Royal Navy: TKMS ATLAS UK soll Torpedoabwehr für U-Boote entwickeln

Royal Navy: TKMS ATLAS UK soll Torpedoabwehr für U-Boote entwickeln
Astute class | Foto: CPOA(Phot) Thomas McDonald/MOD, OGL v1.0

Das britische Verteidigungsministerium hat TKMS ATLAS UK mit der Entwicklung und Lieferung des Torpedoabwehrsystems „Next Generation Countermeasure“ (NGCM) beauftragt. Partner ist Babcock, der Auftragswert bleibt vertraulich.

Die britische TKMS-Tochter TKMS ATLAS UK hat den Zuschlag des britischen Verteidigungsministeriums (MoD) für das Programm „Next Generation Countermeasure“ (NGCM) erhalten. Das teilte die TKMS am 17. September 2026 in Kiel mit. NGCM ist ein zentraler Baustein der „Underwater Defensive Aids Suite“ (UDAS), mit der die Royal Navy den Selbstschutz ihrer U-Boote gegen angreifende Torpedos erneuern will. Über den Auftragswert haben die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart. Nach Unternehmensangaben sichert der Auftrag rund 80 Arbeitsplätze in Großbritannien.

Einsatz auf heutigen und künftigen U-Booten

Das System ist für aktuelle wie auch künftige U-Boot-Plattformen der Royal Navy vorgesehen. Laut TKMS ist es auf sich wandelnde und neu entstehende Bedrohungen unter Wasser ausgelegt und wird in einem iterativen Ansatz entwickelt. Der modulare und aufrüstbare Aufbau soll es ermöglichen, spätere Verbesserungen gegen neue Bedrohungen einzubinden. Das Programm umfasst neben der Auslieferung auch die Integration in die Boote sowie die schrittweise Weiterentwicklung der Fähigkeit über den gesamten Lebenszyklus der Plattformen.

Welche Bootsklassen konkret ausgerüstet werden, nennt die Mitteilung nicht. Fachmedien nannten bei der Ausschreibung im Jahr 2024 die nuklear angetriebenen Jagd-U-Boote der Astute-Klasse sowie das geplante SSN-AUKUS als wahrscheinliche Trägerplattformen. Aufgrund der Sensibilität des Vorhabens mussten Bewerber für Verschlusssachen bis zur Einstufung „Secret UK Eyes Only“ zugelassen sein, weshalb öffentlich nur wenige technische Details bekannt sind.

Ausschreibung seit 2024

Das MoD hatte das Vorhaben im April 2024 öffentlich ausgeschrieben. Der damaligen Bekanntmachung zufolge war ein Budget von 35 Millionen Pfund vorgesehen, die Umsetzung sollte von Oktober 2025 bis Oktober 2032 laufen. Die Vergabe erfolgte im wettbewerblichen Dialog. Zum geforderten Leistungsumfang zählten neben der Entwicklung auch Erprobung und Tests, die Integration in das Kampfsystem der Boote, eine erste Unterstützungslösung mit technischer Betreuung, eine Analyse des Ausbildungsbedarfs sowie Designleistungen nach Einführung. Ob der nun erteilte Auftrag diesem ursprünglichen Rahmen entspricht, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Arbeitsteilung mit Babcock

TKMS ATLAS UK will nach eigenen Angaben Fachwissen in Hydroakustik, Sonartechnik, Unterwasserkommunikation, Sensorik und Systemintegration sowie langjährige Forschungserfahrung in der Torpedoabwehr einbringen. Das Unternehmen mit Sitz in Winfrith in der Grafschaft Dorset beschäftigt mehr als 600 Mitarbeitende und entwickelt unter anderem Sonarsysteme, autonome Plattformen und Technologien zur Minenabwehr. Bis zur Umbenennung der Muttergesellschaft trat es unter dem Namen Atlas Elektronik UK auf.

Der britische Rüstungskonzern Babcock International Group übernimmt die Abschussvorrichtungen für die Abwehrmittel und die Integration in die vorhandenen Plattformen. Babcock betreut die britische U-Boot-Flotte bereits seit Jahren über deren gesamte Nutzungsdauer. Die beiden Unternehmen kooperieren nicht zum ersten Mal: Anfang 2025 unterzeichneten sie eine Rahmenvereinbarung, die technische Unterstützungsleistungen für Boote der Vanguard- und der Astute-Klasse abdeckt. Nach Angaben von Babcock ging der Auftragsvergabe für NGCM mehr als drei Jahre gemeinsamer Forschungs- und Entwicklungsarbeit voraus. Die gemeinsame Lösung soll die Verfügbarkeit der Boote verbessern und künftige Nachrüstungen erleichtern.

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