Bundeswehr ordert über 2.000 Transportfahrzeuge bei Rheinmetall

Die Bundeswehr hat beim Düsseldorfer Konzern Rheinmetall mehr als 2.000 ungeschützte militärische Lastwagen bestellt. Der Auftrag hat einen Wert von rund einer Milliarde Euro und stammt aus einem bestehenden Rahmenvertrag.
Foto: Rheinmetall

Die Bundeswehr hat beim Düsseldorfer Konzern Rheinmetall mehr als 2.000 ungeschützte militärische Lastwagen bestellt. Der Auftrag hat einen Wert von rund einer Milliarde Euro und stammt aus einem bestehenden Rahmenvertrag.

Auftragsumfang und Wert

Das Beschaffungsamt der Bundeswehr hat bei Rheinmetall mehr als 2.000 sogenannte Ungeschützte Transportfahrzeuge (UTF) abgerufen. Der Auftragswert liegt bei 1,015 Milliarden Euro brutto. Geliefert werden die Fahrzeuge durch die Tochtergesellschaft Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV). Der Auftrag soll im zweiten Quartal 2026 verbucht werden; die Auslieferung beginnt nach Unternehmensangaben in der ersten Jahreshälfte 2026, der überwiegende Teil der Fahrzeuge soll noch im laufenden Jahr übergeben werden.

Die Bestellung verteilt sich auf rund 1.000 Fahrzeuge des Typs 8×8 mit einer Nutzlast von 15 Tonnen sowie rund 1.000 weitere Fahrzeuge der Varianten 4×4 (3,5 Tonnen) und 6×6 (5 Tonnen). Die schwereren 8×8-Modelle verfügen über vier Allradachsen, die leichteren Typen über zwei beziehungsweise drei Achsen.

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Teil eines größeren Rahmenvertrags

Der aktuelle Abruf erfolgt aus einem Rahmenvertrag, den die Bundeswehr und RMMV im Juli 2024 geschlossen hatten. Dieser Vertrag wurde im Beschaffungsamt der Bundeswehr unterzeichnet und erlaubt es, über einen Zeitraum von sieben Jahren bis zu 6.500 ungeschützte Transportfahrzeuge zu bestellen. Das maximale Gesamtvolumen beläuft sich auf bis zu 3,5 Milliarden Euro brutto. Rheinmetall bezeichnet den Rahmenvertrag als größten Auftrag der Unternehmensgeschichte im Bereich logistischer Fahrzeuge.

Es ist nicht der erste Abruf aus dieser Vereinbarung. Bereits Ende 2024 bestellte die Bundeswehr 568 Logistikfahrzeuge im Wert von über 330 Millionen Euro, darunter 349 UTF. Im Sommer 2025 folgte ein weiterer Abruf von rund 1.400 Fahrzeugen, davon 425 UTF.

Technischer Hintergrund

Die Fahrzeuge basieren auf der HX-Baureihe von RMMV, die speziell für militärische Anforderungen entwickelt wurde und auf Geländegängigkeit ausgelegt ist. Es handelt sich um sogenannte „Military-off-the-shelf“-Fahrzeuge, die auf ziviler Serientechnik aufbauen und um militärische Komponenten ergänzt werden. Die Bezeichnung „ungeschützt“ verweist darauf, dass die Lastwagen nicht gepanzert sind; das Fahrerhaus lässt sich jedoch mit vergleichsweise geringem Aufwand durch eine geschützte Version ersetzen.

Christoph Müller, Vorsitzender der RMMV-Geschäftsführung, verwies laut Mitteilung auf die Vorteile einer standardisierten Fahrzeugfamilie bei Ausbildung, Betrieb und Instandhaltung. Die UTF-Reihe ist seit 2018 bei der Bundeswehr im Einsatz und bildet einen wesentlichen Teil der logistischen Lkw-Flotte.

Einordnung

Begonnen hatte die Beschaffung dieser Fahrzeugfamilie mit der Lieferung von acht ungeschützten Lastwagen im Jahr 2018. 2024 lieferte Rheinmetall nach eigenen Angaben insgesamt rund 2.015 Logistikfahrzeuge an die Bundeswehr aus. Die fortlaufenden Abrufe stehen im Zusammenhang mit dem Ausbau der militärischen Logistikkapazitäten und werden teils über das Sondervermögen der Bundeswehr finanziert.

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