P13: die neue Pistole der Bundeswehr

Die Bundeswehr erhält eine neue Standardpistole: Die P13 auf Basis der CZ P-10 C OR löst nach mehr als drei Jahrzehnten die P8 ab. Das Vorhaben fällt durch kurze Vergabezeit, niedrigen Stückpreis und einen deutlichen Fähigkeitszuwachs bei Visierung und Handhabung auf.
Die Pistole P13 | Foto: Bundeswehr/Dirk Bannert

Die Bundeswehr erhält eine neue Standardpistole: Die P13 auf Basis der CZ P-10 C OR löst nach mehr als drei Jahrzehnten die P8 ab. Das Vorhaben fällt durch kurze Vergabezeit, niedrigen Stückpreis und einen deutlichen Fähigkeitszuwachs bei Visierung und Handhabung auf.

Bis zu 203.000 neue Pistolen für maximal 56 Millionen Euro: Das ergibt einen Stückpreis von deutlich unter 200 Euro pro Waffe. Und nicht nur der Preis fällt aus dem Rahmen. Von der Eröffnung der Ausschreibung bis zum unterschriebenen Vertrag vergingen lediglich rund 13 Monate. Das ist bemerkenswert für eine Bundeswehr, die sonst eher mit Kostenexplosionen und jahrelangen Verzögerungen Schlagzeilen macht. Die Rede ist vom Beschaffungsvorhaben „Pistole, querschnittlich“: Mit der P13 auf Basis der tschechischen CZ P-10 C OR soll die Dienstpistole P8 abgelöst werden. Dieser Beitrag betrachtet zunächst das Vorhaben als solches im Detail, stellt anschließend die technischen Daten der P13 vor, vergleicht die neue Pistole mit der bisherigen P8 und zieht abschließend ein ausführliches Fazit.

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Pistole, querschnittlich: das Vorhaben im Detail

„Pistole querschnittlich“ lautet der offizielle Name des Beschaffungsvorhabens. Gesucht wurde eine neue Dienstpistole im Kaliber 9 mm x 19, die die bisherige P8 in der gesamten Truppe ersetzen soll; in der Bundeswehr erhält die neue Waffe die Katalogisierungsnummer P13. Der Zusatz „querschnittlich“ bezeichnet dabei eine Waffe für die Fläche, also für alle Truppenteile. Die P13 ist eines von zwei Projekten, mit denen die Bundeswehr ihre gesamten Faustfeuerwaffen erneuert: Das System Pistole Spezialkräfte auf Basis der Walther PDP läuft bereits und ersetzt als P14 beziehungsweise P14K sämtliche Faustfeuerwaffen der Spezialkräfte. Die P13 deckt nun den Rest der Streitkräfte ab.

Zunächst zum geforderten Einsatzprofil. Laut Ausschreibung soll die neue Pistole den Soldatinnen und Soldaten als Sekundärbewaffnung dienen und in besonderen Lagen auch als Primärbewaffnung eingesetzt werden können. Vorgesehen ist eine Kampfentfernung von bis zu 25 Metern bei einer effektiven Reichweite von bis zu 50 Metern. Das Beschaffungsamt formuliert es so: „Die Pistole soll in beengten Räumen und in besonderen Lagen, in denen Langwaffen kein geeignetes Mittel zur Auftragserfüllung darstellen, eingesetzt werden können und die dafür erforderliche Durchsetzungsfähigkeit besitzen.“

Die Gründe für die Ablösung der P8 nennt das zugrundeliegende Konzept Handfeuerwaffen: Sie erfolgt „aus technischen und ergonomischen Gründen“. Das neue System soll den Streitkräften eine aufwuchsfähige Zweitbewaffnung auf aktuellem technischem Stand bieten. Besonders aufschlussreich ist die Kernforderung zur Handhabungssicherheit, denn die Bundeswehr verlangt ausdrücklich den Wegfall der außenliegenden, mechanischen und vom Nutzer zu bedienenden Sicherung. Wörtlich heißt es: „Der Wegfall einer außenliegenden, mechanischen und von den Nutzenden zu bedienenden Sicherung erhöht die Bedienbarkeit und die Handhabungssicherheit. Letztere wird dadurch erreicht, dass mehrere feinmotorische Bedienschritte entfallen.“ Die technische Sicherheit gewährleistet stattdessen eine Kombination interner Sicherungen (Abzugs-, Schlagbolzen- sowie Fall- und Schlagsicherung), die eine unbeabsichtigte Schussauslösung verhindern, ohne dass der Schütze aktiv einen Hebel bedienen muss.

