Auf Bitte Frankreichs verlegt die Bundeswehr zwei Transporthubschrauber und Löschmaterial in die Region um Bordeaux. Der Einsatz ist zunächst auf fünf Tage angelegt.
Die Bundeswehr beteiligt sich an der Bekämpfung der Waldbrände im Südwesten Frankreichs. Nach Angaben des Bundesministeriums der Verteidigung wurden am Vormittag des 27. Juli zwei Transporthubschrauber vom Typ CH-53 sowie Löschgerät und weiteres Material in die betroffene Region verlegt. Grundlage ist eine Unterstützungsanfrage der französischen Behörden.
Verlegung über die Militärbasis Cazaux
Der Materialtransport erfolgte mit einem Transportflugzeug vom Typ A400M zur französischen Militärbasis Cazaux, die rund 50 Kilometer südwestlich von Bordeaux liegt. Die eingesetzten CH-53 stammen nach Angaben der Bundeswehr aus dem Hubschraubergeschwader 64 im baden-württembergischen Laupheim. Die Anfrage lief über das EU-Katastrophenschutzverfahren, in dessen Rahmen die Bundeswehr geeignete Kapazitäten identifiziert und in Einsatzbereitschaft versetzt hat.

Der Einsatz der deutschen Kräfte soll sich auf die Waldbrände in der Umgebung von Bordeaux konzentrieren und ist in Absprache mit Frankreich vorerst auf fünf Tage begrenzt. Das Ministerium ordnete die Maßnahme als Ausdruck der Unterstützung für einen engen Partner ein und verwies auf das Ausmaß der Zerstörung in den betroffenen Gebieten, das bislang nicht eingedämmt werden konnte.
Lage in Frankreich und Spanien
Die Brände im Südwesten Frankreichs haben sich seit dem 22. Juli erheblich ausgeweitet. Im Einsatz stehen dort nach Medienangaben rund 2.500 Feuerwehrleute, 18 Löschflugzeuge und 1.500 Soldaten; die Behörden riefen die Bevölkerung auf, nicht in die betroffene Region Gironde zu reisen. Betroffen sind inzwischen mehr als 40.000 Hektar, und über 200.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, während sich das Feuer der Großstadt Bordeaux näherte.
Die Brände sind Teil einer größeren Krisenlage in Südeuropa. Nach Regierungsangaben verbrannten in Frankreich seit Jahresbeginn fast 100.000 Hektar; Innenminister Laurent Nuñez sprach von einem historischen Rekord. Auch in Spanien griffen Waldbrände im Großraum Madrid und in der Provinz Ávila um sich; dort wurde der nationale Notstand ausgerufen und rund 100.000 Menschen wurden evakuiert.
Einordnung: europäischer Katastrophenschutz
Die deutsche Hilfe fügt sich in den Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens ein, über das Mitgliedstaaten im Krisenfall gemeinsam Ressourcen bereitstellen. Seit 2019 wird das Verfahren durch die zu 100 Prozent aus EU-Mitteln finanzierte rescEU-Flotte aus Löschflugzeugen und Hubschraubern ergänzt. Nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen entsandte die EU aus dieser Reserve fünf Flugzeuge und zwei Hubschrauber nach Frankreich.
Die Belastung des Systems durch gleichzeitige Notlagen ist erkennbar. Die parallelen Hilfegesuche aus Frankreich und Spanien im Juli 2026 verdeutlichen, dass mehrere zeitgleiche Großlagen kein theoretisches Szenario mehr sind. Die EU-Kommission baut derzeit eine permanente rescEU-Flotte auf; geplant ist die Beschaffung von zwölf fabrikneuen Löschflugzeugen mit einem ersten Auslieferungshorizont ab 2028.
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