Wie Sicherheit & Verteidigung auf der Eurosatory 2026 in Paris in Erfahrung bringen konnte, soll die Serienauslieferung des Skyranger 30 an die Bundeswehr im Q4 2027 beginnen. Damit ist das Beschaffungsvorhaben laut Rheinmetall im Vergleich zur ursprünglichen Planung um rund sechs Monate verzögert. Bereits Ende dieses Jahres soll das erste Nachweismuster an die Truppe übergeben werden – das zweite soll im Q1 2027 folgen.
Die Beschaffung im Detail
Nachdem der Haushaltsausschuss der Beschaffung des Flugabwehrkanonenpanzers Skyranger 30 A3 am 21. Februar 2024 zugestimmt hatte, unterzeichnete das Beschaffungsamt der Bundeswehr am 27. Februar 2024, also nur eine Woche später, einen entsprechenden Rahmenvertrag mit der Rheinmetall Electronics GmbH. Dieser Rahmenvertrag umfasst die Herstellung und Lieferung von bis zu 49 Skyranger 30 A3. Vorerst wurden allerdings nur 19 Stück für 650 Millionen Euro fest beauftragt. Darüber hinaus beinhaltet die Bestellung acht Nachladefahrzeuge, acht Werkstattausstattungen und 18 On-Board-Simulatoren. Der Bedarf der Truppe geht jedoch weit über die genannten Zahlen hinaus. Laut POLITICO plant die Bundeswehr die Beschaffung von insgesamt 561 Skyranger 30. Die Kosten dürften sich auf rund 9 Milliarden Euro belaufen. Die Beschaffung soll im Rahmen des Projekts Arminius erfolgen. Mit einer Bestellung rechnet Rheinmetall Ende des Jahres.

Gründe für die Verzögerung
Rheinmetall nannte folgende Gründe für die Verzögerung: Erstens den Wechsel des Fahrmoduls zum Future Common Drive Module. Zweitens den Wechsel der Sekundärbewaffnung. Statt der Stinger soll nun von Beginn an der in Entwicklung befindliche DefendAir von MBDA zum Einsatz kommen. Da dieser allerdings erst ab 2029 zur Verfügung stehen wird, dürften die Skyranger 30 der Bundeswehr die ersten ein bis zwei Jahre vermutlich ohne LFK-Bewaffnung auskommen müssen. Drittens den Wechsel des Radars. Statt des „regulären“ SPEXER 2000 soll die größere L-Version mit gesteigerter Reichweite zum Einsatz kommen. Viertens soll die Zielverfolgung statt wie ursprünglich geplant mittels eines optronischen Sensors nun doch mit einem Zielverfolgungsradar erfolgen. Begründet wird diese Entscheidung mit Erfahrungen aus dem Einsatz des Skyranger 35 in der Ukraine.
Weitere Anpassungen des Waffensystems sind Stand jetzt nicht ausgeschlossen und könnten zu zusätzlichen Verzögerungen im Zulauf der dringend benötigten Skyranger 30 führen. Diese sollen die Fähigkeitslücke im Bereich der mobilen Flugabwehr im Nah- und Nächstbereich schließen. Aufgrund der Verzögerungen plant die Bundeswehr die Beschaffung einer Zwischenlösung, die nach dem Zulauf des Zielsystems den Heimatschutzkräften zugutekommen soll.
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