Die Bundeswehr folgt damit einem internationalen Trend, denn derzeit vollzieht sich ein regelrechter Generationenwechsel beim System Kurzwaffe: Dänemark ersetzte ab 2019 seine 70 Jahre zuvor eingeführte M/49 durch die SIG P320 X-Carry, Frankreich ab 2020 die MAC 50 durch die Glock 17 Gen 5 FS. Dahinter steht auch ein Rollenwandel. Lange kam es bei der Pistole eher auf Sicherheit als auf Schnelligkeit an. Spätestens seit den 2000er-Jahren gewann sie beim Militär jedoch als querschnittliche Back-up-Waffe an Bedeutung, und die Ausbildung an der Kurzwaffe wurde intensiviert. Hinzu kommt der Trend zu optischen Visierungen: Pistolen mit Rotpunktvisieren und Laser-Licht-Modulen lassen sich mit Nachtsichtgeräten verwenden und erhöhen so die Nachtkampffähigkeit. Dieser Punkt spielt beim Vergleich mit der P8 noch eine Rolle.

Zum Projektverlauf: Anfang November 2024 eröffnete das BAAINBw auf der europäischen Vergabeplattform TED den Teilnahmewettbewerb für die Pistole querschnittlich. Ausgeschrieben wurde ein über sieben Jahre laufender Rahmenvertrag für Herstellung und Lieferung, gut informierten Kreisen zufolge inklusive der passenden Holsterkörper. Die Teilnahmeanträge mussten bis zum 4. Dezember 2024 eingehen. Noch im selben Monat folgte ein zweiter Teilnahmewettbewerb für das „Tragesystem Pistole QS P13“. Die Trageausstattung soll laut BAAINBw den sicheren Transport der neuen Pistole ermöglichen und die unterschiedlichen Tragearten abbilden; sie wurde bewusst in einem eigenen Verfahren beschafft und muss über eine vordefinierte Schnittstelle zu den Holsterkörpern passen.

Am 17. März 2025 wurde das Bieterfeld erstmals sortiert: Aus sechs Herstellern mit insgesamt elf Angeboten wählte das Amt die drei wirtschaftlichsten aus und verhandelte mit ihnen weiter. In der engeren Auswahl verblieben Arex aus Slowenien, Česká zbrojovka aus Tschechien und Glock aus Österreich. Am 8. Juli 2025 bestätigten mehrere gut informierte Kreise gegenüber dem Newsportal Hartpunkt, dass sich CZ gegen Arex und Glock durchgesetzt hatte. Am 5. November 2025 billigten Haushaltsausschuss und Verteidigungsausschuss die Beschaffung in zwei getrennten Vorlagen, eine für die Pistole samt Holsterkörper und eine für die Trageausstattung, mit Haushaltsmitteln und Verpflichtungsermächtigungen von zusammen rund 100 Millionen Euro.

Daraufhin erhielt die Pol-Tec GmbH & Co. KG aus Fürth am 19. Dezember 2025 den Auftrag zur Lieferung der CZ P13. Die Rahmenvereinbarung umfasst bis zu 203.000 Pistolen im Gesamtwert von bis zu 56 Millionen Euro; als erstes Los sollen 65.000 Pistolen samt Zubehör und weiteren Leistungen für rund 19 Millionen Euro abgerufen werden. Pol-Tec ist der deutsche Behördenvertriebspartner von CZ und übernimmt neben der Beschaffung auch die logistische Betreuung während der Nutzung. Die entsprechende Erfahrung bringt das Unternehmen aus der jahrzehntelangen Betreuung und Modernisierung der Scharfschützengewehre G22 der Bundeswehr mit. Zum Lieferumfang gehören neben der Waffe auch Holsterkörper des Herstellers Radar 1957 sowie eine Variante für das verdeckte Tragen, dazu Ersatzmagazine und Handhabungstrainer. Für die separat ausgeschriebenen Holstertragesysteme schloss die Bundeswehr eine Rahmenvereinbarung mit der Helmut Hoffmann GmbH über bis zu 186.000 Stück im Wert von fast 47 Millionen Euro. Die erste Festbestellung umfasst 62.000 Tragesysteme für rund 15,5 Millionen Euro; Beobachter vermuten dahinter ein Produkt der US-Marke Blackhawk.

