Am 24. Juli verlässt das Minenjagdboot „Homburg“ seinen Heimathafen, um für mehrere Monate im ständigen NATO-Minenabwehrverband SNMCMG 1 zu operieren. Das Einsatzgebiet liegt vor allem in Nordsee und Nordatlantik.
Das Minenjagdboot „Homburg“ des 3. Minensuchgeschwaders läuft am Freitag, den 24. Juli 2026, um 10 Uhr aus dem Marinestützpunkt Kiel-Wik aus. Für die kommenden Monate stellt das Boot der Deutschen Marine den deutschen Beitrag zur Standing NATO Mine Countermeasures Group 1 (SNMCMG 1), einem der ständig einsatzbereiten maritimen Verbände der NATO. Der Einsatz ist voraussichtlich bis Ende Oktober angesetzt.
Auftrag und Einsatzgebiet
Im Verband arbeitet die „Homburg“ mit NATO-Partnern zusammen, insbesondere mit Litauen und Polen. Zentrale Aufgabe ist die Räumung von Seegebieten von Minen und sonstigen explosiven Altlasten, um die Sicherheit der Seewege zu gewährleisten und kritische Infrastruktur zu schützen. Die Kommandantin, Korvettenkapitän Cornelia Just, verweist auf diesen Schutzauftrag als Kern der Mission.

Darüber hinaus nimmt die Besatzung an den Manövern Northern Viking und Joint Warrior teil. Der operative Schwerpunkt liegt in Nordsee und Nordatlantik – ein Wechsel für eine Besatzung, deren gewohntes Fahrtgebiet sonst eher in der Ostsee liegt. Geplante Hafenaufenthalte, überwiegend an der Nordsee, sollen den Seealltag auflockern. Nach Angaben des Presse- und Informationszentrums Marine wurde die Besatzung in den zurückliegenden Monaten umfassend auf den Einsatz vorbereitet; die Kommandantin kann zudem auf frühere Teilnahmen an der SNMCMG 1 zurückgreifen.
Hintergrund: Die ständigen NATO-Marineverbände
Die NATO unterhält vier ständige maritime Einsatzverbände, die von den Mitgliedstaaten mit Schiffen und Booten gestellt werden und Teil der schnellen Reaktionskräfte des Bündnisses sind. Die SNMCMG 1 ist auf das Aufspüren und Bekämpfen von Seeminen spezialisiert und operiert ganzjährig überwiegend in Nordeuropa, insbesondere im Ärmelkanal sowie in Nord- und Ostsee. Der Verband setzt sich üblicherweise aus mehreren Minenabwehrbooten sowie einem Führungs- und Versorgungsschiff verschiedener NATO-Partner zusammen – darunter regelmäßig eines aus Deutschland. Der Verband geht auf die 1973 aufgestellte „Standing Naval Force Channel“ zurück und trägt seit 2005 seinen heutigen Namen.
Neben Präsenz und Minenabwehr zählen auch sogenannte Historic Ordnance Disposal Operations zu den Aufgaben – die Beseitigung von Munitionsaltlasten aus den Weltkriegen und dem Kalten Krieg, die bis heute Schifffahrt und Küstenregionen gefährden.
Munitionsaltlasten als anhaltende Gefahr
Der Umfang dieser Altlasten ist erheblich. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums liegen auf dem Grund von Nord- und Ostsee rund 1,6 Millionen Tonnen alte Munition aus den beiden Weltkriegen – etwa 1,3 Millionen Tonnen in der Nordsee und rund 300.000 Tonnen in der Ostsee. Bomben, Minen und Granaten bedrohen dabei nicht nur die Schifffahrt, sondern auch Meeresumwelt, Fischerei und Tourismus. Weil die Munitionskörper langsam durchrosten, treten mit der Zeit Schadstoffe aus; besonders in der vergleichsweise abgeschlossenen Ostsee steigt die Belastung. Die Bundesregierung hat daher ein mehrjähriges Sofortprogramm zur Bergung und Entsorgung aufgelegt.
Pressetermin in Kiel
Zum Auslaufen der „Homburg“ sind Medienvertreterinnen und -vertreter eingeladen. Der Termin findet am 24. Juli 2026 um 10 Uhr am Marinestützpunkt Kiel-Wik statt; ein Eintreffen wird bis spätestens 9.15 Uhr erbeten. Eine Akkreditierung war beim Presse- und Informationszentrum Marine bis zum 23. Juli, 12 Uhr, erforderlich; spätere An- oder Nachmeldungen sind nicht möglich.
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