Saab stellt Allied Mission System für Operationen im Weltraum vor

Saab hat mit dem Allied Mission System (AMS) eine cloudbasierte Softwareplattform vorgestellt, die Weltraumlagebild, Missionsmanagement und Führungsfunktionen in einem System zusammenführt. Die in Australien entwickelte Lösung soll weltweit als Software as a Service angeboten werden.
Foto: Saab

Saab hat mit dem Allied Mission System (AMS) eine cloudbasierte Softwareplattform vorgestellt, die Weltraumlagebild, Missionsmanagement und Führungsfunktionen in einem System zusammenführt. Die in Australien entwickelte Lösung soll weltweit als Software as a Service angeboten werden.

Lagebild, Analyse und Führung in einem System

Das AMS soll es Nutzern ermöglichen, Aktivitäten im Weltraum zu überwachen, zu bewerten und darauf zu reagieren. Dazu verarbeitet die Plattform Daten aus integrierten Sensoren sowie aus Systemen Dritter und führt sie zu einem gemeinsamen Lagebild zusammen. Automatisierte Analysefunktionen leiten daraus Erkenntnisse ab und unterstützen die Entscheidungsfindung. Darauf aufbauend bietet das System Führungs- und Steuerungsfunktionen (Command and Control): Bedienende können Ressourcen koordinieren, Systeme beauftragen und Missionen planen und steuern.

Saab verbindet damit drei Funktionsbereiche: Space Domain Awareness, Missionsmanagement und Command and Control. Eine spätere Anbindung an übergreifende Strukturen für Multi-Domain-Operationen ist vorgesehen.

Offene und modulare Architektur

Die Plattform basiert auf einer offenen Architektur. Datendienste, Missionsdienste und Anwendungen sind als getrennte Module angelegt und können unabhängig voneinander weiterentwickelt werden. Nach Angaben des Herstellers lassen sich auf diese Weise neue Technologien schneller integrieren, um auf veränderte Bedrohungen zu reagieren. Das System ist auf kontinuierliche Weiterentwicklung ausgelegt.

Entwickelt und gebaut wurde das AMS in Australien. Saab will es als Software as a Service (SaaS) bereitstellen. Kunden sollen den Funktionsumfang an ihre jeweiligen operativen Anforderungen anpassen und erweitern können.

Einordnung durch Unternehmen und Landesregierung

Andy Keough, Geschäftsführer von Saab Australia, verweist darauf, dass nahezu alle Lebensbereiche in irgendeiner Form von Weltraumsystemen abhängen. Das AMS solle Nutzern ermöglichen, in einem zunehmend überfüllten und umkämpften Umfeld handlungsfähig zu bleiben. Die Plattform beruhe auf den Erfahrungen des Unternehmens mit Führungssystemen für mehrere Domänen und sei Teil des Aufbaus souveräner australischer Fähigkeiten.

Chris Picton, Minister für Verteidigung und Raumfahrtindustrie des Bundesstaats South Australia, bezeichnet den Bundesstaat als Zentrum der australischen Raumfahrtindustrie. Da der Weltraum für die nationale Sicherheit an Bedeutung gewinne, trügen dort ansässige Unternehmen wie Saab zum Aufbau der benötigten souveränen Fähigkeiten bei und schafften zugleich qualifizierte Arbeitsplätze.

Hintergrund: Wachsender Bedarf an Weltraumlagebild

Das australische Verteidigungsministerium definiert Space Domain Awareness als die Fähigkeit, Objekte und Aktivitäten im Weltraum zu erfassen, zu verfolgen und zu identifizieren. Australien baut diesen Bereich derzeit aus. Das Integrated Investment Program 2026 sieht für das kommende Jahrzehnt zwischen 9 und 12 Milliarden australische Dollar vor, unter anderem für widerstandsfähige Space Domain Awareness, Geoinformationsaufklärung und Systeme zur Weltraumkontrolle. Zuletzt erprobten die australischen Streitkräfte gemeinsam mit der University of New South Wales, wie bodengestützte optische Sensoren das nationale Weltraumlagebild stärken können.

Der Bedarf an solchen Systemen wächst auch wegen der zunehmenden Zahl von Objekten im Orbit. Laut dem aktuellen Space Environment Report der Europäischen Weltraumorganisation fanden 2025 mehr als 300 Starts statt, bei denen über 4.000 neue Nutzlasten in die Umlaufbahn gebracht wurden. Die ESA verzeichnet zudem eine wachsende Lücke zwischen erfassten und katalogisierten Objekten, da viele beobachtbare Fragmente noch keiner Quelle oder keinem Zerfallsereignis zugeordnet werden können.

Saabs Ausbau im Weltraumsektor

Saab ist bislang vor allem als Anbieter von Aufklärungs- und Führungssystemen für Land-, See- und Luftstreitkräfte bekannt. Auch in Schweden baut das Unternehmen seine Rolle im Weltraum aus: Saab hat Absichtserklärungen mit SSC Space, OHB Sweden und Ericsson unterzeichnet, um eine größere Rolle bei der Integration weltraumgestützter Systeme in Verteidigungs- und Sicherheitsfähigkeiten einzunehmen.

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