Die Auslieferung der neuen Dienstpistole an die Bundeswehr soll im kommenden Jahr beginnen. Die Stückzahl könnte zudem noch steigen: Aufgrund des geplanten Aufwuchses der Streitkräfte auf mindestens 460.000 Soldatinnen und Soldaten gilt, ähnlich wie beim System Sturmgewehr Bundeswehr, ein weiterer Bedarf als wahrscheinlich. Am Ende könnten rund 500.000 Gesamtsysteme stehen.

Technische Daten der P13

Bei der P13 handelt es sich um eine Variante der CZ P-10 C OR des tschechischen Herstellers Česká zbrojovka aus Uherský Brod, Teil der Colt CZ Group. Das C steht für Compact, also die kompakte Baugröße der Modellfamilie, das Kürzel OR für Optical Ready: Die Waffe ist ab Werk für die Montage optischer Visiere vorbereitet. Geliefert wird die Bundeswehr-Version in der Farbe Flat Dark Earth, einem matten Erdton.

Zu den Daten: Die P13 verschießt das NATO-Kaliber 9 mm x 19, ist 187 Millimeter lang, 32 Millimeter breit und 132 Millimeter hoch und wiegt 760 Gramm mit leerem Magazin. Die Lauflänge beträgt 102 Millimeter, die Magazinkapazität liegt bei 15 Patronen. Technisch handelt es sich um eine Pistole mit teilvorgespanntem Schlagbolzenschloss und modularem Aufbau, im Englischen als Striker-Fire bezeichnet. Statt eines außenliegenden Hahns, der auf den Schlagbolzen schlägt, löst der Abzug den Schuss direkt über den Schlagbolzen aus. Teilvorgespannt bedeutet dabei, dass der Schlagbolzen beim Repetieren bereits zum Teil gespannt wird und der Abzug den Rest übernimmt. Daraus ergibt sich der bei jedem Schuss gleichbleibende Abzugsverlauf.

Einige weitere Merkmale sind für die P-10-Baureihe belegt, ohne dass sie für die Bundeswehr-Version im Detail bestätigt wären. Dazu zählen eine Schlagbolzensicherung, die in 90 Grad zur Schussachse angeordnet ist, sowie serienmäßig eine nachleuchtende Stahlvisierung. Am Polymergriffstück sitzt eine integrierte Befestigungsschiene nach MIL-STD-1913, dem genormten NATO-Standard, besser bekannt als Picatinny-Schiene, über die sich eine taktische Licht- oder Lasereinheit anbringen lässt. Der Griffrücken ist für unterschiedliche Handgrößen austauschbar, zwei Paar Durchladerillen sorgen für sicheren Halt beim Durchladen, und die Oberflächenbehandlung macht die Waffen korrosionsbeständig und kratzfest, was Lebensdauer und Zuverlässigkeit zugutekommt. Ergonomie, ein weicher Abzugsverlauf und eine intuitive Bedienung gelten als Markenzeichen der Baureihe.

P13 vs. P8

Zunächst zu den Gemeinsamkeiten: Beide Waffen nutzen das NATO-Kaliber 9 x 19 Millimeter, ein Munitionswechsel findet also nicht statt. Munitionslogistik und Bevorratung laufen unverändert weiter. Davon ausgenommen ist allerdings die Ausbildung an der Waffe selbst: Abzug, Sicherungskonzept und Bedienung ändern sich deutlich, hier muss die Truppe umlernen. Auch bei der Magazinkapazität von 15 Patronen gibt es keinen Unterschied. Beim Gewicht liegen beide praktisch gleichauf: Die P8 wiegt 750 Gramm beziehungsweise 985 Gramm mit gefülltem Magazin, die P13 kommt auf 760 Gramm mit leerem Magazin. Im Ergebnis unterscheiden sich beide Waffen hier kaum. Bei der Lauflänge ist die P13 mit 102 gegenüber 108 Millimetern etwas kürzer und damit kompakter, um den Preis einer tendenziell etwas kürzeren Beschleunigungsstrecke für das Geschoss.

