Bundeswehr ruft zusätzliche D-LBO-Leistungen für 100 Millionen Euro ab

Die Bundeswehr weitet die Digitalisierung ihrer Fahrzeugflotte aus: Über einen bestehenden Rahmenvertrag hat sie zusätzliche Hardware und Unterstützungsleistungen im Wert von rund 100 Millionen Euro abgerufen. Auftragnehmer ist eine Arbeitsgemeinschaft aus Rheinmetall Electronics und der blackned GmbH.
Foto: PIZ Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung

Die Bundeswehr weitet die Digitalisierung ihrer Fahrzeugflotte aus: Über einen bestehenden Rahmenvertrag hat sie zusätzliche Hardware und Unterstützungsleistungen im Wert von rund 100 Millionen Euro abgerufen. Auftragnehmer ist eine Arbeitsgemeinschaft aus Rheinmetall Electronics und der blackned GmbH.

Der Abruf erfolgt im Rahmen des Vorhabens „Digitalisierung Landbasierte Operationen“ (D-LBO). Beauftragt wird die Arbeitsgemeinschaft IT-Systemintegration (ARGE ISI), die sich aus der Rheinmetall Electronics GmbH und der im bayerischen Heimertingen ansässigen blackned GmbH zusammensetzt. Gegenstand des Abrufs sind Hardwarekomponenten sowie industrielle Dienstleistungen, mit denen die laufende Serienintegration digitaler Führungs- und Kommunikationssysteme in Fahrzeuge der Bundeswehr fortgeführt werden soll.

Was der Abruf umfasst

Der Hardwareanteil beinhaltet unter anderem 5.000 Adapterplattensätze in der Grundversion („Basic“), über die IT- und Funkgeräte in verschiedene Fahrzeugplattformen eingebunden werden. Hinzu kommen 11.000 robuste Bedieneinheiten (rugged Pin Pads), die kryptografische Funktionen sowie digitale Führungs- und Kommunikationssysteme steuern.

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Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf technischen Unterstützungsleistungen während der Serienintegration. Dazu zählen die Integration von Softwarekomponenten, die Optimierung technischer Schnittstellen und Maßnahmen für einen stabilen Systembetrieb. Zur Absicherung des Zeitplans stellt die Arbeitsgemeinschaft zehn zusätzliche Serienintegrationsteams bereit; ihr Einsatz ist für den Zeitraum vom vierten Quartal 2027 bis zum vierten Quartal 2028 vorgesehen.

Innerhalb der Arbeitsgemeinschaft übernimmt blackned den Bereich Softwarearchitekturen und taktische Kommunikationslösungen, während Rheinmetall Electronics für die Integration der Systemtechnik in die unterschiedlichen Fahrzeugplattformen zuständig ist.

Einordnung: eines der größten Modernisierungsvorhaben des Heeres

D-LBO gilt als zentrales Modernisierungsprojekt der deutschen Landstreitkräfte. Ziel ist es, analoge Funknetze durch ein durchgängiges, verschlüsseltes und vernetztes Führungs- und Informationssystem zu ersetzen, das Soldaten, Fahrzeuge und höhere Führungsebenen in Echtzeit verbindet. Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt rund 11,5 Milliarden Euro. Nach Angaben der Bundeswehr wird das System in zwei Ausstattungsstufen eingeführt – einer reduzierten Grundversion für rund 16.000 bestehende Plattformen sowie einer Vollausstattung, die in zahlreichen neuen Fahrzeugen sowie in ausgewählten Bestandsplattformen installiert wird.

Die vertragliche Grundlage wurde 2024 in zwei Beschaffungsverträgen gelegt. Für die hardwareseitige Einrüstung samt Verkabelung wurde die ArGe D-LBO aus Rheinmetall Landsysteme und KNDS Deutschland mit einem Gesamtvolumen von 1,98 Milliarden Euro brutto beauftragt. Die IT-Systemintegration in alle Fahrzeug- und Plattformsysteme übernimmt die nun erneut beauftragte ArGe ISI; dieser Vertrag hat ein Volumen von rund 1,2 Milliarden Euro brutto, wovon etwa 730 Millionen Euro auf Rheinmetall und rund 470 Millionen Euro auf blackned entfallen. Bis Mitte 2030 soll die Technik in mehr als 10.000 Kampf- und Unterstützungsfahrzeuge integriert werden.

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