Der griechische Regierungsrat für nationale Sicherheit hat den Kauf von drei Militärtransportern des Typs Embraer C-390 Millennium gebilligt. Sie ersetzen die veralteten C-130-Hercules-Maschinen und bringen der griechischen Luftwaffe erstmals eine eigene Luftbetankungsfähigkeit.
Am 23. Juli 2026 gab der griechische Regierungsrat für Auswärtiges und Verteidigung (KYSEA) unter Vorsitz von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis ein Beschaffungsprogramm über rund 600 Millionen Euro frei. Vorgesehen sind zunächst drei Transportflugzeuge des brasilianischen Herstellers Embraer, mit einer Option auf drei weitere Maschinen. Verteidigungsminister Nikos Dendias gab die Entscheidung im Anschluss bekannt.
Der Kauf ist Teil eines umfangreicheren Rüstungspakets: Nach Angaben griechischer Medien billigte der KYSEA am selben Tag elf Programme mit einem Gesamtvolumen von rund 4,3 Milliarden Euro. Den größten Posten bildet das mehrschichtige Luftverteidigungssystem „Achilles-Schild“ mit einem Wert von etwas mehr als drei Milliarden Euro. Der Transporterkauf ist mit einem Anteil von etwa 14 Prozent die zweitgrößte Einzelposition des Pakets.

Beschaffung über Portugal
Die Maschinen werden nicht neu bestellt, sondern über ein Regierungsabkommen mit Portugal übernommen. Griechenland tritt dabei in drei von zehn Produktionsplätzen ein, die Portugal bereits in Embraers Endmontage in Brasilien gesichert hatte. Dieses Verfahren verkürzt die Lieferzeiten, da Athen nicht das Ende der Auftragswarteschlange abwarten muss. Die Unterzeichnung des Vertrags wird für Herbst 2026 erwartet, möglicherweise im September. Die erste Maschine soll 2027 ausgeliefert werden, die Komplettierung der Dreierflotte ist bis 2030 geplant.
Das Programm umfasst neben den Flugzeugen die Umschulung von Piloten und Wartungspersonal, ein erstes Ersatzteilpaket, Bodenausrüstung sowie einen mehrjährigen Unterstützungsvertrag. Die Instandhaltung von Zelle und Triebwerken soll über die staatliche Hellenic Aerospace Industry (HAI) erfolgen; Dendias nannte einen inländischen Wertschöpfungsanteil von mindestens 25 Prozent. Embraer und HAI hatten bereits im Mai 2026 eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist es, lange Wartungsaufenthalte im Ausland zu vermeiden, die in der Vergangenheit die Verfügbarkeit der Hercules-Flotte beeinträchtigt hatten.
Ersatz für eine überalterte Flotte
Griechenland hatte ab 1975 knapp zwanzig C-130 beschafft. Zuletzt waren davon nur noch etwa vier bis sieben Maschinen einsatzbereit; die verbliebenen Flugzeuge haben rund 45 bis 50 Jahre Dienstzeit hinter sich und leiden unter Materialermüdung sowie zunehmender Ersatzteilknappheit. Eine zwischenzeitlich erwogene Übernahme ausgemusterter US-Hercules wurde verworfen, weil die Sanierungskosten den Restwert überstiegen.
Die C-390 ist ein zweistrahliges Strahlflugzeug und damit deutlich schneller als die propellergetriebene Hercules. Sie bietet eine maximale Nutzlast von 26 Tonnen – etwa sechs Tonnen mehr als eine C-130H – und erreicht eine Reisegeschwindigkeit von rund 870 km/h. Angetrieben wird sie von zwei Triebwerken des Typs IAE V2500, die auch in zahlreichen Airbus-A320-Verkehrsflugzeugen verbaut sind, was die Ersatzteilversorgung erleichtert. In der Laderaumkonfiguration kann die Maschine unter anderem Fahrzeuge, sieben Standardpaletten, bis zu 80 Soldaten oder rund 74 Liegendkranke aufnehmen.
Neue Betankungsfähigkeit
Mit der Beschaffung erhält die griechische Luftwaffe erstmals ein starrflügeliges Tankflugzeug. In der Tankerversion KC-390 lässt sich die Maschine mit zwei Betankungsbehältern unter den Tragflächen ausrüsten und kann Kampfflugzeuge mit Betankungssonde versorgen – darunter die griechischen Rafale und Mirage 2000. Damit können Einsatzradius und Verweildauer der Jäger etwa über dem östlichen Mittelmeer verlängert werden.
Dendias verwies auf den Nutzen für Verbindungen nach Zypern und in die Ägäis. Beobachter weisen zugleich darauf hin, dass drei Maschinen keine dauerhafte Tankerbereitschaft bei gleichzeitiger Transport-, Ausbildungs- und Wartungslast erlauben; die Option auf drei weitere Flugzeuge würde hier zusätzliche Reserven schaffen. Im künftigen Flottenkonzept soll die C-390 schwere und weiträumige Transporte übernehmen, während die kleineren C-27J Spartan leichtere Regionaleinsätze abdecken.
Die Entscheidung reiht sich in Griechenlands langfristiges Modernisierungsprogramm ein, das ein Gesamtvolumen von rund 28 Milliarden Euro umfasst und unter anderem die Beschaffung von F-35-Kampfjets sowie neuer Fregatten aus Frankreich und Italien vorsieht. Mit der Auswahl durch Athen wächst der Kundenkreis der C-390 auf zwölf Staaten, darunter Brasilien, Portugal, die Niederlande, Österreich, Schweden und Südkorea.
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