Die eigentlichen Unterschiede liegen an anderer Stelle. Erstens beim Zünd- und Abzugssystem: Die P8 ist eine Double-Action-Pistole mit außenliegendem Hahn. Der erste Schuss erfolgt über einen langen, schweren Abzugsweg, der den Hahn erst spannt, alle folgenden brechen deutlich leichter. Die P13 mit ihrem teilvorgespannten Schlagbolzenschloss bietet dagegen einen einheitlichen Abzugsverlauf; der Schütze muss sich nicht mehr auf zwei unterschiedliche Abzugscharakteristiken einstellen. Genau hier, bei Abzugscharakteristik und Ergonomie, liegt in der Praxis der größte Unterschied zwischen beiden Waffen. Auch die Form des Abzugs spielt eine Rolle: Die P13 lässt sich sauber mit der Fingerspitze abziehen, und der leichtere, gleichbleibende Abzugsweg macht sie auch für Soldatinnen und Soldaten mit kleineren Händen oder weniger Handkraft beherrschbar, bis hin zum einhändigen Schuss.

Zweitens beim Sicherungskonzept: Die P8 verfügt über einen außenliegenden Sicherungshebel am Griffstück mit den Stellungen Sicher, Feuer und Entspannen. Bei der P13 entfällt dieser Hebel zugunsten der internen Sicherungen und mit ihm die feinmotorischen Bedienschritte, die die Bundeswehr ausdrücklich abschaffen wollte. Diese Entscheidung wurde innerhalb der Bundeswehr lange diskutiert und bewusst getroffen. Drittens, und das ist der größte Fähigkeitssprung, bei der Visierung: Die P8 verfügt über eine rein mechanische Visierung aus U-Kimme und Balkenkorn, justiert auf 25 Meter, ergänzt um Kontrastpunkte. Die P13 ist ab Werk Optical Ready für Rotpunktvisiere, die Baureihe bringt zusätzlich die nachleuchtende Stahlvisierung mit. Damit schließt sich der Kreis zum eingangs erwähnten Optik-Trend, denn Rotpunktvisiere und Laser-Licht-Module erhöhen die Nachtkampffähigkeit. Viertens bei der Zubehörschnittstelle: Die P13 beziehungsweise ihre Baureihe verfügt über die integrierte MIL-STD-1913-Schiene für Licht- und Lasereinheiten, die P8 hat keine Schiene. Fünftens bei der Ergonomie: Der anpassbare Griffrücken hat bei der P8 kein Gegenstück. Hinzu kommen der beidseitige Verschlussfanghebel und der Magazindruckknopf am Griffstück, also die Bedienlogik, die heute rund 90 Prozent aller modernen Pistolen verwenden. Nicht ohne Grund nennt die Bundeswehr neben technischen ausdrücklich auch ergonomische Gründe für die Ablösung. Schließlich kommt das vollständig neue Tragesystem aus Holsterkörpern in verschiedenen Sicherheitsstufen und separat beschaffter Trageausstattung hinzu.

Fazit

Im Rahmen des Vorhabens „Pistole querschnittlich“ beschafft die Bundeswehr bis zu 203.000 Pistolen für rund 56 Millionen Euro; 65.000 davon werden als erstes Los abgerufen. Abgelöst wird die P8, die seit den neunziger Jahren die Standard-Dienstpistole der Truppe ist. Zu bewerten sind damit zwei Aspekte: die Waffe selbst und die Art, wie sie beschafft wurde.

