angaben des Presse- und Informationszentrums Marine am Donnerstag, 4. Juni 2026, um 10 Uhr aus. Kommandant ist Fregattenkapitän Bastian Saphörster. Vor der Küste des Libanon soll die Besatzung die Seeraumüberwachung übernehmen und die libanesische Marine ausbilden.

Zunächst verlegt die Fregatte ins östliche Mittelmeer nach Zypern. Dort löst sie die Fregatte „Nordrhein-Westfalen“ ab und führt den Einsatz ohne Unterbrechung fort. Zur regulären Besatzung kommen unter anderem Bordeinsatzkräfte des Seebataillons aus Eckernförde hinzu.

Kommandant Saphörster verweist darauf, dass sich die Sicherheitslage im östlichen Mittelmeer seit der Eskalation im Nahen Osten im Frühjahr 2026 nicht verbessert habe. Er hebt die intensive Vorbereitung auf den Einsatz zu Jahresbeginn sowie das Vertrauen in seine Besatzung hervor. Die „Baden-Württemberg“ war bereits 2024 im Rahmen von UNIFIL vor der libanesischen Küste im Einsatz.

Jetzt Steady-Mitglied werden!

Hintergrund: Die Mission UNIFIL

UNIFIL (United Nations Interim Force in Lebanon) zählt zu den ältesten Friedensmissionen der Vereinten Nationen. Sie geht auf die Resolutionen 425 und 426 des UN-Sicherheitsrats aus dem Jahr 1978 zurück und wurde nach dem Libanonkrieg 2006 mit der Resolution 1701 erweitert. Seitdem unterstützt die Mission den libanesischen Staat unter anderem bei der Sicherung seiner Grenzen.

Deutschland beteiligt sich seit 2006 am maritimen Teil der Mission, der sogenannten Maritime Task Force. Zentrale Aufgaben des Marineverbands sind die Überwachung der libanesischen Seegrenzen und die Ausbildung der libanesischen Marine, damit diese die Kontrolle ihrer Gewässer perspektivisch selbst übernehmen kann. Ein erklärtes Ziel ist, den Schmuggel von Rüstungsgütern über See zu unterbinden. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums befinden sich derzeit zwei Kriegsschiffe im Verband, gestellt von Deutschland und Bangladesch; geführt wird er von einem deutschen Admiral.

Der Deutsche Bundestag hat das deutsche Mandat zuletzt am 26. Juni 2025 um ein Jahr bis zum 30. Juni 2026 verlängert. Für die Verlängerung stimmten 390 Abgeordnete, 179 votierten dagegen, zwei enthielten sich. Die personelle Obergrenze liegt unverändert bei bis zu 300 Soldatinnen und Soldaten.

Hintergrund der Mission ist die angespannte Lage in der Region. Nach Monaten gegenseitigen Beschusses waren israelische Kräfte im Oktober 2024 in den Libanon vorgedrungen, um die Hisbollah zurückzudrängen. Seit November 2024 gilt ein Waffenstillstand, der die Sicherheitslage nach Einschätzung von Bundesregierung und Bundestag insgesamt beruhigt hat. Israelische Luftschläge auf Stellungen der Hisbollah kommen jedoch weiterhin vor.

Hintergrund: Fregatten der Klasse F125

Die „Baden-Württemberg“ ist das Typschiff der gleichnamigen Fregattenklasse F125, von der die Deutsche Marine insgesamt vier Einheiten betreibt. Der Schiffstyp wurde aus den Einsatzerfahrungen der vergangenen Jahrzehnte heraus entwickelt und ist auf Stabilisierungseinsätze ausgelegt. Schwerpunkt des Aufgabenspektrums ist die Seeraumüberwachung in Krisenregionen; der Fokus liegt auf Einsätzen geringer und mittlerer Intensität, etwa der Überwachung von Seegebieten, der Durchsetzung von Embargos oder dem Schutz der Schifffahrt.

Durch einen hohen Automatisierungsgrad und reduzierte Wartungsanforderungen kommen die Schiffe mit einer vergleichsweise kleinen Stammbesatzung von rund 126 Personen aus. Sie sind dafür ausgelegt, bis zu zwei Jahre im Einsatzgebiet zu verbleiben, ohne in Deutschland gewartet werden zu müssen. Wie lange die „Baden-Württemberg“ vor Ort bleibt, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Mit WhatsApp immer bestens informiert!

Abonniere unseren WhatsApp-Kanal, um Neuigkeiten direkt aufs Handy zu erhalten. Einfach unten auf den Button klicken und dem Kanal beitreten:

Total
0
Shares
Related Posts
Total
0
Share