Airbus und Drohnenhersteller SkyFall vereinbaren Partnerschaft bei der Luftverteidigung

Auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin haben Airbus Defence and Space und das ukrainische Technologieunternehmen SkyFall eine strategische Zusammenarbeit besiegelt. Im Zentrum steht die Drohnenabwehr für den europäischen und ukrainischen Luftraum.
Foto: Airbus

Auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin haben Airbus Defence and Space und das ukrainische Technologieunternehmen SkyFall eine strategische Zusammenarbeit besiegelt. Im Zentrum steht die Drohnenabwehr für den europäischen und ukrainischen Luftraum.

Airbus Defence and Space und der ukrainische Verteidigungstechnik-Anbieter SkyFall haben am 12. Juni 2026 auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin eine Absichtserklärung für eine strategische Partnerschaft unterzeichnet. Die Unterzeichnung erfolgte im Beisein von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius. Für die Unternehmen unterschrieben Airbus-Defence-Chef Michael Schöllhorn und SkyFall-Chef Mykola Makovieiev.

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Ziel: mehrschichtige Drohnen- und Raketenabwehr

Die Kooperation soll den Schutz des ukrainischen und europäischen Luftraums vor Drohnen- und Raketenangriffen verbessern und zugleich die ukrainische Verteidigungsindustrie stärker in den europäischen Markt einbinden. Nach Angaben beider Seiten geht es darum, etablierte westliche Systemkompetenz mit im Gefecht erprobten ukrainischen Technologien zu verbinden, um schneller auf neue Bedrohungen – insbesondere massenhafte, kostengünstige Drohnenangriffe – reagieren zu können.

Ein konkreter Schwerpunkt der angestrebten Zusammenarbeit ist die Einbindung von SkyFalls Abfangdrohnen in die Führungs- und Einsatzsysteme von Airbus. Vorgesehen ist insbesondere, den Drohnen-Interzeptor „P1-SUN“ in das Command-and-Control-System (C2) von Airbus zu integrieren und damit Sensorik und Wirkmittel in einer durchgängigen Wirkungskette zu verbinden. Schöllhorn verwies darauf, dass eine widerstandsfähige, mehrschichtige Luftverteidigung sowohl technologische Anpassungsfähigkeit als auch multinationale Interoperabilität erfordere. Makovieiev hob hervor, dass aus der Partnerschaft die nächste Technologiegeneration für einen mehrschichtigen Luftschutzschirm hervorgehen solle.

Einordnung in die European Sky Shield Initiative

Die Partnerschaft ordnet sich nach Darstellung der Unternehmen in die European Sky Shield Initiative (ESSI) ein. Das von Deutschland angestoßene Vorhaben wurde im Oktober 2022 als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gestartet und zielt auf den gemeinsamen Aufbau einer bodengebundenen, integrierten Luft- und Raketenabwehr in Europa. Kern des Ansatzes ist die gemeinsame Beschaffung und der gemeinsame Betrieb von Abwehrsystemen, um Kosten zu senken und die Interoperabilität zwischen den teilnehmenden Staaten zu erhöhen. Bis 2025 ist die Zahl der beteiligten Länder auf rund zwei Dutzend gestiegen. ESSI sieht eine gestaffelte Verteidigung mit Systemen unterschiedlicher Reichweite vor, darunter das IRIS-T SLM von Diehl Defence und – für die Abwehr ballistischer Raketen – das israelische Arrow-System.

Profil von SkyFall

SkyFall ist ein ukrainisches Technologie- und Rüstungsunternehmen mit eigenem Entwicklungszentrum, Serienfertigung und einer angegliederten Ausbildungseinrichtung (SkyFall Academy). Bekannt ist das Unternehmen vor allem für die schwere Kampfdrohne „Vampire“, die von russischer Seite den Beinamen „Baba Yaga“ erhielt. Daneben fertigt SkyFall FPV-Drohnen vom Typ „Shrike“, den Interzeptor „P1-SUN“ sowie Kommunikationssysteme und Komponenten. Nach Unternehmensangaben haben SkyFall-Interzeptoren bislang mehr als 10.000 russische Drohnen im Einsatz abgefangen; mit den Systemen seien gegnerisches Personal und Gerät im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar zerstört worden. Diese Zahlen stammen vom Unternehmen selbst und ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

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