Der deutsche Marinekonzern TKMS und das israelische Verteidigungsunternehmen Elbit Systems haben in Kiel eine Absichtserklärung über eine erweiterte strategische Zusammenarbeit unterzeichnet. Im Fokus stehen die gemeinsame Entwicklung und Vermarktung fortschrittlicher Marinetechnologien.
Die Thyssenkrupp Marine Systems AG & Co. KGaA (TKMS) und die israelische Elbit Systems Ltd. haben am 18. Mai 2026 in Kiel ein Memorandum of Understanding (MoU) abgeschlossen. Ziel der Vereinbarung ist die Schaffung eines strategischen Rahmenabkommens, das die Kooperation beider Unternehmen bei Entwicklung, Integration und Kommerzialisierung von Marineverteidigungslösungen verbindlich strukturieren soll. Über finanzielle Konditionen oder einen Zeitplan machten die Unternehmen keine Angaben.

Bündelung industrieller Kompetenzen
Mit dem Abkommen wollen die beiden Konzerne ihre jeweiligen technologischen, operativen und industriellen Kapazitäten zusammenführen, um auf aktuelle und absehbare Anforderungen im Bereich maritimer Sicherheit reagieren zu können. TKMS, mit Hauptsitzen in Essen und Kiel, gilt als einer der weltweit führenden Hersteller konventioneller U-Boote sowie als Systemanbieter für Überwasserschiffe, Marineelektronik und Sicherheitstechnologien. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 9.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Werften in Kiel, Wismar und im brasilianischen Itajaí.
Elbit Systems wiederum zählt mit über 20.000 Beschäftigten in mehreren Dutzend Ländern zu den größten Verteidigungstechnologiekonzernen Israels. Für das Geschäftsjahr 2025 wies das Unternehmen einen Umsatz von rund 7,94 Milliarden US-Dollar und einen Auftragsbestand von 28,1 Milliarden US-Dollar aus.
TKMS-Vorstandsvorsitzender Oliver Burkhard betonte, das Abkommen unterstreiche die Verpflichtung, gemeinsam auf neue Herausforderungen im Bereich maritimer Sicherheit zu reagieren und zugleich die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel zu stärken. Bezhalel Machlis, Präsident und CEO von Elbit Systems, hob hervor, durch die Verbindung der technologischen Stärken und operativen Erfahrungen beider Unternehmen sollten Lösungen für den sich wandelnden Bedarf von Seestreitkräften bereitgestellt werden.
Fortsetzung einer bestehenden Zusammenarbeit
Das MoU baut auf einer bereits laufenden industriellen Kooperation auf. Im Februar 2026 hatten TKMS und Elbit Systems gemeinsam mit dem israelischen Verteidigungsministerium in Galiläa eine neue Produktionslinie für glasfaserverstärkte Polyester-Strukturkomponenten von U-Booten eröffnet. Das Vorhaben war Teil eines Offset-Programms im Rahmen israelischer Rüstungsbeschaffungen und soll Israel erstmals in die Lage versetzen, bestimmte Unterwasserkomponenten lokal zu fertigen. Israel bezieht seit Jahrzehnten U-Boote der Dolphin-Klasse aus deutscher Produktion.
TKMS
Das Unternehmen verzeichnete in den vergangenen Jahren ein stark wachsendes Auftragsbuch; zum Stichtag 30. Juni 2025 lag der Auftragsbestand bei rund 18,6 Milliarden Euro. Im Oktober 2025 spaltete der Mutterkonzern Thyssenkrupp AG die Marinesparte ab und brachte sie an die Frankfurter Wertpapierbörse. Thyssenkrupp hält weiterhin 51 Prozent der Anteile, die übrigen 49 Prozent gingen an die bisherigen Aktionäre. Der Börsengang gilt als Teil der strategischen Neuausrichtung des Industriekonzerns hin zu einer Finanzholding.
Parallel bewirbt sich TKMS in einer der derzeit größten internationalen Marineausschreibungen: dem kanadischen Patrol Submarine Project, das ein Auftragsvolumen von bis zu 40 Milliarden Euro umfassen könnte. Im Wettbewerb steht das Unternehmen unter anderem mit einem Konsortium um den südkoreanischen Anbieter Hanwha Ocean.
Politische Dimension
Die Unternehmen verweisen darauf, dass das Abkommen über die rein industrielle Ebene hinausreicht und Teil einer breiteren sicherheitspolitischen Ausrichtung zwischen Deutschland und Israel sei. Die Kooperation soll nach Darstellung der Beteiligten zu einer langfristigen Stabilisierung bilateraler Beziehungen beitragen und sich in einen größeren Rahmen internationaler Verteidigungszusammenarbeit einfügen.
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