Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat am 20. Mai 2026 die Beschaffung von 27-Millimeter-Munition, militärischen Transportfahrzeugen, digitalen Geoinformationen und zusätzlicher Ausrüstung für Netzservicetrupps freigegeben. Die Vorhaben betreffen Luft, Land und die digitale Vernetzung der Streitkräfte.
In seiner Sitzung am 20. Mai 2026 genehmigte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags vier Beschaffungsvorhaben für die Bundeswehr. Nach Angaben des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) handelt es sich um zusätzliche panzerbrechende Munition im Kaliber 27 Millimeter, ungeschützte Transportfahrzeuge, eine Rahmenvereinbarung über digitale Geoinformationen sowie weitere Rüstsätze für sogenannte Netzservicetrupps.

Munition für Kampfflugzeuge und Marinegeschütz
Freigegeben wurde die Beschaffung weiterer Munition im Kaliber 27 Millimeter. Diese kommt laut BMVg in den Maschinenkanonen der Kampfflugzeuge Tornado und Eurofighter zum Einsatz. Darüber hinaus wird sie im Marineleichtgeschütz MLG 27 verwendet, das auf Schiffen der Marine zur Nah- und Selbstverteidigung dient.
Transportfahrzeuge für die Logistik
Der Ausschuss billigte zudem die Beschaffung weiterer militärischer Transportfahrzeuge in den Zuladungsklassen von 3,5 bis 15 Tonnen. Es handelt sich um geländegängige, allradgetriebene und ungeschützte Lastkraftwagen mit zwei bis vier Achsen. Sie sollen die Truppe mit Versorgungsgütern beliefern und Container sowie Wechselpritschen transportieren. Das Ministerium begründet die Anschaffung mit dem Ziel einer einheitlichen Fahrzeugflotte, die vollständig in das logistische System der Bundeswehr eingebunden werden soll, um die Komplexität zu verringern und die Durchhaltefähigkeit zu erhöhen.
Digitale Geoinformationen
Ein weiteres Vorhaben betrifft eine Rahmenvereinbarung zur Verarbeitung und Lieferung digitaler Geoinformationen. Darunter fallen Höhen-, Fernerkundungs- und Referenzdaten wie Satellitenbilder und digitale Höhenmodelle der Erdoberfläche. Solche Daten dienen unter anderem als Grundlage für Kartenmaterial, für die Navigation von Waffensystemen sowie für die taktische und operative Planung.
Zuständig für die Aufbereitung ist der Geoinformationsdienst der Bundeswehr, einer von drei militärischen Fachdiensten neben dem Sanitäts- und dem Militärmusikdienst. In ihm arbeiten rund 1.700 militärische und zivile Fachleute in verschiedenen geowissenschaftlichen Disziplinen zusammen. Seine zentrale Dienststelle, das Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr, untersteht organisatorisch dem Kommando Cyber- und Informationsraum und zählt zu den Ressortforschungseinrichtungen des Bundes. Der Bedarf an weltweiten Geoinformationen, einschließlich kommerziell beschaffbarer Luft- und Satellitenbilddaten, gilt in den Streitkräften als hoch.
Ausrüstung für Netzservicetrupps
Schließlich stimmte der Ausschuss der Lieferung zusätzlicher Rüstsätze für mobile Netzservicetrupps zu, ebenfalls auf Basis einer Rahmenvereinbarung. Diese Trupps installieren, warten und reparieren technisches Gerät und stellen bei Einsätzen und Übungen die Vernetzung der mobilen Übertragungssysteme sowie den leitungsgebundenen Anschluss von Gefechtsständen sicher.
Hintergrund: das Verfahren der 25-Millionen-Euro-Vorlagen
Die vier Vorhaben gehören zu den sogenannten 25-Millionen-Euro-Vorlagen. Investitionen in Rüstungsgüter mit einem Wert von mehr als 25 Millionen Euro müssen vom Haushaltsausschuss des Bundestags bestätigt werden, bevor das Beschaffungsamt der Bundeswehr Verträge mit der Industrie schließen darf. Das Verfahren geht auf einen Beschluss des Haushaltsausschusses vom 25. Mai 1981 zurück; Anlass waren damals gestiegene Kosten bei der Beschaffung des Kampfflugzeugs Tornado. Seit Juli 2022 ist die Vorlagepflicht zudem gesetzlich in der Bundeshaushaltsordnung sowie im Bundeswehrfinanzierungs- und Sondervermögensgesetz verankert.
Die Bundeswehr hat zuletzt eine große Zahl solcher Vorlagen abgearbeitet. Im Dezember 2025 billigte der Haushaltsausschuss in einer einzigen Sitzung 30 Vorlagen mit einem Gesamtvolumen von knapp 50 Milliarden Euro und brachte damit nach Ministeriumsangaben in jenem Jahr insgesamt 103 Vorlagen auf den Weg. Die parlamentarische Kontrolle bei dem hohen Tempo wird allerdings auch kritisch gesehen. Abgeordnete der Opposition mahnten, dass Kosten bei wichtigen Vorhaben zunehmend stiegen und die parlamentarische Kontrolle kaum noch zu leisten sei.
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