Zunächst zur Waffe. Gegenüber der P8 bringt die P13 vier konkrete Verbesserungen. Erstens die Visierung: Statt rein mechanischer Kimme und Korn ist die neue Pistole ab Werk für Rotpunktvisiere vorbereitet. Zusammen mit Laser-Licht-Modulen lässt sie sich mit Nachtsichtgeräten nutzen. Das ist der größte inhaltliche Fortschritt des gesamten Vorhabens. Zweitens die Handhabungssicherheit: Der außenliegende Sicherungshebel entfällt, interne Sicherungen übernehmen seine Funktion. Bei einer Waffe, die typischerweise unter Stress und auf kurze Distanz gezogen wird, ist jeder entfallende feinmotorische Bedienschritt ein Gewinn. Drittens Abzug und Ergonomie: ein gleichbleibender Abzugsverlauf statt zweier unterschiedlicher Charakteristiken, dazu ein anpassbarer Griffrücken, ein beidseitiger Verschlussfanghebel und ein Magazindruckknopf, also die Bedienlogik, die heute praktisch jede moderne Pistole verwendet. Viertens das Gesamtpaket: Holsterkörper in mehreren Sicherheitsstufen, Trageausstattung, Ersatzmagazine, Handhabungstrainer und die logistische Betreuung über die gesamte Nutzungsdauer. Kaliber und Magazinkapazität bleiben unverändert, Munitionslogistik und Bevorratung laufen also weiter wie bisher.

Der zweite Punkt ist das Tempo. Anfang November 2024 eröffnete das Beschaffungsamt BAAINBw den Teilnahmewettbewerb, am 19. Dezember 2025 ging der Auftrag an den deutschen CZ-Vertriebspartner Pol-Tec: rund 13 Monate von der Ausschreibung bis zum unterschriebenen Vertrag. Zur Einordnung: Beim System Sturmgewehr Bundeswehr zog sich die Beschaffung des G36-Nachfolgers mit Rechtsstreit und Neuvergabe über Jahre hin. Nach derzeitigem Stand könnte die P13 damit das schnellste Handfeuerwaffenprojekt der Bundeswehr werden.

Hinzu kommt der Preis. Legt man das erste Los zugrunde, ergeben sich rund 290 Euro pro Stück. Darin sind allerdings Mehrwertsteuer, Zubehör und die Marge des Vertriebspartners enthalten. Für die einzelne Pistole dürfte der Preis deshalb deutlich unter 200 Euro liegen. Das ist eine Größenordnung, in der sich sonst kein Rüstungsvorhaben der Bundeswehr bewegt. Möglich wurde sie durch eine klare Entscheidung: Der Preis war mit 100 Prozent Gewichtung das einzige Zuschlagskriterium, allerdings erst, nachdem die technischen Hürden genommen waren. Die Anforderungen der Leistungsbeschreibung mussten alle Bieter vollständig erfüllen; wer günstiger anbot, gewann, wer mehr bot als gefordert, erhielt dafür keine Zusatzpunkte.

Schließlich der Punkt, der in der Diskussion häufig untergeht: die Produktionskapazität. Die Ausschreibung ging von einer jährlichen Lieferleistung von bis zu 50.000 Systemen aus, einer Zahl, die viele Hersteller schlicht nicht abbilden können. CZ aus Tschechien, Teil der Colt CZ Group, gehört zu den größten Handfeuerwaffenherstellern Europas und produziert seit Jahren im sechsstelligen Bereich. Der Engpass dieses Vorhabens liegt also nicht in der Fertigung. Das ist umso wichtiger, als mit dem geplanten Aufwuchs der Streitkräfte auf mindestens 460.000 Soldatinnen und Soldaten am Ende rund 500.000 Gesamtsysteme stehen könnten, eine Stückzahl, die andere Anbieter über Jahre strecken müssten.

Damit bleibt ein einziger Vorbehalt, und dieser ist kein technischer, sondern ein haushälterischer: Von den bis zu 203.000 Pistolen sind bislang 65.000 fest beauftragt, also weniger als ein Drittel. Der Rest ist eine Option, deren Einlösung von künftigen Haushaltsentscheidungen abhängt. Die vollständige Ablösung der P8 ist vertraglich möglich, garantiert ist sie noch nicht.

Im Ergebnis beschafft die Bundeswehr ein modernes, international eingeführtes Serienmodell, schließt gleich mehrere Schwachstellen der P8 und ist dabei schneller und günstiger als in praktisch jedem vergleichbaren Vorhaben.

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